SORBISCHES INSTITUT - SERBSKI INSTITUT
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Alltägliches Erzählen: Sorbische Klatschgeschichten


Klatschgeschichten sind eine spezifische Form von Alltagsgeschichten, die nicht allein im Dienst der Informationsvermittlung stehen, sondern vor allem dem Unterhaltungsbedürfnis der an einer Erzählgemeinschaft Beteiligten entsprechen. Dabei kann sich nur der am Klatschen beteiligen, der auch über interne Kenntnisse der Gruppe verfügt. Die Sorben stehen bei ihren deutschen Nachbarn im Ruf einer „geschlossenen Gemeinschaft“, die ihre Zusammengehörigkeit unter anderem aus der genauen Kenntnis familiärer Zugehörigkeiten schöpft. Die auf die Betroffenen meist befremdlich wirkende Neugier, mit der nach genauen Angaben zur Herkunfts¬familie gefragt wird, ist im Zusammenhang mit dem „sozialen Netz“ zu betrachten, das mit der möglichst genauen Kenntnis familiärer Bande zu stärken versucht wird. Der Beitrag untersucht, wie Klatschgeschichten als lebendige Form des alltäglichen Erzählens innerhalb dieses sozialen Netzes genutzt werden, um – abgesehen von ihrem unterhaltsamen Wert – die Exklusivität der Gruppe zu stärken.

Projektbearbeiterin: Susanne Hose
30.7.–17.8.2012 in Bautzen
Ludwig Elle: Sorbische Interessenvertretung in Vergangenheit und Gegenwart
Fabian Kaulfürst: Studije k rěči Michała Frencla
SORBISCHES INSTITUT - SERBSKI INSTITUT | Bahnhofstraße/Dwórnišćowa 6 | D-02625 Bautzen/Budyšin