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In Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in die Webseite des Sorbischen Instituts eine Vorlesefunktion für Deutsch implementiert. Leider ist eine entsprechende Technologie für die beiden sorbischen Schriftsprachen nicht verfügbar. Das Sorbische Institut ist sich dieser Problematik bewusst und sondiert zurzeit mit Partnern die Entwicklung einer entsprechenden Software. Außerdem bereiten sorbische Ausdrücke in deutschem Text der deutschen Vorlesefunktion erkennbar Schwierigkeiten. Wir bitten dafür um Verständnis, da wir nicht allein aus diesem Grund auf die sorbischen Ausdrücke verzichten möchten.

Die oben genannte Maßnahme wurde finanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Ein Land, viele Völker: Transkulturalität in der frühneuzeitlichen Geschichtsschreibung der Lausitz


Der sorbisch-deutsche Pfarrer Abraham Frentzel (1656–1740) wurde bereits von Zeitgenossen zu den bedeutendsten Figuren der Lausitzer Wissenschafts- und Gelehrtengeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts gezählt. Als Philologe und Sprachforscher, als Geschichtsschreiber sowie als aufmerksamer Beobachter von „Sitten und Gebräuchen“ kann er zugleich als einer der vielseitigsten und produktivsten Väter der frühmodernen Sorabistik betrachtet werden. Frentzels umfangreiches OEuvre sowie seine gelehrten Beziehungen wurden bislang nur partiell erforscht. Das Projekt will sich diesem Universalgelehrten und seinem (heute fast vergessenen) Werk in wissensgeschichtlicher Perspektive nähern, wobei zunächst der Historiker Frentzel und sein landesgeschichtliches Hauptwerk, die Manuskript gebliebene „Historia populi et rituum Lusatiae Superioris“ (um 1720) im Fokus der Betrachtung stehen sollen. Darin entwarf er ein alternatives (und überraschend „modernes“) Narrativ für die Oberlausitzer Regionalgeschichte, das nicht bei der „großen Politik“, bei Fürsten und Ständen ansetzte, sondern sich für die „gemeinen Leute“ sowie die Begegnungen und Verflechtungen der verschiedenen Völker in der Region interessierte. Der „Geschichtsraum Oberlausitz“ trägt bei Frentzel somit eine deutlich transkulturelle Signatur avant la lettre. Nacheinander lässt er Römer und Germanen, Sorben und Deutsche, aber auch Schweden, Finnen, Esten, Letten, Litauer, Russen, Juden, Türken und viele weitere in seiner Erzählung aufziehen.

Projektbearbeiter: Friedrich Pollack

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30.4.2019 – Verbesserte Rechtschreibkontrolle

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