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In Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in die Webseite des Sorbischen Instituts eine Vorlesefunktion für Deutsch implementiert. Leider ist eine entsprechende Technologie für die beiden sorbischen Schriftsprachen nicht verfügbar. Das Sorbische Institut ist sich dieser Problematik bewusst und sondiert zurzeit mit Partnern die Entwicklung einer entsprechenden Software. Außerdem bereiten sorbische Ausdrücke in deutschem Text der deutschen Vorlesefunktion erkennbar Schwierigkeiten. Wir bitten dafür um Verständnis, da wir nicht allein aus diesem Grund auf die sorbischen Ausdrücke verzichten möchten.

Die oben genannte Maßnahme wurde finanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Sorbische Erinnerungsorte in der Moderne

Als Erinnerungsorte (nach Pierre Nora) werden in der Forschung historische Bezugspunkte verstanden, die nach allgemeiner Auffassung von besonderer Wichtigkeit sind und die dadurch als „Kristallisationspunkte des kollektiven Gedächtnisses“ Identität aus Erinnerung stiften. Diese Erinnerungsorte können sowohl reale Orte eines historischen Geschehens sein (z. B. Städte, Gebäude, Länder). Sie können aber auch als Orte im übertragenen Sinne verstanden werden (z. B. Bücher, Persönlichkeiten, Mythen), insofern sie Erinnerungen bündeln.
Auch das (angenommene) sorbische kollektive Gedächtnis kennt eine ganze Reihe solcher Erinnerungsorte, die sich in Texten, Bildern, Symbolen, Ritualen, Denkmälern oder sprachlichen Wendungen verdichtet haben. Sie besitzen symbolische Bedeutung für das Selbstverständnis der Sorben als Sprach- und Kulturgemeinschaft, als Minderheit, als Volk.
Ziel des interdisziplinären Projektes ist eine kritische Beschäftigung mit zentralen Erinnerungsorten im sorbischen Kontext. Gefragt werden soll, wann, wie und warum diese „kollektiven Merkzeichen“ entstanden sind und wie sich ihr symbolischer Gehalt und ihr identitätsstiftendes Potential im Laufe der Zeit gewandelt haben. Es geht demnach nicht um die faktografische Beschreibung „nationalgeschichtlicher“ Zusammenhänge, sondern um eine kritische, wissensgeschichtliche Auseinandersetzung mit denselben.
Ausgegangen wird von einer Pluralität sorbischer Erinnerungsorte, die zum Teil in Konkurrenz zueinander stehen und an verschiedenartige Erinnerungstechniken geknüpft sein können. Mögliche Themenkomplexe lauten:
  • Serbski kraj. Die Lausitz als Kulturraum
  • Prócowarjo. Personen und Personenkult
  • Verbände und Institutionen
  • Geschichtsbilder
  • Mythen, Rituale und Symbole
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Projektbearbeiter/innen: Susanne Hose , Maria Mirtschin , Friedrich Pollack

Neuerscheinung: Schriften des Sorbischen Instituts 64

Lubina Mahling "Um der Wenden Seelenheyl hochverdient ─ Reichsgraf Friedrich Caspar von Gersdorf"

23.–25.11.2017: Internationale Konferenz in Bautzen

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