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„Das Dorf verändert sich, und wir mit ihm“: Fotografische Reflexionen aus dem sorbischen „Niederland“


Noch vor 50 Jahren war das katholische sorbische Dorf ein sozialer Mikrokosmos und Lebensraum ganz eigener Art. Die gemeinsame Lebensgrundlage war die bäuerliche Landwirtschaft, auch Arbeiter oder Handwerker waren Nebenerwerbslandwirte. Die Geschlossenheit der Region lag in einem katholischen Milieu begründet, das sich im 19. Jahrhunderts zu etablieren begann und noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg bestehen blieb. Sprache, Religion und Volkskultur entwickelten sich in Verbindung zum ländlichen Wirtschaftsleben. Die traditionelle dörfliche Lebensweise und die sozialen wie konfessionellen Kontrollmechanismen blieben bei den Sorben länger erhalten und stabilisierten das Milieu – sowohl im Nationalsozialismus als auch im Sozialismus à la DDR. Spätestens mit Kollektivierung der Landwirtschaft und Gründung der LPGs Ende der 1950er-Jahre begann sich die Dorfidylle aufzulösen. Nun nach der politischen Wende von 1989 und mit der industrialisierten Landwirtschaft wurden die Dörfer endgültig zu entagrarisierten Wohngemeinschaften. Wie sich dieser Prozess gestaltete, soll anhand einer vorliegenden fotografischen Dokumentation über fünf Jahrzehnte hinweg demonstriert und aus kulturwissenschaftlicher Perspektive theoretisch aufgearbeitet werden.

Projektbearbeiter: Martin Walde

9.-11.6.2017 Jungakademisches Netzwerktreffen sorabistischer Forschung

Im Sommer treffen sich JungakademikerInnen sorabistischer Forschung in Bautzen.

Lětopis 2016/2 erschienen

SORBISCHES INSTITUT - SERBSKI INSTITUT
Bahnhofstraße/Dwórnišćowa 6
D-02625 Bautzen/Budyšin