Sorbische Kultur und Identität in der Ortslage Proschim mit Karlsfeld (Land Brandenburg)
Sorbisch-deutsche Bikulturalität bzw. sorbische Kultur sind in der Lausitz durch die Braunkohleförderung bedroht. Das Projekt wird im Rahmen eines Braunkohleplanverfahrens zum Tagebau Welzow-Süd realisiert. Ziel ist es, in der südbrandenburgischen Ortslage Proschim den Umgang mit sorbischer Identität und Alltagskultur zu erheben. Dazu sind die historische Aufnahme, die Bestimmung der sorbischen Identität einst und jetzt, die Auflistung der Kulturgüter und Empfehlungen für die Weiterführung sorbischer Kultur zu fixieren. Das Gebiet ist wegen seiner Randlage bisher noch nicht kulturwissenschaftliches Untersuchungsgebiet gewesen, Parallelen zu schon untersuchten Ortslagen mit ähnlicher Problematik werden aufgenommen und konsequent verfolgt. Eine interessante Nebenfragestellung bietet darüber hinaus die Vergleichsachse zur sächsischen, nur drei Kilometer entfernten Gemeinde Bluno. Die Feldforschung sieht, aufbauend auf dem engen Kontakt zu den Bewohnern, folgende Kernfragen vor: Um welche Kulturgüter bzw. Lebensmuster organisiert sich sorbische Identität und Kultur in Proschim? Wie verlief die Geschichte und was sind aktuelle Tendenzen? Gibt es Differenzen in der Wahrnehmung regionaler Zugehörigkeit z. B. im Vergleich mit Bluno? Welches sind die Trägerschichten kollektiver sorbischer Zugehörigkeit in den Ortslagen? Welche Kulturgüter könnten Gegenstand einer Umsiedlung sein? Zusammengefasst geht es um die Bestandsaufnahme der Ist-Situation sorbischer Kultur, um die Suche nach neuen Mustern der Selbstbeschreibung und -inszenierung ethnischer Identität, um die Trägerschichten dieser Identitätsangebote und um die Sicherung umsiedlungsrelevanter Bestandteile.