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In Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in die Webseite des Sorbischen Instituts eine Vorlesefunktion für Deutsch implementiert. Leider ist eine entsprechende Technologie für die beiden sorbischen Schriftsprachen nicht verfügbar. Das Sorbische Institut ist sich dieser Problematik bewusst und sondiert zurzeit mit Partnern die Entwicklung einer entsprechenden Software. Außerdem bereiten sorbische Ausdrücke in deutschem Text der deutschen Vorlesefunktion erkennbar Schwierigkeiten. Wir bitten dafür um Verständnis, da wir nicht allein aus diesem Grund auf die sorbischen Ausdrücke verzichten möchten.

Die oben genannte Maßnahme wurde finanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Kleine Reihe des Sorbischen Instituts 15


Die Entdeckung des Fremden

Wahrnehmung und Darstellung der Lausitzer Sorben im gelehrten Schrifttum des 17. und 18. Jahrhunderts

2012. 190 Seiten. A5-Broschur. 14 Abbildungen
ISBN 978-3-9813244-1-9. 5,00 Euro

Autor: Friedrich Pollack

Das Dokument ist komplett verfügbar im digitalen Repositorium academia.edu .

Seit sich die Chronisten und Geographen des fränkisch-deutschen Raumes im hohen Mittelalter erstmals intensiver mit ihren (heidnischen) slawischen Nachbarn beschäftigt hatten, war deren Nachkommen bislang wohl zu keinem weiteren Zeitpunkt wieder eine solch große literarisch-publizistische Aufmerksamkeit zuteil geworden, wie im 17. und 18. Jahrhundert. Das „unsichtbare Volk“ der Sorben, das aus den historischen Quellen für mehrere Jahrhunderte buchstäblich verschwunden war, gelangte erst am Vorabend der Moderne wieder ins Bewusstsein gelehrter Zeitgenossen und erregte nun ein wachsendes philologisches, historisches und volkskundliches Interesse in der Res publica litteraria.
Der Genese dieses frühen sorbenkundlichen Interesses widmet sich die Studie von Friedrich Pollack. Sie stellt die These auf, dass die Entfaltung der jungen sorabistischen Wissenschaft mit einer „Entdeckung des Fremden“ einherging, die in der Bevölkerung der zweisprachigen Lausitz einen tiefgreifenden mentalitätsgeschichtlichen Wandel einläutete. Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben ließen sich zunehmend zur Repräsentation einer neuen sozialen Ordnung verdichten, deren primäre Grundlage die (primordiale) Ethnizität des Einzelnen und nicht länger seine altständisch definierte Gruppenzugehörigkeit darstellte. Die Bevölkerung der Lausitz konnte nunmehr – zumal auf wissenschaftlicher Grundlage – in zwei Nationalitäten geschieden werden. Darin spiegelt sich im Ganzen auch die oft zitierte „Dialektik der Aufklärung“ exemplarisch wider: Denn die nunmehr postulierte dichotome Trennung zwischen „deutsch“ und „sorbisch“ bot (und bietet nach wie vor) Anschluss für Verteidiger wie auch Verächter des sorbischen Volkes.

Inhaltsverzeichnis

Rezensionen:

  • Jerzy Strzelczyk, in: Roczniki Historyczne 78 (2012), S. 336–338
  • Lubina Malinkowa, in: Rozhlad 62 (2012) 5, S. 33–35
  • Wilhelm Zeil, in: Lětopis 59 (2012) 2, S. 136–139
  • Jens Bulisch, in: Neues Lausitzisches Magazin 135 (2013), S. 166–167

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