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Koło serbskich hudźbnikow
Arbeitskreis sorbischer Musikschaffender


Laufzeit: (1951, 1954), 1956-1989, (1991)
Umfang: ca. 300 Verzeichniseinheiten
Erschließungszustand: Die im SKA vorhandenen Akten sind vollständig erschlossen.

Bestandsbildner:
Der Arbeitskreis sorbischer Musikschaffender (Koło serbskich hudźbnikow) wurde 1957 als Berufsvereinigung sorbischer Komponisten, Musiker, Musikwissenschaftler und Musikpädagogen gegründet. Damit sollte die Tätigkeit der Musikabteilung der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Maćica Serbska (sowie nach 1947 der Domowina) eine Fortsetzung finden. 1972 erhielt er den Status eines Bezirksverbands im Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR, 1982 wurde er als Mitglied in den Musikrat der DDR aufgenommen. Der Arbeitskreis fungierte als Beratungsorgan in kulturpolitischen und künstlerischen Angelegenheiten.

Das Wirken des Verbandes umfasste im Wesentlichen drei Schwerpunkte:
- Diskussion, Aufführung und Verbreitung eigener Werke, d.h. moderner sorbischer Kompositionen.
- Pflege des sorbischen Musikerbes, sei es Volks- oder Kunstmusik.
- Organisatorische und künstlerische Unterstützung der verschiedensten Formen des sorbischen Musiklebens, besonders der Laienmusik (beispielsweise Folklore-, Kinder- od. Tanzmusik).

Es wurden Rundfunk- und Porträtkonzerte, Kammermusikreihen, Fachtagungen sowie spezielle Programme (z. B. Tage der sorbischen Musik 1979, 1982, 1986) veranstaltet. Die Aktivitäten umfassten Noten- und Schallplatteneditionen ebenso wie die praktische Anleitung von Chören und Orchestern. Der Arbeitskreis sorbischer Musikschaffender ging 1991 durch Beitritt im Sorbischen Künstlerbund e. V. auf.

Zu den Mitgliedern zählten Komponisten, Interpreten und Lehrer, u.a. Georg Wiener (Jurij Winar, 1909-1991), Dr. Jan Raupp (Jan Rawp, 1928-2007), Lubina Raupp, geb. Hollan (Lubina Rawpowa-Holanec, 1927-1964), Jan Paul Nagel (Jan Pawoł Nagel, 1934-1997), Detlev Kobela (Detlef Kobjela, * 1944), Jan Bulang (Jan Bulank, 1931-2002), Alfons Janze (Alfons Janca, 1933-1989), Benno Nikolaides (Beno Njekela, 1934-1998), Jan Thiemann (* 1943), Achim Brankatschk (Achim Brankačk, 1926-2013), Juro Mětšk (* 1954), Thomas Sauer (Tomaš Žur, * 1954).

Vorsitzende: Georg Wiener (Jurij Winar) (1957-60), Jan Raupp (Jan Rawp) (1960-66/ 1972-80), Jan Paul Nagel (Jan Pawoł Nagel) (1966-72/ 1990), Jan Bulang (Jan Bulank) (1980-90) , Juro Mětšk (1990-91)
Sekretär: Jan Raupp (Jan Rawp), Detlev Kobela (Detlef Kobjela)

Mitteilungen über den Arbeitskreis bzw. Mitteilungen des Arbeitskreises finden sich in der Zeitung „Nowa doba“, der Zeitschrift „Rozhlad“.
Literatur: Jan Rawp, Serbska Hudźba/ Sorbische Musik, Budyšin/Bautzen 1978; Měrko Šołta, Komponistenvereinigung, in: Sorbisches Kulturlexikon, Franz Schön, Dietrich Scholze (Hgg.), Bautzen, 2014, S. 202-203

Bestand:
Den Grundstock der im Sorbischen Kulturarchiv vorhandenen Materialien des Arbeitskreises sorbischer Musikschaffender bilden Akten des Vorstandsmitgliedes Juro Mětšk. Dieser wurde dem SKA im Frühjahr 1994 übergeben. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Materialien des Vorstandes von der Mitte der 1970-er Jahre bis zum Ende der 1980-er Jahre. Es finden sich Pläne, Protokolle und Berichte, Korrespondenz und Mitteilungen, Verträge, Material zu den Tagen der sorbischen Musik, Konzeptionen für musikalische Veranstaltungen, Programme, Rundschreiben der Bezirksverbände und Finanzunterlagen.
In den letzten Jahren übernahm das SKA umfangreiches Notenmaterial, welches im Rahmen der Tätigkeit des Arbeitskreises gesammelt worden war. Es macht derzeit ca. ¾ des gesamten Bestandes aus und beinhaltet Kompositionen von Willy Hellerscheidt, Marhata Cyžec-Korjeńkowa, Marc Delmas, Bernd Weinreich, Hans-Wilhelm Hösl, Hubert Kross, Johannes Werner, Georg Wiener (Jurij Winar), Peter Langhof, Jan Miller, Jan Paul Nagel (Jan Pawoł Nagel), Dieter Nowka, Július Kowalski, Kurt Karnauke, L. Steffen, Gerhard Paulik, Bernhard Schneider (Bjarnat Krawc), Ludwik Szszyrba, Jan Thiemann, Jan Bulang (Jan Bulank), Benno Nikolaides (Beno Njekela), Heinz Roy (Hinc Roj), Jan Ziesche (Jan Cyž), Jan Chlebníček, Alfons Janze (Alfons Janca), Karl August Katzer (Korla Awgust Kocor), Detlev Kobela (Detlef Kobjela), Helmut Fritsche, Jan Raupp (Jan Rawp) und Juro Mětšk sowie einzelne Liedkompositionen weiterer Musikschaffender.
Der Bestand ist eine wichtige Quelle zur Darstellung des sorbischen Musikschaffens und -lebens während der DDR-Zeit.

9.-11.6.2017 Jungakademisches Netzwerktreffen sorabistischer Forschung

Im Sommer treffen sich JungakademikerInnen sorabistischer Forschung in Bautzen.

Lětopis 2016/2 erschienen

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