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AKTUELLES



17. 8. 2017 – Lesung und Gespräch: „Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen“

Am Donnerstag, den 17. August 2017 findet ab 19 Uhr im Serbski dom/Haus der Sorben eine Lesung aus dem Buch „Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen“ statt. Veranstalter sind die Domowina, das Sorbische Institut/Serbski institut, der Ch. Links-Verlag und die Stiftung Weiterdenken. An die Lesung schließt sich eine Podiumsdiskussion an.

In Reportagen, analytischen Hintergrundtexten, Interviews und persönlichen Kommentaren beleuchten mehr als 40 Autor*innen die Hintergründe rechter Gewalttaten in Sachsen und stellen die Aktionen der kreativen Zivilgesellschaft dar. Dabei geht es auch um die Situation in Bautzen.

Nicht erst seit dem Jahr 2016, in dem Bautzen mehrmals in den nationalen und internationalen Medien als „braune Stadt“ dargestellt wurde, in der Flüchtlingsheime brennen, dies bejubelt wird und in der Refugees von Nazis gejagt werden, ist das Problem offensichtlich: In der Region gibt es ein Problem mit neonazistischen Strukturen. Bereits 2014 war die Region in den nationalen Medien, nachdem junge Sorben von Neonazis angegriffen wurden und dies in die Öffentlichkeit brachten. Genau in diesem Jahr setzt auch der Beitrag von Arndt Ginzel an, der sich der „Welt außerhalb des Steinhauses“ widmet und versucht eine Antwort darauf zu finden, wie in Bautzen Hass gegen die sorbische Minderheit und Gewalt gegen Flüchtlinge entstand.

Deshalb sind es auch zwei sorbische Einrichtungen, die sich neben dem Verlag und der Stiftung Weiterdenken für die Durchführung der Veranstaltung in der Stadt entschlossen haben: „Eine Außensicht auf die eigene Person, Gruppe oder einfach auch auf das Umfeld, in dem man lebt, ist immer hilfreich, sofern sie sachlich und fair ist. Ich denke, ‚Unter Sachsen‘ leistet das. Insofern kann das Buch ein Beitrag zur Stärkung des kritischen Selbstbewusstseins der Sachsen sein“, so Dr. Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Institutes. David Statnik, Vorsitzender der Domowina ergänzt: „Dieses Buch wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert, trotzdem ist es ein Zeit- und Meinungszeugnis. Ich finde, es ist wichtig, über die Geschehnisse und die unterschiedlichen Meinungen zu reden.“

Neben dem Autor des Beitrages zur Region werden die die Herausgeber*innen Heike Kleffner und Matthias Meisner anwesend sein. An der Diskussion beteiligen sich Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD), Andrea Hübler von der Opferberatung, der Landtagsabgeordnete der Grünen Valentin Lippmann sowie der Vorsitzende der Domowina David Statnik.

Lesung und Gespräch: 17. August 2017, 19 Uhr im Haus der Sorben am Postplatz in Bautzen

Es lesen und diskutieren:
  • Matthias Meisner (Herausgeber)
  • Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD)
  • Arndt Ginzel (Journalist)
  • Andrea Hübler (Opferberatung der RAA Sachsen e.V.)
  • Valtentin Lippmann (MdL Bündnis 90/Die Grünen)
  • David Statnik (Vorsitzender der Domowina)


Moderation: Heike Kleffner (Herausgeberin)

Der Eintritt ist frei.

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Pressemitteilung

(Michaeliskirche Bautzen, Tilman2007 . Lizenz: CC BY-SA 3.0 )

23.–25. 11. 2017 – „Reformation und Ethnizität. Sorben, Letten und Esten im 16. und 17. Jahrhundert“

Internationale Konferenz des Sorbischen Instituts/Serbski institut und der Baltischen Historischen Kommission, Bautzen, 23.–25. November 2017

Die Reformation setzte neben fundamentalen theologischen auch erhebliche gesellschaftliche Entwicklungen in Gang, deren Auswirkungen in ganz Europa spürbar waren. Auch für viele sogenannte Kleine Völker stellte die Spaltung der Kirche und die Ausbildung konkurrierender christlicher Konfessionen am Beginn der Neuzeit eine wichtige Zäsur dar, die einen tiefgreifenden sozialen und kulturellen Wandel nach sich zog.

Am Beispiel der Sorben, Esten und Letten soll auf der Konferenz in vergleichender Perspektive nach den langfristigen Auswirkungen von Reformation und Konfessionsbildung auf die Glaubens- und Lebenswelten der Kleinen Völker Ostmitteleuropas im 16. und 17. Jahrhundert gefragt werden. Insgesamt 18 Referentinnen und Referenten aus den Geschichts-, Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaften sowie aus der Theologie und der Kunstgeschichte widmen sich in ihren Vorträgen einerseits den Brüchen und langfristigen Entwicklungen im Gefolge der Reformation, andererseits aber auch den Kontinuitäten zwischen vor- und nachreformatorischer Zeit. Gefragt wird sowohl nach den Inhalten und Trägern des zeitgenössischen gelehrten Diskurses über Völker und Sprachen als auch nach dem Spannungsverhältnis von ständischer Ordnung, Ethnizität und Konfession in der Frühen Neuzeit. Ebenso behandelt werden die Rolle der evangelischen Geistlichkeit, die Anfänge volkssprachlicher Schriftlichkeit und Literatur, die Konfessionalisierung der Volkskultur sowie die kunst- und architekturgeschichtlichen Auswirkungen des Glaubenswechsels in Livland und der Lausitz.

Ein detailliertes Konferenzprogramm und weitere Informationen werden zeitnah veröffentlicht. Es wird keine Tagungsgebühr erhoben. Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie jedoch um vorherige Anmeldung per E-Mail bis spätestens 10. November 2017: reformation(at)serbski-institut.de

Die Konferenz wird von der Fritz Thyssen Stiftung sowie der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Verbundprojekts „Gesichter der Reformation in der Oberlausitz, Böhmen und Schlesien“ des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien gefördert.

In Kooperation mit der Baltischen Historischen Kommission .

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13. 9. 2017 INFORMATIONSTAG BRANDENBURG.DIGITAL - Digitale Nachhaltigkeit, Potsdam

Mit Beteiligung des Sorbischen Instituts.
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Vollständiges Programm

22. 6. 2017 13:30 Uhr Öffentlicher Vortrag

L. Budilová & Doc. PhDr. Marek Jakoubek, PhD. et PhD. (Prag) “A (sad) mission of Gottlob Kowal in the only Czech village in Bulgaria – Voyvodovo”
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20. 6. 2017 Neues Drittmittelprojekt zur Sichtung und Digitalisierung zentraler Dokumente der sorbischen Zeitgeschichte

Die Geschichte der Sorben in der Zwischenkriegszeit zeigt nach wie vor zahlreiche weiße Flecken. Um dem zu begegnen, startet jetzt am Sorbischen Institut ein neues Forschungsprojekt, in dem wichtige Quellen und Dokumente aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus in Archiven in ganz Deutschland recherchiert und digitalisiert werden sollen. Auch einige ausländische Archive sollen einbezogen werden.
Mithilfe der eingeworbenen Drittmittel – es handelt sich um ein Fördervolumen von insgesamt etwa 170 000 Euro – konnten am Sorbischen Institut zwei zusätzliche Projektstellen geschaffen werden. Bis Ende 2019 wird eine Online-Datenbasis entstehen, die die Forschung zum Thema zukünftig erheblich erleichtern und befördern wird. Einige der bedeutendsten Dokumente zur Geschichte der Sorben zwischen 1918 und 1945 sollen über ein Portal auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Für die Leitung dieses Vorhabens konnte mit dem Archivar und Historiker Dr. Clemens Heitmann aus Dresden ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des Archivwesens sowie der neueren Geschichte gewonnen werden.
„Dieses Projekt ist ein weiterer Baustein unserer umfassenden Digitalisierungsbemühungen. Es wird nicht nur der historischen Forschung nützen, sondern uns auch beim Aufbau einer digitalen Forschungsinfrastruktur helfen.“, so der Interimsdirektor des Sorbischen Instituts, Dr. Hauke Bartels.
Das auf zweieinhalb Jahre angelegte Sondervorhaben unter dem Titel „Virtuelle Zusammenführung zentraler Quellen zur Erforschung der Geschichte der Sorben in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus“ wird vom Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert und gemeinsam mit anderen Vorhaben zum Aufbau „virtueller Archive für die Geisteswissenschaften“ von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig koordiniert.
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13. 6. 2017 Neue Rechtschreibtools für Obersorbisch online bereitgestellt

Grundlegend überarbeitete Tools für die obersorbische Rechtschreibkontrolle stehen ab sofort unter www.soblex.de in der Rubrik Download zur Verfügung. Zugrunde liegt der Wortschatz, der im aktuellen obersorbisch-deutschen Rechtschreibwörterbuch von Pawoł Völkel verzeichnet ist, und das mit sämtlichen Beugungsformen und den am häufigsten gebrauchten Ableitungen – insgesamt über 4,8 Mio. Wortformen von ca. 61 000 Wörterbuch-Stichwörtern.
Das der Rechtschreibkontrolle zugrundeliegende Regelwerk, der „morphologische Generator“, wurde von Bernhard Baier und Wito Böhmak entwickelt. Das Vorhaben wird seit 2009 als Open Source Projekt von den beiden Programmentwicklern gemeinsam mit dem WITAJ-Sprachzentrum und der Stiftung für das sorbische Volk, seit 2015 mit dem Sorbischen Institut realisiert, das 2016 die Leitung und Koordination übernahm.
In den vergangenen beiden Jahren wurde das Programm in der sprachwissenschaftlichen Abteilung des Sorbischen Instituts unter der Leitung von Dr. Sonja Wölke einer gründlichen Qualitätskontrolle und einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. Im Ergebnis steht jetzt eine Rechtschreibkontrolle zur Verfügung, die der obersorbischen orthografischen Norm entspricht.
Seit 2016 wird die Überarbeitung der Rechtschreibkontrolle im Rahmen der Initiative “Sorbische Sprache in den neuen elektronischen Medien” durch die Stiftung für das sorbische Volk gefördert. Dafür stellen der Freistaat Sachsen, der Bund und das Land Brandenburg zusätzliche Mittel zur Verfügung.
Zum Download bereit sind Tools für die aktuellen Office-Programme Libre-/OpenOffice und Softmaker Office sowie für den Browser Firefox und das E-Mail-Programm Thunderbird. Ein Rechtschreibmodul für Microsoft Office 2010 und 2013 ist auf der Seite des WITAJ-Sprachzentrums verfügbar. Die Einbindung in die aktuellen Versionen dieses weit verbreiteten Office-Pakets ist wünschenswert, aber ohne Entgegenkommen von Microsoft nicht realisierbar.
Gleichzeitig erhielt die Internetpräsentation www.soblex.de im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk ein überarbeitetes, auf verschiedene Bildschirmgrößen und für mobile Endgeräte optimiertes Design (responsive design). Auch eine neu entwickelte App für Android-Systeme, die einen schnellen Zugriff und eine Offline-Verfügbarkeit des Wortbestandes ermöglicht, ist ab Juli 2017 unter dem Namen „soblex – Prawje pisać“ verfügbar. Sie ergänzt die bereits seit Ende 2015 angebotene App „Prawje pisać“ für iOS-Geräte.
Derzeit wird im Sorbischen Institut an der Erweiterung des erfassten Wortschatzes gearbeitet, eine neue Version ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen. Auch eine von Office-Programmen unabhängige Online-Rechtschreibkontrolle von Texten direkt im Browser steht für die Zukunft auf der Agenda.
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10. 3. 2017 – Band 63 der Schriften des Sorbischen Instituts erschienen

Deutsche Parteien in der sorbischen Oberlausitz 1945–1953.
Die politische Entwicklung in den zweisprachigen Kreisen nach dem Zweiten Weltkrieg

Autor: Michael Richter

» Domowina-Verlag Bautzen 2017

9.-11.6.2017 Jungakademisches Netzwerktreffen sorabistischer Forschung, Bautzen

Das Sorbische Institut lädt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum „Netzwerken“ nach Bautzen ein. Im Mittelpunkt des Treffens stehen der interdisziplinäre Austausch und die Vernetzung von Forschenden, die sich regional- oder themenspezifisch mit Sorben/Wenden befassen oder dies vorhaben. Dabei sind fachspezifische Beiträge z.B. der Linguistik, Kulturwissenschaft oder Geschichte ebenso willkommen wie transdisziplinäre Projekte aus der vergleichenden Minderheitenforschung oder den Digital Humanities.
Der Workshop bietet den Teilnehmenden an zwei Tagen ein Forum, um eigene Forschungsvorhaben zu präsentieren und zu diskutieren. Wer sein Forschungsvorhaben (z.B. Bachelor-, Master-, Magister- oder Doktorarbeit, Post-Doc-Projekt) vorstellen möchte, sollte eine Projektskizze (max. eine A4-Seite) zusammen mit einer Kurz-Vita (inkl. Fachrichtung, Wirkungsort und derzeitige Arbeitsschwerpunkte) zeitnah einreichen.

Außerdem soll das Netzwerktreffen dazu genutzt werden, um auf der Basis der vorgestellten Forschungen über ein sorabistisches Netzwerkverständnis zu reflektieren. So soll über Bedingungen und Perspektiven interdisziplinärer Zusammenarbeit nachgedacht werden. Themenvorschläge für Diskussionskreise sind erwünscht!
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27. 4. 2016 – Lětopis 2016/1 erschienen


28. 12. 2016: Neuerscheinung "Zur Integration sorbischer Personennamen ins Deutsche"

Autor: Volkmar Hellfritzsch

Kleine Reihe des Sorbischen Instituts 24
2016. 103 Seiten. A5-Broschur.
ISBN 978-3-9816961-3-4. 2,50 Euro

19. 12. 2016 – Öffentlicher Vortrag „Aschenputtel „femizisstisch“? Neuere Gender-Konzepte eines alten Märchenstoffes“

Datum: Montag, den 19. Dezember 2016, 14 Uhr
Ort: Serbski institut / Sorbisches Institut, Bahnhofstraße 6, Sitzungsraum 2. Etage‎
Das Märchen vom Aschenputtel (engl. "Cinderella ") zählt zu den zehn sogenannten "Leitmärchen" und erfährt alljährlich gerade zur Weihnachtszeit besondere Konjunktur. Der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (ČSSR/DDR, 1973) nach der Vorlage von Božena Němcovás Märchen ist seit Jahren fester Bestandteil im Weihnachtsprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender, und auch die gleich­namige Winterausstellung auf Schloss Moritzburg hat wieder geöffnet. Die Freiburger Volkskundlerin Sabine Wienker-Piepho hat im Rahmen ihrer lebenslangen Arbeiten zur historisch-vergleichenden Märchenforschung das berühmte und weltweit verbreitete Märchen aus vielen Blickwinkeln betrachtet. In ihrem Vortrag in Bautzen fragt sie nach Gründen für die weltweite Popularität, nach Genese und Geschichte dieses Märchens, sowie nach den jeweiligen Instrumentalisierungen und den neueren und neuesten Interpretationen zwischen Feminismus, Narzissmus, Kitsch und Kommerz.
Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho hat als Dozentin an den Universitäten in Philadelphia (USA), Vilnius, Jyväskylä (Finnland), Tartu (Estland), Minsk, Innsbruck, Münster, Augsburg, Bayreuth und München gearbeitet und unterrichtet momentan an den Universitäten Jena und Zürich. Sie repräsentiert die Kommission für Volksdichtung der Société Internationale dʻEthnologie et de Folklore und die Märchen-Stiftung Walter Kahn.

23. 11. 2016 – Öffentlicher Vortrag: Kulturelle Identität und Raum. Die Konstitution des sorbischen Siedlungsgebiets als sozialer Prozess

Am Mittwoch, den 23. 11. 2016, laden wir Sie zum öffentlichen Vortrag "Kulturelle Identität und Raum. Die Konstitution des sorbischen Siedlungsgebiets als sozialer Prozess" in den Sitzungssaal des Sorbischen Instituts in Bautzen um 14.00 Uhr ein.
Der Vortrag beschäftigt sich mit Fragen, die im Rahmen politischer Planungen in der Lausitz aufgeworfen werden. Diese betreffen die Bestimmung des sorbischen Siedlungsgebietes sowie die Beschreibung von Maßnahmen, die dem Erhalt und der Förderung der sorbischen Kultur dienen sollen. Sie verlangen eine Klärung, was unter Kultur zu verstehen ist und wie sich Kultur und Raum zueinander verhalten. Aus Sicht der Regionalentwicklung kann zudem eine starke regionale Identität und somit auch die sorbische Kultur als eine regionale Ressource verstanden werden. Eine weitere Frage ist, wie dieser allgemeine gesellschaftliche „Nutzen“ der sorbischen Kultur für die Region insgesamt gefördert werden kann. Im Vortrag werden diese Fragen vor dem Hintergrund allgemeiner gesellschaftlicher Trends diskutiert.

Zum Referenten: Herr Dr. Lutz Laschewski arbeitet am Hanseatic Institute for Entrepreneurship and Regional Development (HIE-RO) an der Universität Rostock. Zudem ist er Lehrbeauftragter für „Sozialwissenschaftliche Umweltfragen“ an der BTU Cottbus und Sprecher der Sektion Land- und Agrarsoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die integrierende ländliche Entwicklung und die nachhaltige Landnutzung.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!

26. 11. 2016 – Tagung "Das (sorbische/wendische) gute Leben – Entwicklungsperspektiven für die Lausitz"

26. November 2016 11.00 - 18.00 Uhr, Senatssaal der BTU Cottbus, Hauptgebäude Zentralcampus

Die Debatte um die Zukunft der Lausitz – insbesondere „nach der Kohle“ – nimmt Fahrt auf. Wo viele insbesondere auf die Wirtschaftsförderung schauen, wollen wir mit der Tagung wieder einen Schritt zurück treten und die kulturellen Potentiale der Lausitz in den Blick nehmen. Wir wollen auf die lokalen und regionalen Identitäten schauen und daraus Entwicklungsperspektiven für die Lausitz ableiten und diskutieren. Regionale Identität ist ein Schlüsselelement der Institutionalisierung von Region und Voraussetzung regionalpolitischer Handlungen, die darauf basieren müsses, dass eigenmotivierte, lokale Akteure selbstständig ihr Handeln an übergeordneten Zielsetzungen ausrichten.

Anmeldung bei Daniel Häfner unter rls_cottbus@web.de.
Weitere Informationen und Programm

17.–19. 11. 2016 – Internationale Konferenz „Dimensionen kultureller Sicherheit bei ethnischen und sprachlichen Minderheiten - Dimensions of Cultural Security for National and Linguistic Minorities", International Symposium

Vom 17. bis 19. November 2016 lud das Sorbische Institut zur internationalen Konferenz mit dem Titel “Dimensionen kultureller Sicherheit bei ethnischen und sprachlichen Minderheiten” ins Haus der Sorben in Bautzen/Budyšin ein. Mitveranstalter waren der Lehrstuhl Québec- und Kanadastudien (CRÉQC) an der Université du Québec à Montréal (UQÀM) in Kanada und die Fakultät für Soziale Entwicklung und Westchina-Entwicklungsstudien der Universität Sichuan in China.
Kulturelle Sicherheit ist ein vielseitiger Begriff innerhalb der Sozialwissenschaften. Er wurde sowohl zur Beschreibung der Außenpolitik von Nationalstaaten bei internationalen Handelsabkommen benutzt, die auf Ausnahmeregelungen im kulturellen Bereich zielen, als auch zur Untersuchung der zwischenstaatlichen Vereinbarungen hinsichtlich der Plünderung von kulturellen Artefakten während bewaffneter Konflikte. Der Begriff der kulturellen Sicherheit wurde auch aber auf innenpolitischer Ebene des Minderheitenschutzes angewendet, insbesondere im Fall der indigenen Bevölkerung Australiens. In diesem Sinne zielt kulturelle Sicherheit für ethnische/sprachliche Minderheiten wie die Lausitzer Sorben auf gesellschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, durch politische Mitbestimmung ein Gefühl von Zugehörigkeit zu ihrem Staat zu entwickeln und gleichzeitig ihre kulturelle Souveränität zu stärken. Für multinationale Staaten ist die Gewährung kultureller Sicherheit für historische Minderheiten insbesondere von Bedeutung, da sie ein soziales, gleichberechtigteres Zusammenleben von Mehrheit und Minderheit sowie einen interkulturellen Dialog ermöglicht und damit zur politischen Stabilität und staatlichen Sicherheit beiträgt.
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Die Dimensionen kultureller Sicherheit sind also vielseitig und komplex und erfordern eine Vertiefung in Theorie und Praxis. Zu diesem Zweck werden sich rund zwanzig Forscher aus verschiedenen Sozialwissenschaften (Politik, Geschichte, Kulturwissenschaft, Anthropologie, Linguistik, Geographie) vom 17. bis zum 19. November im Haus der Sorben in Bautzen treffen. Im Rahmen dieser Konferenz wurden Teilnehmer dazu eingeladen, Fallstudien aus Europa, Kanada, Asien und Lateinamerika darzustellen, die sich auf verschiedene Dimensionen der kulturellen Sicherheit bei ethnischen und sprachlichen Minderheiten konzentrieren wie etwa staatliche Stabilität, Nations- und Staatsbildungsprozesse, Minderheitenrecht und -institutionen, Siedlungsgebiet und Heimatverlust, Umgang mit kulturellem Erbe und Revitalisierung der Minderheitensprache.
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‎Finanziell unterstützt durch die Landesdirektion des Freistaates Sachsen und die Association internationale des études québécoises (AIEQ)
war die Konferenz Dimensionen kultureller Sicherheit bei ethnischen und sprachlichen Minderheiten das Resultat einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Sorbischen Institut/Serbski institut, dem Lehrstuhl Québec- und Kanadastudien (CRÉQC) an der Université du Québec à Montréal (UQÀM) und der Fakultät für Soziale Entwicklung und Westchina-Entwicklungsstudien der Universität Sichuan.

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Cultural security is a polysemic notion in social sciences. It has been used to describe the foreign policy of nation-states seeking cultural exemption provisions in trade agreements to promote their cultural assets and secure it as well as to study international regulations against the looting of cultural artefacts during armed conflicts. The notion of cultural security has also been introduced on the level of domestic policy to analyse state measures aimed at protecting historical minorities, as in the specific cases of aboriginal peoples in Australia. In this sense cultural security of ethnic and linguistic minorities like the Lusatian Sorbs covers the social conditions and institutional context allowing their members to develop a sense of belonging to the state through political participation and simultaneously strengthen their autonomy in cultural spheres. Multinational states providing a form of cultural security to their historical minorities are likely to receive substantial benefits from it, insofar as it allows majority and minority groups to coexist on a more equal footing, which in turn ensures intercultural cohesiveness and thus contributes to political stability and state security.

The dimensions of cultural security are diverse and complex, and need more analysis both in terms of theory and practice. To this end, around 20 researchers from a variety of social science fields (political science, history, sociolinguistics, cultural studies, anthropology, geography) will meet from 17 to 19 November in Bautzen (Sorbisches Haus, Postplatz 2). In the course of this conference, participants were invited to present case studies from different parts of the world (Europe, Canada, Asia, Latin America) reflecting various dimensions of cultural security for ethnic and linguistic minorities : state stability, nation-building and state-building processes, minority rights, minority dilemmas between modernity and tradition in relation to cultural practices, territorial autonomy and the lost of homeland as well as revitalisation strategies of minority languages. This conference was made possible thanks to the financial support of the Free State of Saxony and the Association internationale des études québécoises (AIEQ), and is the outcome of a close cooperation between the Sorbian Institute, the Canada Research Chair in Quebec and Canadian Studies (CRÉQC) and the Faculty of Social Development and Western China Development Studies at the University of Sichuan.

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La sécurité culturelle est un concept polysémique dans les recherches en sciences sociales. Elle a servi à décrire tant la politique étrangère d’exception culturelle mise de l’avant par différents États que les réactions internationales concertées contre le pillage du patrimoine mondial durant les conflits armés. Cette notion a également été utilisée en politique intérieure, notamment pour définir des politiques de protection des minorités ethniques historiques, en particulier dans le cas des peuples aborigènes en Australie. Trouvant son fondement dans les différents contextes sociaux et institutionnels, la sécurité culturelle des minorités ethniques et linguistiques, telles que les Sorabes de Lusace, permet à leurs membres de développer un certain sentiment d’appartenance au sein de leur État tutélaire et de réaffirmer leur autonomie dans les sphères culturelles. Dans les contextes multinationaux, les États assurant une forme de sécurité culturelle à leurs minorités historiques en tirent des avantages considérables dans la mesure où elle jette les bases d’un dialogue interculturel et d’un vivre-ensemble plus équitable entre majorité et minorité(s), ce qui contribue en revanche à la stabilité politique et à la sécurité étatique.

Les dimensions de la sécurité culturelle sont complexes et multiples et gagnent à être approfondies, tant au niveau de la théorie que de la pratique. Une vingtaine de chercheurs provenant des divers horizons des sciences sociales (science politique, histoire, sociolinguistique, études culturelles, anthropologie, géographie) se réuniront à cette fin du 17 au 19 novembre à Bautzen (à la Sorbisches Haus, Postplatz 2). Dans le cadre de ce colloque, les participants ont été invités à présenter des études de cas touchant à différentes dimensions de la sécurité culturelles des minorités ethniques et linguistiques dans diverses parties du monde (Europe, Canada, Asie, Amérique latine) : la stabilité étatique, les processus de construction de la nation et de l’État, le droit des minorités, l’autonomie territoriale et la perte de la terre natale (homeland/Heimat), les dilemmes identitaires entre modernité et tradition, de même que les stratégies de revitalisation des langues minoritaires. Ce colloque international a été rendu possible grâce à l’appui financier du Land de Saxe et de l'Association internationale des études québécoises (AIEQ) et est le fruit d’une étroite collaboration entre l’Institut sorabe, la Chaire de recherche du Canada en études québécoises et canadiennes (CRÉQC) et l’Université de Sichuan.
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Programm/Program

27. 10. 2016 – Öffentlicher Abendvortrag „Akademiker auf Arbeitssuche. Lebenslagen des evangelischen Pfarrernachwuchses im 18. Jahrhundert“ in Bautzen

Am Donnerstag, den 27. Oktober 2016, lädt das Sorbische Institut um 19:00 Uhr zu einem Abendvortrag von Friedrich Pollack M. A. zum Thema „Akademiker auf Arbeitssuche. Lebenslagen des evangelischen Pfarrernachwuchses im 18. Jahrhundert“ in die Bautzener Röhrscheidtbastei ein.

Der Vortrag wirft eine ebenso einfache wie bedeutende Frage auf: Wie fand ein durchschnittlicher Hochschulabsolvent im 18. Jahrhundert eigentlich eine angemessene Arbeit? Am Beispiel des evangelischen Pfarrernachwuchses in der sorbischen Oberlausitz soll dargelegt werden, welche beruflichen Optionen jungen Männern nach ihrer Rückkehr von der Universität eigentlich offenstanden, wie die Arbeitsvermittlung damals funktionierte und wie sich die Zeit zwischen Studienende und Berufseinstieg überbrücken ließ. Auf Basis neu erschlossener Quellen wird dabei auch nach den Ursachen für das Scheitern individueller Karrierepläne zu fragen sein – denn längst nicht jeder Studierte fand seinerzeit auch eine passende Anstellung.

26. 10. 2016 – Vortrag Prof. Dr. Christian Prunitsch „Der zweiseitige Dichter. Literarische Verhandlungen sorbischer Identität bei Kito Lorenc“

26. Oktober 2016, 15:00 Uhr
Serbski muzej / Sorbisches Museum
Festsaal, Ortenburg 3, 02625 Bautzen

24. 10. 2016 – Lětopis 2016/2 erschienen


14. Gläsernes Regierungsviertel – 20. 8. 2016

Tag der offenen Tür der Sächsischen Staatsregierung am 20. August 2016 in der Sächsischen Staatskanzlei. Mit dabei die Lausitzer Sorben, vertreten durch das Sorbische Institut
Auch in diesem Jahr lud die Sächsische Staatsregierung zum Tag der offenen Tür in die Sächsische Staatskanzlei ein. Am 20. August 2016 bot sich allen Interessierten die Möglichkeit einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Landesregierung zu bekommen.
Die Lausitzer Sorben, vertreten durch das Sorbische Institut, waren in der 1. Etage der Staatskanzlei zu finden. Die sorbische Sprache und Kultur heute, die Sorben als slawische Minderheit in Deutschland oder Sorbisch lernen, aber wie? – waren nur einige Themenfelder, zu denen die Gäste Antworten fanden. Zahlreiche BesucherInnen blieben beim Stand des Sorbischen Instituts stehen. Sie wurden in sorbischer Tradition mit Brot und Salz begrüßt, nahmen teil am Quiz zu sorbischen Fragen, informierten sich über die Sorben und unterhielten sich mit Mitarbeiterinnen über die Arbeit des Sorbischen Instituts. Viele Kinder freuten sich über die Möglichkeit zum Basteln, so dass sich die Eltern in der Zwischenzeit über sorbische Themen informieren konnten.
Viele weitere interessante Programmpunkte warteten auf die Besucher des 14. Gläsernen Regierungsviertels. Neben zahlreichen Infoständen, die über die Arbeit der Verwaltung informierten, wurden Führungen durch die Staatskanzlei angeboten. Besichtigt wurde unter anderem der Kabinettsraum, das Büro von Ministerpräsident Tillich und das Medienzentrum der Staatskanzlei. Der traditionelle Frühschoppen mit Ministerpräsident Tillich und seinen Kabinettskollegen gab Gelegenheit, mit Ministern und Staatssekretären ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

12. 5. 2016 – Band 61 der Schriften des Sorbischen Instituts erschienen


Sorbische Interessen und staatliche Minderheitenpolitik in der DDR

Quellenedition (1947–1961)

Autor: Peter Schurmann

» Domowina-Verlag Bautzen 2016

17. 8. 2017: Lesung und Gespräch

Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen
» Informationen

23.–25.11.2017: Internationale Konferenz in Bautzen

Reformation und Ethnizität. Sorben, Letten und Esten im 16. und 17. Jahrhundert
» Informationen

INFORMATIONSTAG BRANDENBURG.DIGITAL - Digitale Nachhaltigkeit am 13.9.2017 in Potsdam

20. 6. 2017 Neues Drittmittelprojekt zur Sichtung und Digitalisierung zentraler Dokumente der sorbischen Zeitgeschichte

16. 6. 2017 Neue Rechtschreibtools für Obersorbisch online bereitgestellt

Marie Skłodowska-Curie Actions

“Expression of Interest” for hosting Fellows

Band 63 der Schriften des Sorbischen Instituts erschienen

Michael Richter: Deutsche Parteien in der sorbischen Oberlausitz 1945–1953.
Die politische Entwicklung in den zweisprachigen Kreisen nach dem Zweiten Weltkrieg
SORBISCHES INSTITUT - SERBSKI INSTITUT
Bahnhofstraße/Dwórnišćowa 6
D-02625 Bautzen/Budyšin