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Wortbildung im Obersorbischen (BZ)


Die Beschreibung der Wortbildung mit modernen Methoden stellt ein aktuelles Forschungsdesideratum sowohl für das Ober- als auch für das Niedersorbische dar. Im Projekt steht das Obersorbische im Mittelpunkt – hier wurden bisher einige wenige Überblicksdarstellungen veröffentlicht (M. Just, M. Krječmar, F. Michałk, H. Šewc) sowie einzelne Monografien zu speziellen Einzelproblemen (T. Lewaszkiewicz, M. Milewska-Stawiany). Dabei wurden vorwiegend klassische Wortbildungsverfahren wie die Derivation und Komposition untersucht. Daher wird als Fernziel eine Gesamtdarstellung der Wortbildung der obersorbischen Schriftsprache der Gegenwart, in der alle Möglichkeiten der Wortbildung erfasst und beschrieben werden, angestrebt. Aufgrund der Forschungslage und der begrenzten Ressourcen macht sich ein schrittweises Vorgehen notwendig. Die Arbeit am Beitrag zur Wortbildung im Obersorbischen für den HSK-Band „Word-Formation“ hat gezeigt, dass es im Sorbischen noch zahlreiche Forschungslücken zu schließen gilt, z. B. hinsichtlich des tatsächlichen Gebrauchs von Wortbildungsmitteln oder Wortbildungsverfahren. Ausgehend davon werden von der Projektbearbeiterin ausgewählte Einzelprobleme mit dem Schwerpunkt Wortbildung der Substantive und Adjektive in Form von Aufsätzen bearbeitet. Eine der dringlichsten Aufgaben ist dabei die Schaffung eines geeigneten Begriffsapparats, der sich an der aktuellen Entwicklung in der Wortbildungsforschung orientiert. Dafür werden neuere Publikationen über die Wortbildung in anderen (slawischen) Sprachen ausgewertet und auf eine Anwendung für das Obersorbische überprüft.
Als Materialgrundlage dienen neben den größeren obersorbischen Wörterbüchern vor allem das digitale Textkorpus des Obersorbischen (im Korpusauswahlmenü „hotko“ wählen), was sich u. a. für die Verifizierung von Aussagen über den Nutzungsgrad und die Produktivität bestimmter Affixe im Rahmen der Derivation anbietet.

Projektbearbeiterin: Anja Pohontsch (BZ)

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