SORBISCHES INSTITUT - SERBSKI INSTITUT
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Sorbische Volkstrachten als Phänomen der Gegenwart


Traditionelle volkskundliche Bereiche erfahren in der Moderne neue Bedeutungen. Es entstehen neue Symbolebenen, die zwar auf traditionelle Muster zurückgehen, deren Symbolgehalt sich aber geändert hat. Das Tragen der sorbischen Volkstrachten kann als Paradebeispiel für den Zeichenwandel volkskultureller Phänomene in der heutigen Zeit gelten. Seit der politischen Wende von 1989/90 hat die Zahl sorbischer Trachtenträgerinnen zu besonderen Anlässen – und zwar gegenläufig zu denjenigen, die die Tracht noch täglich tragen – beträchtlich zugenommen. Das lässt sich sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Raum feststellen.
Das Projekt zielt aufgrund der bisherigen Beobachtungen darauf ab, den Wandel von ehemals alltagskulturellen Erscheinungen zum erinnerten Kulturerbe zu reflektieren und den Mechanismen zu folgen, mit denen „Vergangenheit“ in die „Gegenwart“ hineingetragen wird. Das bezieht sich nicht nur auf so genannte Truhentrachten, sondern schließt z. T. die noch im Alltag getragenen Volkstrachten ein, deren Anzahl in den letzten Jahren stark gesunken ist.

Projektbearbeiterin: Ines Keller
30.7.–17.8.2012 in Bautzen
Ludwig Elle: Sorbische Interessenvertretung in Vergangenheit und Gegenwart
Fabian Kaulfürst: Studije k rěči Michała Frencla
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