Serbski Institut Serbski Institut Mobil
Navigation

Sorbische Erinnerungsorte in der Moderne

Als Erinnerungsorte (nach Pierre Nora) werden in der Forschung historische Bezugspunkte verstanden, die nach allgemeiner Auffassung von besonderer Wichtigkeit sind und die dadurch als „Kristallisationspunkte des kollektiven Gedächtnisses“ Identität aus Erinnerung stiften. Diese Erinnerungsorte können sowohl reale Orte eines historischen Geschehens sein (z. B. Städte, Gebäude, Länder). Sie können aber auch als Orte im übertragenen Sinne verstanden werden (z. B. Bücher, Persönlichkeiten, Mythen), insofern sie Erinnerungen bündeln.
Auch das (angenommene) sorbische kollektive Gedächtnis kennt eine ganze Reihe solcher Erinnerungsorte, die sich in Texten, Bildern, Symbolen, Ritualen, Denkmälern oder sprachlichen Wendungen verdichtet haben. Sie besitzen symbolische Bedeutung für das Selbstverständnis der Sorben als Sprach- und Kulturgemeinschaft, als Minderheit, als Volk.
Ziel des interdisziplinären Projektes ist eine kritische Beschäftigung mit zentralen Erinnerungsorten im sorbischen Kontext. Gefragt werden soll, wann, wie und warum diese „kollektiven Merkzeichen“ entstanden sind und wie sich ihr symbolischer Gehalt und ihr identitätsstiftendes Potential im Laufe der Zeit gewandelt haben. Es geht demnach nicht um die faktografische Beschreibung „nationalgeschichtlicher“ Zusammenhänge, sondern um eine kritische, wissensgeschichtliche Auseinandersetzung mit denselben.
Ausgegangen wird von einer Pluralität sorbischer Erinnerungsorte, die zum Teil in Konkurrenz zueinander stehen und an verschiedenartige Erinnerungstechniken geknüpft sein können. Mögliche Themenkomplexe lauten:
  • Serbski kraj. Die Lausitz als Kulturraum
  • Prócowarjo. Personen und Personenkult
  • Verbände und Institutionen
  • Geschichtsbilder
  • Mythen, Rituale und Symbole
‎‎‎‎

Projektbearbeiter/innen: Susanne Hose , Maria Mirtschin , Friedrich Pollack

20. 6. 2017 Neues Drittmittelprojekt zur Sichtung und Digitalisierung zentraler Dokumente der sorbischen Zeitgeschichte

22. 6. 2017 13:30 Uhr Öffentlicher Vortrag

L. Budilová & Doc. PhDr. Marek Jakoubek, PhD. et PhD. (Prag) “A (sad) mission of Gottlob Kowal in the only Czech village in Bulgaria – Voyvodovo”
» Informationen

16. 6. 2017 Neue Rechtschreibtools für Obersorbisch online bereitgestellt

Marie Skłodowska-Curie Actions

“Expression of Interest” for hosting Fellows

Band 63 der Schriften des Sorbischen Instituts erschienen

Michael Richter: Deutsche Parteien in der sorbischen Oberlausitz 1945–1953.
Die politische Entwicklung in den zweisprachigen Kreisen nach dem Zweiten Weltkrieg
SORBISCHES INSTITUT - SERBSKI INSTITUT
Bahnhofstraße/Dwórnišćowa 6
D-02625 Bautzen/Budyšin