Minderheiteninteressen autochthoner ethnischer Gruppen – Inhalte, Repräsentanten und Strategien ihrer Durchsetzung
In Minderheitengemeinschaften bestehen reale und vermeintliche „besondere Interessen“ (Minderheiteninteressen), die in vielfältiger Weise zum Ausdruck gebracht werden können, von den Eliten der Minderheiten als Ressource für Identitätsbewahrung und Gruppenzusammenhalt verwendet werden und in die politischen Bestrebungen um Gewährung von Minderheitenrechten und Minderheitenförderung einfließen. Minderheiteninteressen können aber auch Auslöser und Gegenstand von Konflikten sein. Im Projekt soll auf der Grundlage von programmatischen Zielstellungen und einschlägigen Aktivitäten sorbischer Verbände (Domowina und ausgewählte Mitgliedsvereine, Wendische Volkspartei) untersucht werden, worin solche „besondere Interessen“ bestehen können, wie sie organisiert, artikuliert und mit welchen Zielen und Strategien sie in den politischen Diskurs innerhalb der Gruppe, mit der Mehrheitsbevölkerung und den politischen Repräsentanten eingebracht werden.