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In Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in die Webseite des Sorbischen Instituts eine Vorlesefunktion für Deutsch implementiert. Leider ist eine entsprechende Technologie für die beiden sorbischen Schriftsprachen nicht verfügbar. Das Sorbische Institut ist sich dieser Problematik bewusst und sondiert zurzeit mit Partnern die Entwicklung einer entsprechenden Software. Außerdem bereiten sorbische Ausdrücke in deutschem Text der deutschen Vorlesefunktion erkennbar Schwierigkeiten. Wir bitten dafür um Verständnis, da wir nicht allein aus diesem Grund auf die sorbischen Ausdrücke verzichten möchten.

Die oben genannte Maßnahme wurde finanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

PRESSE


Ansprechpartnerin

Madlen Domaschke
Tel. +49 3591 4972-54
presse@serbski-institut.de

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Pressemeldungen




27.-29. Mai 2021: Jungakademisches Netzwerktreffen sorabistischer Forschung im online-Format

(Bautzen, 23.2.2021)

Das Sorbische Institut lädt junge Wissenschaftler:innen zum dritten Mal zum „Netzwerken“ ein. Im Mittelpunkt des Treffens stehen der interdisziplinäre Austausch und die Vernetzung von Forschenden, die sich regional- oder themenspezifisch mit Sorben/Wenden befassen oder dies vorhaben.

Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen findet das Netzwerken in diesem Jahr digital statt. Sollten es die allgemeinen Bedingungen zulassen, wird eine hybride Form angestrebt.

Drei aufeinander folgende Tage bieten den Teilnehmenden ein Forum, eigene Forschungsvorhaben zu präsentieren und zu diskutieren. Dabei sind fachspezifische Beiträge z.B. aus der Linguistik, der Kulturwissenschaft oder der Geschichtswissenschaft ebenso willkommen wie transdisziplinäre Projekte aus der vergleichenden Minderheitenforschung oder den Digital Humanities. Wer sein Forschungsvorhaben (z.B. Bachelor-, Master-, Magister- oder Doktorarbeit, Post-Doc-Projekt) vorstellen möchte, sollte eine Projektskizze (max. eine A4-Seite) zusammen mit einer Kurz-Vita (inkl. Fachrichtung, Wirkungsort und derzeitige Arbeitsschwerpunkte) einreichen.

Außerdem soll das Treffen wieder dazu dienen, das sorabistische Netzwerkverständnis zu reflektieren. Es soll weiter über Bedingungen und Perspektiven interdisziplinärer Zusammenarbeit nachgedacht werden. Themenvorschläge für Diskussionskreise sind erwünscht!

Die Arbeitssprachen sind Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch.

Ablauf:
Folgende digitale Zeitslots stehen zur Verfügung: 27.-29. Mai 2021 jeweils zwischen 11-16 Uhr. Für eine Projektvorstellung sind maximal 30 Minuten inkl. Diskussion vorgesehen. Nähere Abstimmungen bezüglich der inhaltlichen Gestaltung und Moderation einzelner Panels erfolgen nach Anmeldeschluss und werden von Mitarbeiter:innen des Sorbischen Instituts gemeinsam mit den Interessent:innen des Netzwerks übernommen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eventuelle Fahrtkosten können nicht erstattet werden.

Kontakt und Anmeldung:
Interessent:innen melden sich bitte bis spätestens 20. März 2021 per E-Mail bei:
Ankündigung des Netzwerktreffens vom 23.2.2021 zum Download (als PDF-Datei)


140 historische Dokumente beim Online-Wettbewerb entziffert

(Bautzen/Dresden, 20.2.2021)

Gewinner des Transcribathons am 18./19.2. ist Benjamin Spendrin, Student der Geschichte an der TU Darmstadt, der binnen 24 Stunden ganze 37 Dokumente aus Lausitzer Archiven transkribierte und mit Orts- und Personenangaben versah. Insgesamt wurden 140 Dokumente, zum Beispiel Briefe, Aktenblätter und Seiten aus Geschäftsbüchern, bearbeitet. Das entspricht genau 116.796 transkribierten Zeichen. Die vier Lausitzer Quellen, die das Staatsfilialarchiv Bautzen und Stadtarchiv Kamenz unkompliziert bereitstellten, wurden fast vollständig transkribiert.

Einen eher symbolischen Charakter haben die Buchpreise für die Erstplatzierten der außergewöhnlichen Citizen-Science-Aktion (Wissenschaft für und mit Bürger:innen), an der 15 Personen aktiv teilnahmen. Stille Beobachter gab es deutlich mehr. Die Teilnehmer:innen teilen das Interesse an alten Handschriften und ihre Freude am Transkribieren – vom Studierenden bis zum Ruheständler. Überraschenderweise spielte der regionale und thematisch-inhaltliche Bezug keine entscheidende Rolle bei der Entscheidung, mitzumachen. In der abschließenden Feedbackrunde gab es durchweg positive Reaktionen. Die meisten empfanden die gemeinsame Arbeit als sehr motivierend, ebenso die sofortige Sichtbarkeit des Fortschrittes und das Wissen, dass die Dokumente dauerhaft zugänglich bleiben.

Dr. Friedrich Pollack, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften am Sorbischen Institut und selbst Teilnehmer, zeigt sich sehr zufrieden: „Die Veranstaltung hat gezeigt, wozu Schwarmintelligenz im Stande ist. Das hat sehr großes Potenzial für die geschichts- und kulturwissenschaftliche Arbeit am Sorbischen Institut. Wir überlegen schon, wie wir solche Mitmach-Events in Zukunft vielleicht öfter anbieten können. An interessanten Dokumenten mangelt es in der sorbischen und Lausitzer Geschichte zweifelsfrei nicht.“


Martin Munke, SLUB-Referatsleiter: "Besonders spannend war die Zusammensetzung der Gruppe aus privat und beruflich Interessierten, aus Familienforscher:innen und Wissenschaftler:innen. Das ist genau das, was wir mit Citizen Science erreichen wollen: die Welten der ehrenamtlichen und der professionellen Auseinandersetzung mit wissenschaftlich relevanten Themen zusammenzubringen."

Am 18./19.2. konnten Interessierte in den virtuellen Räumen des Sorbischen Instituts und der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Lausitzer Industriegeschichte auf ganz ungewöhnliche Art entdecken – beim 24-stündigen Transcribathon „Sachsen at Work“. Bei dem Transkribier-Wettbewerb, einem europäischen Crowdsourcing-Projekt, entschlüsselten die Teilnehmer:innen historische Handschriften und übertrugen sie in eine maschinenlesbare Form. Danach verbleiben die Dokumente dauerhaft in der zentralen virtuellen Bibliothek für Geschichte und Kultur Europas europeana.eu verfügbar. Interessierte können auch nach dem Wettbewerb weitertranskribieren und einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung regionaler Geschichte leisten.

Das vom Institut "Facts & Files" organisierte Mitmach-Event ist ein gemeinsames Projekt mit der Europeana und der 4. Sächsischen Landesausstellung "500 Jahre Industriekultur in Sachsen". Die SLUB Dresden und das Sorbische Institut sind Veranstalter und Projektpartner.

Weitere Infos und Präsentation der Ergebnisliste: https://europeana.transcribathon.eu/runs/sachsen-at-work/saw-2021/
Medieninformation zum Transcribathon vom 20.2.2021 zum Download (als PDF-Datei)


Lausitzer Industriegeschichte entdecken – auf ganz ungewöhnliche Art! 24-Stunden-Transcribathon "Sachsen at Work. Digitale Industriekultur"

(Bautzen/Dresden, 12.2.2021)

Jetzt anmelden zum Transcribathon „Sachsen at Work“ am 18./19.2. in den virtuellen Räumen des Sorbischen Instituts und der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek. Bei dem virtuellen Wettbewerb im Transkribieren entschlüsseln die Teilnehmer:innen historische Handschriften, unter anderem aus Kamenz und Bautzen, und übertragen sie in eine maschinenlesbare Form. Der Transcribathon ist eine schöne Gelegenheit, sich von zu Hause aus mit der vielfältigen Industriegeschichte Sachsens und der Oberlausitz zu beschäftigen.

Dr. Friedrich Pollack, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften am Sorbischen Institut: „Interessierte können trotz geschlossener Museen in spannenden historischen Dokumenten blättern. Und sie können sprichwörtlich an der Geschichte Sachsens und der Oberlausitz mitschreiben.“

Der Wettbewerb im Transkribieren dauert genau 24 Stunden. Mitmachen kann jeder mit historischem Interesse und Spaß am Entziffern von alter deutscher Schrift.

Bei dem europäischen Crowdsourcing-Projekt beschreiben, transkribieren und annotieren (mit weiteren Informationen anreichern) Geschichtsinteressierte historische Dokumente, die anschließend auf dem Portal europeana.eu, der zentralen virtuellen Bibliothek für Geschichte und Kultur Europas, präsentiert werden.

Das vom Institut "Facts & Files" organisierte Mitmach-Event ist ein gemeinsames Projekt mit der Europeana und der 4. Sächsischen Landesausstellung "500 Jahre Industriekultur in Sachsen". Auch die SLUB Dresden ist Projektpartner.

Nützliche Links:
www.slubdd.de/sachsenatwork - Anmeldung
https://europeana.transcribathon.eu/runs/sachsen-at-work/anleitung-transcribathon/ - Anleitung und Beschreibung zum Transkribieren und richtigen Verschlagworten
Medieninformation zum Transcribathon vom 12.2.2021 zum Download (als PDF-Datei)


Neu auf dem niedersorbischen Namensportal: 2.500 Familiennamen und 100 Vornamen

(Cottbus, 04.02.2021)

Ab sofort kann auf dem niedersorbischen Sprachenportal, konkret im Namensservice unter niedersorbisch.de/mjenja nach rund 2.500 Familiennamen und über 100 Vornamen (jeweils der Grundform) gesucht werden. Dafür haben die Sprachwissenschaftler:innen der niedersorbischen Zweigstelle des Sorbischen Instituts in Cottbus im vergangenen Jahr die aufgeführten niedersorbischen Eigennamen aus den unterschiedlichen Quellen geordnet, aufbereitet sowie den Bestand ergänzt und um weitere Informationen angereichert.

Vorgestellt werden außer der Hauptform des Namens, die traditionell für männliche Namensträger verwendet wird (z.B. "Witka"), die Namensform für Frauen ("Witcyna"), die Form für die Familie als Ganzes ("Witcyc"), die abgeleitete Possessivform ("Witcyny") und gegebenenfalls irregulär gebildete Formen ("Witkojc"). Aufgeführt werden außerdem mögliche deutsche Äquivalente, gegebenenfalls bekannte Namensträger:innen und immer auch Informationen darüber, in welchen als Quellen genutzten Wörterbüchern und Lexika der jeweilige Name bereits verzeichnet ist.

Die Klassifikation und Zuordnung der Vornamen ist häufig nicht eindeutig. Es ist sogar schwierig, eine Grenzlinie zu ziehen, ab welcher beispielsweise eine verkürzte oder deminutive Form beginnt als eigenständiger Name zu funktionieren. Ein Beispiel ist der Vorname Měto. Er kann als Kurzform des Namens Mjertyn interpretiert werden, wird aber auch direkt als Vorname verwendet.

Je nach Ressourcen wird das Portal um weitere Familien- und Ortsnamen ergänzt sowie um weitere Namenstypen. Geplant ist auch das Portal mit Angaben zur Herkunft und Bedeutung der Namen (etymologische Erklärungen) zu erweitern.

Das Vorhaben wurde gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der beschlossenen Haushalte des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.

Weitere Informationen zum Namensportal:
Im März 2020 wurde das Portal unter niedersorbisch.de mit den Siedlungsnamen des sorbischen Siedlungsgebiets in Brandenburg vorgestellt, vgl. Medieninformation vom 21.03.2020 . Im zweiten Schritt wurden die Namen weiterer brandenburgischer Siedlungen außerhalb des Siedlungsgebiets ergänzt. Damit sind aktuell Informationen zu über 1.000 Siedlungen bzw. Verwaltungseinheiten veröffentlicht. Nun wurde die Seite um Familien- und Vornamen erweitert.

Über 9.300 neue Wörter und verbesserte Rechtschreibkontrolle im beliebten digitalen obersorbisch-deutschen Wörterbuch

(Bautzen, 22.01.2021)

Eine erweiterte und verbesserte obersorbische automatische Rechtschreibkontrolle für Office-Anwendungen gibt es seit Kurzem auf der Webseite www.soblex.de , die umfangreiche Sprachressourcen zum Obersorbischen anbietet und deren sprachwissenschaftliche Bearbeitung im Sorbischen Institut realisiert wird. Integriert wurde bisher nicht registrierte Lexik aus dem Deutsch-obersorbischen Wörterbuch (DOW 1989/1991) – es handelt sich um über 9.300 zusätzliche sorbische Wörter mit mehr als 332.000 zugehörigen Wortformen. Für jedes Wort lassen sich, wie auf soblex üblich, auch alle Flexionsformen in Tabellenform abrufen. Die neu integrierten Wörter aus dem DOW erkennt der Nutzer über den Quellennachweis am Ende des Eintrags, z.B. wenn man hłowułamanje sucht. Die Erweiterung ist das Ergebnis eines Projekts, das im Rahmen des Programms "Sorbisch in den neuen digitalen Medien" gefördert wurde durch die Stiftung für das sorbische Volk (weitere Informationen zum Projekt ).
Gleichzeitig wurde ein weiterer Schritt der Verflechtung der Sprachressourcen auf soblex mit denen auf dem Sprachportal des Sorbischen Instituts www.hornjoserbsce.de realisiert. Durch die Integrierung der deutschen Stichwörter in die Datenbasis bietet nun auch soblex einen direkten Zugang zur Online-Version des Deutsch-obersorbischen Wörterbuchs (1989/1991), die im Dezember auf hornjoserbsce.de veröffentlicht wurde. Zudem sind die neu aufgenommenen sorbischen Wörter mit ihren Einträgen unter www.hornjoserbsce.de/dow verlinkt.
Fachlicher Ansprechpartner: Dr. Sonja Wölke, sonja.woelkowa@serbski-institut.de


Der neue Newsletter ist erschienen - Wokolnik 2/2020

(Bautzen, 18.12.2020)

In der aktuellen Ausgabe (18.12.2020) des Wokolnik, des dreisprachigen Newsletters des Sorbischen Instituts, sind folgende Beiträge veröffentlicht (eine Auswahl):

- Neues auf dem Sprachportal hornjoserbsce.de : Deutsch-obersorbisches Wörterbuch
- Einer der ältesten obersorbischen Drucke digitalisiert: Der Kleine Katechismus von Warichius aus dem Jahr 1597
- #lausitzstark: Mit der Entwicklungsstrategie Lausitz 2050 liegt Masterplan für den Strukturwandel vor
- Zusammenarbeit mit der TU Dresden intensiviert
- Rückblicke auf: die Onlinetagung zu "Bildarchiven" mit überraschendem Fund, auf das kulturwissenschaftliche Forum, das sich mit der Bergbausanierung im Lausitzer Revier beschäftigte und auf die Jahrestagung der slawistischen Kommission für Sprachkontakte

Für ein interessantes Mitmachformat – den Transcribathon "Sachsen at Work. Digitale Industriekultur" – werden noch Interessentinnen und Interessenten sowie Zeitzeugnisse gesucht.

Wie immer informiert der Newsletter über personelle Veränderungen, Termine, neue Publikationen (z.B. eine Kurzbeschreibung der Beiträge des Lětopis 2/2020) und neue Webseiten. Er verweist auf zwei neue Beiträge im Wissenschaftsblog: einmal über ein sorbisches „In dulci jubilo“ und ein zweiter Blog-Beitrag beschäftigt sich mit der Fotodokumentation von Lotar Balke.

Der dreisprachige (Nieder- und Obersorbisch, Deutsch) Newsletter Wokolnik des Sorbischen Instituts erscheint zwei- bis dreimal im Jahr.

Anmeldung zum Wokolnik unter https://www.serbski-institut.de/de/Newsletter/ . Folgen Sie dem Sorbischen Institut auch auf Twitter https://twitter.com/serbskiinstitut @serbskiinstitut .
Download des Wokolnik als einfache PDF-Version (18.02.2020)

portret Trudle Malinkoweje © Serbski institut (2015)

Neues auf dem Sprachportal hornjoserbsce.de: digitales Deutsch-obersorbisches Wörterbuch

(Bautzen, 18.12.2020)

Das obersorbische Sprachportal des Sorbischen Instituts hat im Dezember Zuwachs bekommen: Neben den Beiträgen der Rubrik "Rěčny kućik", die auch in diesem Jahr um die Texte aus dem Vorjahr erweitert wurden, gibt es als neues Angebot das DOW-digital . Dies ist eine online verfügbare digitale Version des zweibändigen Deutsch-obersorbischen Wörterbuchs von Helmut Jentsch, Siegfried Michalk und Irena Šěrak, das im Institut für sorbische Volksforschung, dem Vorgänger unseres Instituts, entwickelt wurde.
Das Wörterbuch enthält fast 36.500 Artikel, in denen die sorbischen Äquivalente für mehr als 66.000 deutsche Stichwörter enthalten sind. Es widerspiegelt den schriftsprachlichen obersorbischen Wortschatz der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ist optimiert für die Suche in deutsch-obersorbische Richtung – bisher war es jedoch nicht in zuverlässiger Qualität online zugänglich. Die jetzt veröffentlichte Sprachressource DOW-online stellt einen Zwischenstand der Modellierung der Wörterbuchstruktur dar. Die Arbeit wird fortgesetzt, eine erweiterte Version ist für 2021 geplant.
Das digitale Deutsch-obersorbische Wörterbuch soll eng verflochten werden mit den Sprachressourcen auf der Seite soblex.de , deren linguistische Bearbeitung den Sprachwissenschaftlern des Sorbischen Instituts obliegt. Schon jetzt können zu allen sorbischen Wortformen im DOW-online, die in der Datenbank der Seite soblex enthalten sind, mittels Link die entsprechenden Einträge auf soblex abgerufen werden und damit auch die Informationen zu ihrer Flexion. Anfang 2021 ist eine neue, um bisher nicht erfasste Lexik aus dem retrodigitalisierten DOW erweiterte Version der Ressourcen auf der Seite soblex.de geplant. Gleichzeitig wird dann auch der Zugang zu den deutschen Wörtern dieses Wörterbuchs in umgekehrter Richtung, von der Seite soblex.de möglich sein.


Zapust, Kokot und Co. – Welche Bräuche und Feste werden wie gefeiert?

(Bautzen/ 18.12.2020)
Aufruf zur Teilnahme an Fragebogen-Aktion im Landkreis Spree-Neiße / Wokrejs Sprjewja-Nysa

Im Rahmen des Niederlausitzer Strukturwandel-Projektes “Inwertsetzung des Immateriellen Kulturerbes im deutsch-slawischen Kontext“ erfolgt unter anderem eine Bestandsaufnahme zu den sorbischen/wendischen Bräuchen und Festen, die seit 2014 auf der bundesweiten Liste des Immateriellen Kulturerbes verzeichnet sind. Ziel ist hier eine flächendeckende Erhebung und Dokumentation im Landkreis Spree -Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Gern können Sie bei der Projektbearbeiterin Stephanie Bierholdt vom Sorbischen Institut einen oder mehrere Fragebögen anfordern, die sie als Ausdruck oder digital zugeschickt bekommen. Es stehen auch Online-Fragebögen zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu per Mail an stephanie.bierholdt@serbski-institut.de oder rufen Sie an unter 03577 37200. Für das Ausfüllen gibt es eine Aufwandsentschädigung.

Weitere Informationen zum Gesamtprojekt und weiteren Teilprojekten unter https://www.inwertsetzung-lausitz.de/ sowie zum beschriebenen Teilprojekt unter http://bit.ly/3813zz9 .

Ziel des Gesamtvorhabens "Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes im deutsch-slawischen Kontext" ist eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme des sorbischen/ wendischen immateriellen Kulturerbes der Niederlausitz und ein digitaler Zugang der Informationen. Die Entwicklung von kulturtouristischen Angeboten, ein stärkeres und erweitertes "Lausitzer Museenland" sowie die Erarbeitung konkreter Inwertsetzungs-strategien sind weitere Projektziele, die gemeinsam mit den Partnern, dem Heimatmuseum Dissen/Dešno und der Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH verfolgt werden. Gefördert wird das Vorhaben durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, unterstützt wird es durch das Brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

Letzte umfangreichere wissenschaftliche Forschungen zu Bräuchen und Festen der Sorben/Wenden fanden in den 1980er Jahren statt. Sie bildeten die Grundlage der Bewerbung der Domowina um den Eintrag ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Um dieses sorbische/wendische immaterielle Kulturerbe jedoch im Kontext der lokalen Akteurinnen und Akteure der musealen Einrichtungen und des Kulturtourismus nachhaltig in Wert zu setzen, bedarf es einer aktualisierten und systematischen Erhebung und Dokumentation, die an die Vorarbeiten anknüpfen kann.

Gemäß der bundesweiten Liste des Immateriellen Kulturerbes liegt der Fokus auf diesen Bräuchen und Festen im Jahreslauf:Neujährchen, Woklapnica, Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostereier, Waleien, Ostersingen, Osterfeuer, Osterwasser, Osterreiten, Hexenbrennen, Maibaum, Johannisreiten, Hahnschlagen, Hahnrupfen, Stollenreiten, Ringreiten, Kirmes, Spinte, Martinssingen, Heiliger Nikolaus, Christkind
Medieninformation vom 18.12.2020 als PDF

portret Trudle Malinkoweje © Serbski institut (2015)

Verdienstvolle wissenschaftliche Mitarbeitern hat 1.800 Denkmäler erschlossen | Nun verabschiedet sich Trudla Malinkowa nach über 20 Jahren in den Ruhestand

(Bautzen, 30.11.2020)

Trudla Malinkowa hat in den Jahren von 1992 bis 1995 und von 2000 bis 2020 im Sorbischen Institut in Bautzen als wissenschaftliche Mitarbeitern in der Abteilung Kulturwissenschaften gearbeitet. Am Montag (30. November) hat sie sich nun nach über 20 Jahren in der Forschung in den Ruhestand verabschiedet. Sie hinterlässt dem Institut zahlreiche Publikationen – auch im Ausland prämierte sind darunter – und einen gewaltigen Fundus an Material für weitere Forschungen auf dem Gebiet der Erschließung des sorbischen kulturellen Erbes.

"Neben ihrer vielfältigen Arbeit als Publizistin hat Trudla Malinkowa am Sorbischen Institut vor allem zwei Themen bearbeitet: zunächst die sorbische Auswanderung nach Übersee und seit 2000 dann die systematische Erfassung von materiellen Zeugnissen sorbischer Kulturgeschichte. Ihr langjähriges Vorhaben "Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ hat enorm viele Informationen zusammengetragen, viel mehr, als in ihrem neusten Buch enthalten sind. Wir werden diese wertvolle Arbeit weiterführen, vor allem ist ein digitaler Denkmalatlas in Planung, in den Trudla Malinkowas Arbeit einfließen wird. So bleibt sie weiter am Sorbischen Institut präsent", mit diesen Worten verabschiedete Institutsdirektor Dr. Hauke Bartels die langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin Trudla Malinkowa.

Sie hat dem Sorbischen Institut einen Bestand von 1.800 erschlossenen Denkmälern hinterlassen - das sind 36 Aktenordner. Dabei handelt es sich um Denkmäler der sorbischen Kulturgeschichte im weitesten Sinn: vom (Grab-)Stein oder Skulptur, über Inschriften auf Häusern, bis hin zu erhaltenen Tüchern. In der Publikation Serbske pomniki (sorbische Denkmäler) sind über 200 solcher Zeugnisse beschrieben.

Dr. Friedrich Pollack, Leiter der Abteilung Kulturwissenschaften: "Die systematische Erfassung sorbischer Kulturdenkmale in einem so weiten Umfang ist ein gewichtiges Ergebnis der sorabistischen Grundlagenforschung. Solche Vorhaben sind langfristig angelegt und sie wirken langfristig, weil sie unverzichtbare Grundlagen für eine Vielzahl weiterer Forschungsprojekte legen. Trudla Malinkowa hat sich dieser wichtigen Aufgabe in den vergangenen Jahrzehnten mit großem Engagement, hohem Sachverstand und der nötigen Ausdauer gewidmet. Die weitere kulturhistorische Forschung wird von dieser Arbeit noch lange zehren."

Mehr zur Person:
  • die Profilseite von Trudla Malinkowa auf der Homepage des Instituts, inkl. Publikationsverzeichnis und Mitgliedschaften
  • Interview mit Alfons Wićaz in der sorbischen Abendzeitung Serbske nowiny, veröffentlicht in der Freitagsbeilage Wuměłstwo a wjace (Kunst und mehr), Seite 2, 20.11.2020, vgl. PDF-Datei (Sorbisch)
    • ‎ein Porträt im Sorbischen Rundfunk (MDR), ausgestrahlt am 15.11.2020, Autorin: Monika Gerdes, vgl. Audio unter www.mdr.de (Sorbisch)
    • ‎Edmund Pech. "Trudla Malinkowa zum 65. Geburtstag". LĚTOPIS. Zeitschrift für sorbische Sprache, Geschichte und Kultur. Časopis za rěč, stawizny a kulturu Łužiskich Serbow 1:143-146. Žórło: www.ceeol.com/search/article-detail?id=852513 (open access, registracija trěbna)

    Arbeitsplan für das Jahr 2021 verabschiedet | Wissenschaftlicher Beirat zeigt sich sehr zufrieden

    (Bautzen, 27.11.2020)

    Auf seiner regulären Sitzung am 26. November hat das Kuratorium den Arbeitsplan (mit konkreten Forschungsprojekten und weiteren Vorhaben) des Sorbischen Instituts für das Jahr 2021 genehmigt, nach Beratung im Wissenschaftlichen Beirat. Der Wissenschaftliche Beirat kam – dieses Jahr virtuell – bereits am 25. November mit dem Institut zusammen und kündigte eine reguläre Evaluation für das Jahr 2021 an. Prof. em. Roland Marti von der Universität des Saarlandes wurde zum neuen Vorsitzenden des Beirats gewählt. Seine Stellvertreterin ist Prof. Silke Göttsch-Elten von der Universität Kiel.

    Neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat sind: Prof. Andreas Rutz, Inhaber des Lehrstuhls für Sächsische Landesgeschichte an der TU Dresden und Direktor des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Prof. Regina Bendix als Kulturwissenschaftlerin und Europäische Ethnologin von der Georg-August-Universität Göttingen und Prof. Annette Werberger als Literaturwissenschaftlerin von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder.

    Institutsdirektor Dr. Hauke Bartels: "Die jährlichen Gremiensitzungen sind immer auch eine Gelegenheit, die wichtigsten Entwicklungen des Jahres darzustellen und zu reflektieren, und ich freue mich sehr, dass unsere Arbeit auch dieses Mal große Anerkennung fand. Das Institut wird von den Ideen und dem großen Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen. Wir sind zu einem tollen Team zusammengewachsen, und es ist eine Freude, diese Entwicklung als Direktor mitgestalten zu können."

    Der unabhängige Wissenschaftliche Beirat berät das Kuratorium und den Vorstand in allen wissenschaftlichen und organisatorischen Fragen von Gewicht. Er erarbeitet Vorschläge und Empfehlungen zu den vom Institut zu bearbeitenden Forschungsfeldern und zu dessen Arbeitsplanung, insbesondere zum jährlichen Arbeitsplan sowie zum Tätigkeitsbericht des Vorstands. Der Wissenschaftliche Beirat bewertet periodisch in der Regel im Abstand von vier Jahren Forschungsleistung und Arbeitspläne des Instituts in einem schriftlichen Bericht. Grundlage für die Evaluation sind Statistiken, Fragebögen, Fragestunden und eine Vor-Ort-Begehung in Bautzen und Cottbus.

    Die Gremiensitzungen fanden erstmals virtuell statt. Den sonst in diesem Rahmen üblichen öffentlichen Vortrag musste das Institut pandemiebedingt absagen.


    Wissenschaftler des Sorbischen Instituts zum Professor berufen

    Bautzen/ 12.11.2020

    Der Slawist und Privatdozent Dr. Thomas Menzel am Sorbischen Institut in Bautzen wurde vom Präsidenten der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Prof. Dr. Piper, zum Monatsbeginn (November) zum außerplanmäßigen Professor berufen.

    Seit 1995 ist der Sprachwissenschaftler Thomas Menzel wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Universitäten im deutschsprachigen Raum, zunächst in Oldenburg, dann auch in Greifswald und Regensburg. In Freiburg und Wien hat er sprachwissenschaftliche Professuren vertreten. Thomas Menzel hat Forschungsprojekte zum Sprachwandel in Morphologie und Syntax der slawischen Sprachen durchgeführt, zu deutschen Lehnwörtern im Polnischen und seinen Dialekten und zum Sprachkontakt von Minderheitensprachen. Er hält Vorlesungen und Seminare zur Kulturgeschichte der slawischen Völker, zur polnischen und russischen Grammatik und Sprachgeschichte sowie zu slawischen Minderheitensprachen, unter anderem Kaschubisch, Russinisch und Burgenlandkroatisch. Der 53-Jährige Slawist ist seit 2016 am Sorbischen Institut in Bautzen in der Abteilung für Sprachwissenschaften tätig.

    Prof. Dr. Gun-Britt Kohler, Direktorin des Instituts für Slavistik in Oldenburg würdigt Menzels Forschung: "Herrn Dr. Menzels wissenschaftliches Profil zeichnet sich zunächst in herausragender Weise durch seine außer¬ordentliche Breite aus, die nahezu ein Alleinstellungsmerkmal bildet. Er zählt zu den ganz wenigen jüngeren Slawistinnen und Slawisten, die zu mehr als zwei slawischen Sprachen publiziert haben – Polnisch, Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch, Lemkisch, Serbisch, Kroatisch, Kaschubisch, Obersorbisch und Niedersorbisch."

    Seit 2017 arbeitet Thomas Menzel neben seinen Forschungen zur sorbischen Grammatik am sorabistischen Beitrag zum Slawischen Sprachatlas des Internationalen Slawistenkomitees mit. Dieser Sprachatlas ist ein langfristiges multilaterales Forschungsprojekt der slawischen Länder und Deutschlands. Es ist das erste makrodialektologische Vorhaben, das die mundartliche Gliederung einer ganzen Sprachenfamilie untersucht.

    Seit 2018 ist Thomas Menzel auch Mitglied in der Kommission für slawische Sprach-kontakte beim Internationalen Slawistenkomitee. Die Kommission beschäftigt sich mit der Beeinflussung von Grammatik und Wortschatz einer Sprache durch ihre Kontakt- oder Nachbarsprachen. Seit 2020 vertritt er die Sorben im Internationalen Slawistenkomitee, das alle fünf Jahre den Internationalen Slawistenkongress ausrichtet.

    Auch Institutsdirektor, Dr. Hauke Bartels, freut sich über die Titelverleihung: "Es ist von großer Bedeutung, sorabistische Sprachwissenschaft immer auch im größeren Kontext der Slawistik zu betreiben. Gerade in diesem Bereich ergänzt Thomas Menzel das Gesamtprofil der Abteilung Sprachwissenschaft am Sorbischen Institut in idealer Weise. Ich freue mich, dass wir ihn für die Sorabistik gewinnen konnten und seine Forschungen mit dem neuen Titel Anerkennung finden. Mit seiner Lehre wird er weiter Interesse an den Sorben und dem Sorbischen wecken können."

    Prof. Dr. Gerd Hentschel, der Doktorvater von PD Dr. Thomas Menzel am Institut für Slavistik in Oldenburg: "Schon sehr bald ist an die Stelle des Lehrer-Schüler-Verhältnisses ein kollegiales getreten, das sich nicht zuletzt in einer Reihe gemeinsamer Publikationen niederschlägt. Thomas Menzel verbindet vorbildlich profunde und breite Kenntnis der slawischen Sprachen in arealer und chronologischer Hinsicht mit theoretischer Orientierung in der modernen Sprachwissenschaft. Er wird national wie international wahrgenommen und ist für die Oldenburger Slawistik und – wie ich hoffe – für seine jetzige akademische Heimat, das Sorbische Institut, ein Aushängeschild."

    Thomas Menzel lebt seit vier Jahren in der Lausitz und spricht inzwischen auch Obersorbisch.

    Weitere Informationen (mit Publikationsliste und Kurzvita):
    Download dieser Medieninformation als PDF

    Begegnungen mit Wölfen, Begegnungen mit Menschen. Neues aus der kultur- und sozialwissenschaftlichen Wölfeforschung

    Gemeinsame Medieninformation des Sorbischen Instituts und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Tagungsband über Mensch-Wolf-Beziehungen erschienen

    (Bautzen, Würzburg/ 22.10.2020) In der Lausitz sind Wölfe seit 20 Jahren wieder heimisch und wandern von hier aus in immer mehr Teile Deutschlands und Zentraleuropas. Mit ihrer Anwesenheit und ihrem Tun polarisieren Wölfe und fordern die Gesellschaft – längst nicht nur in ökologischer Hinsicht. Auch die historische, kulturgeographische und anthropologische Betrachtung liefert spannende Erkenntnisse dazu, welche Veränderungs- und Lernprozesse in verschiedenen Gesellschaften in Gang gesetzt wurden und werden. Denn Wölfe konkurrieren mit uns Menschen nicht nur um Ressourcen, sondern sind eine kulturell stark besetzte Tierart.

    Der internationale und interdisziplinäre Austausch über neue Erkenntnisse der kultur- und sozialwissenschaftlichen Wölfeforschung war Anlass für die Tagung "Encounters with Wolves: Dynamics and Futures" im Juni 2018 in Bautzen. Nun erscheint der englischsprachige Tagungsband mit einem deutschen Vorwort der Herausgeberinnen Susanne Hose (Sorbisches Institut) und Marlis Heyer (Universität Würzburg) unter gleichem Titel.

    Die Autorinnen und Autoren, deren Beiträge, ein Interview und ein Fotoessay im Tagungsband versammelt sind, setzen sich mit Fragen rund um die Wolfsrückkehr, aber auch mit dem Zusammenleben von Wölfen, Menschen und anderen Lebewesen in Deutschland, Polen, Finnland, Schweiz und der Mongolei auseinander. Die Beiträge geben Einblicke in aktuelle Studien zu historischen, narrativen, politischen und populärkulturellen Dimensionen und Kommunikationsprozessen.

    Die o.g. Tagung war ein Kooperationsprojekt der folgenden drei Forschungseinrichtungen: Sorbisches Institut Bautzen, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Würzburg und Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich. Die vorliegende Publikation ergänzt die kürzlich erschienene Publikation der beteiligten Forschungseinrichtungen und ihrer Partnerinstitute "Managing the Return of the Wild. Human Encounters with Wolves in Europe" (London/New York 2020) um weitere spannende gesellschaftswissenschaftliche Aspekte.

    Der reich bebilderte Tagungsband erscheint als Heft Nr. 32 der Kleinen Reihe des Sorbischen Instituts und umfasst 161 Seiten (ISBN 978-3-9816961-9-6. 12,00 Euro).

    Volltext-PDF: https://www.serbski-institut.de/de/Kleine-Reihe-32/4679/#q4679

    Druckexemplare erscheinen voraussichtlich in der zweiten Novemberhälfte und können im Sorbischen Institut (si@serbski-institut.de, Tel. +49 3591 4972-0) oder in der Smolerʼschen Verlagsbuchhandlung in Bautzen bestellt werden (buchhandlung@domowina-verlag.de, Tel. +49 35 91 57 72 88).

    Ansprechpartnerinnen
    Hintergrund
    Die Tagung fand im Rahmen zweier Forschungsprojekte statt:
    Für das Foto (unten) gilt: (c) Marlis Heyer, Julius-Maximilians-Universität Würzburg




    Umfangreicher Bestand des Sorbischen Kulturarchivs wird digitalisiert – Mit Schwela-Nachlass wird einmaliges Zeugnis der Zeitgeschichte digital zugänglich gemacht

    (Bautzen/ 20.10.2020) Seit 1. Oktober wird der Nachlass von Gotthold Schwela (Bogumił Šwjela, 1873-1948) am Sorbischen Institut in Bautzen digitalisiert und detailliert erschlossen. Schwela war Pfarrer, Sprachwissenschaftler, Publizist, Schriftsteller, Übersetzer und Kulturpolitiker in der Niederlausitz. Das von der DFG mit 111.000 Euro finanzierte Projekt über das Förderprogramm "Digitalisierung und Erschließung" (Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme) trägt den Titel "Archivische Findmittel und Quellen: Digitalisierung und Tiefenerschließung des Nachlasses von Gotthold Schwela" und läuft für 18 Monate bis März 2022.

    Projektverantwortliche Dr. Annett Bresan: "Der Nachlass von Gotthold Schwela ist einer der umfangreichsten Bestände im Sorbischen Kulturarchiv. Schwela zählt mit seiner Vita und seinem Wirken zu den wichtigsten sorbischen Intellektuellen seiner Zeit. Es gibt keinen weiteren Bestand, der eine derartige dichte Dokumentation der niedersorbischen Sprache, Alltagskultur und der Bemühungen um den Erhalt und die Weiterentwicklung derselben bietet. Erstmalig digitalisieren wir einen Nachlass von diesem Ausmaß."

    Der Nachlass beinhaltet Dokumentensammlungen zur staatlichen und kirchlichen Politik gegenüber den Sorben, zur Selbstorganisation sorbischen Kulturlebens, sprachhistorische Sammlungen zu Flurnamen, Familien- und Ortsnamen, eine Grammatik, eine Wörterbuchsammlung und eine ethnologisch-sprachliche Sammlung zu allen Facetten der niedersorbischen Volkskultur.

    Das Ziel des Projekts ist die Zugänglichmachung dieser einmaligen Quellen zur Zeitgeschichte in entsprechenden Online-Portalen (Kalliope) im Bild und mit detaillierten inhaltlichen Erschließungsinformationen. Nach Projektabschluss sollen die Materialien im Wissensportal SORABICON veröffenlicht werden, vgl. www.sorabicon.de .

    Als wissenschaftlicher Mitarbeiter bearbeitet der Ethnologe und Historiker Dr. Pětr Jahn-Bresan das DFG-Projekt, technische Arbeiten führen Jan Krahl und Martin Brützke aus. Als Projektverantwortliche koordiniert Dr. Annett Bresan, Leiterin des Sorbischen Kulturarchivs am Sorbischen Institut, das Erschließungsprojekt. Wito Böhmak, Leiter der Sorbischen Zentralbibliothek, ist für die IT-Implementierung verantwortlich.

    Dokumente/Links:
    Nachlass (Liste und Historie) von Gotthold Schwela (Bogumił Šwjela) im Bestand des Sorbischen Kulturarchivs
    Vortrag von Dr. Annett Bresan zur Vita und zum Wirken von Gotthold Schwela (Bogumił Šwjela)
    In der aktuellen Ausgabe des Lětopis 2020/1 (Hrsg. Sorbisches Institut) sind zwei Aufsätze zu Schwelas Leben, Wirken und Werk zu finden (von Dr. Alfred Roggan und Dr. Peter Schurmann)
    Eindruck aus dem Magazin-Bestand des Sorbischen Kulturarchivs mit dem Nachlass von Gotthold Schwela:
    für beide Fotos gilt (c) Sorbisches Institut, 2020
    Ordnerrücken mit Schwela-Nachlass im Magazin des Sorbischen Kulturarchivs

    Hefter mit einem Ausschnitt des Schwela-Nachlasses im Magazin des Sorbischen Kulturarchivs



    Wie können sich Regional- und Minderheitensprachen weiter organisieren? Sprachexperten treffen sich in Bautzen

    (Bautzen/22.09.2020) Am 22. September trafen sich die Sprachexperten der Regional- und Minderheitensprachen Deutschlands zur Jahrestagung von EBLUL Deutschland, dem Länderkomitee des früheren European Bureau of Lesser Used Languages (Europäisches Büro für Sprachminderheiten). Im Mittelpunkt stehen die Berichte über die aktuelle Lage der Minderheiten und ihrer Sprachen sowie der Austausch über neue Projekte. Obersorbisch wird vertreten durch Dr. Jana Schulz, Sprachwissenschaftlerin am Sorbischen Institut, das Niedersorbische repräsentiert Dr. Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Instituts. Am Abend stellen die Vertreter einer begrenzten Anzahl von Besuchern (aus Vorsorgemaßnahme im Zusammenhang mit COVID-19 keine öffentliche Veranstaltung) im Bautzener Haus der Sorben folgende Regional- und Minderheitensprachen vor: Dänisch, Saterfriesisch, Nordfriesisch, Niederdeutsch/Plattdeutsch, Plautdietsch und Romanes. Ein besonderes Anliegen des Treffens ist es, diese Sprachen dem Bautzener Publikum nahe zu bringen.

    EBLUL Deutschland arbeitet seit 2012 unter dem Dach von FUEN (Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten) und setzt sich für die Regional- und Minderheitensprachen in Deutschland ein. Die in Deutschland betroffenen Sprachen sind das Dänische, das Nord- und Saterfriesische, das Obersorbische, das Niedersorbische, das Romanes sowie Niederdeutsch.

    Sachsens Wissenschaftsminister Gemkow informiert sich am Sorbischen Institut

    (Bautzen/ Budyšin, 16.09.2020) Am 16. September informierte sich Sachsens Staatsminister für Wissenschaft Sebastian Gemkow am Sorbischen Institut in Bautzen über die aktuelle Arbeit und Forschungsschwerpunkte des Instituts.

    Mit seinem Antrittsbesuch verschaffte sich Staatsminister Gemkow einen Überblick über die vielseitigen Arbeitsbereiche des Sorbischen Insituts mit der Sorbischen Zentralbibliothek und dem Sorbischen Kulturarchiv. Thematisiert wurden zum Beispiel die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes, Vorhaben zur Sprachdokumentation und Sprachförderung sowie das Engagement des Instituts im Strukturwandelprozess. Außerdem wurde der aktuelle Stand zur Entwicklung einer sorbischen Vorlesefunktion für Websites präsentiert. Dieses Projekt wird seit 2019 aus Inklusionsmitteln des Freistaates Sachsen finanziert (Zuwendung 2019/20 knapp 240.000 Euro).

    "Bei der Digitalisierung sehe ich das Sorbische Institut als Vorreiter und Kompetenzzentrum für die Sorben/Wenden", so Direktor Dr. Hauke Bartels nach der Präsentation verschiedener digitaler Ressourcen, die am Institut entwickelt wurden. Beispiele sind das niedersorbische Sprachportal niedersorbisch.de und das Wissensportal SORABICON.

    Staatsminister für Wissenschaft Sebastian Gemkow: "Das Sorbische Institut nimmt eine wichtige Rolle im sorbischen Institutionengefüge und in der regionalen Wissenschaftslandschaft ein, deswegen wollen wir es weiter stärken. Es ist beeindruckend, wie es dem Sorbischen Institut gelingt, Grundlagenforschung mit Anwendungsorientierung zu verbinden."

    Das Sorbische Institut / Serbski institut Bautzen (mit einer Zweigstelle in Cottbus) erforscht aktuell in etwa 70 Projekten die Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben in der Ober- und der Niederlausitz. Die interdisziplinären Forschungen des Instituts richten sich auf die aktuelle Situation (unter anderem Strukturwandel und Transformationsprozesse) sowie die Spezifik und den Vergleich kleiner Sprachen und Kulturen in Europa. Die Sorbische Zentralbibliothek sammelt Literatur in sorbischer Sprache, über die Sorben und über die Ober- und Niederlausitz. Sie ist zugleich wissenschaftliche Fachbibliothek des Sorbischen Instituts und besitzt einen wertvollen Bestand an slawischen und slawistischen Büchern und Zeitschriften (über 110.000 Medieneinheiten). Das Sorbische Kulturarchiv ist das einzige öffentliche Archiv für sorbisches und sorabistisches Archiv- und Sammelgut. Die digitale Präsentation ausgewählter Bildsammlungen entstand aus der Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek Dresden.
    Für alle Fotos gilt: (c) Serbski institut/ Sorbisches Institut (2020)


    15. Juli 2020 17.00 Uhr – APERO im Garten „Demokratie: Eine gefährdete Lebensform“

    Buchvorstellung und Debatte
    Till van Rahden und Lutz Rathenow im Gespräch mit Roland Löffler



    Beachten Sie bitte die Änderung des Veranstaltungsortes, siehe unten.


    (Bautzen/Budyšin, 30.06.2020) Demokratie ist nicht selbstverständlich. Um zu ergründen, was Demokratie gefährdet, was sie stärkt, was sie von jeder und jedem Einzelnen braucht, lädt das Sorbische Institut gemeinsam mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) am Mittwoch, dem 15. Juli, um 17 Uhr, ein zur Lesung mit anschließender Diskussion in den Marianne-Britze-Garten, Bahnhofstraße 6, Bautzen. Der einstige DDR-Bürgerrechtler und heutige Sächsische Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, und Prof. Dr. Till van Rahden diskutieren an diesem frühen Abend. Till van Rahden stellt sein 2019 erschienenes Buch „Demokratie – Eine gefährdete Lebensform“ vor. Er vertritt die These, dass diese Herrschaftsform als Lebensform verwirklicht werden muss. Wollen die Bürgerinnen und Bürger mehr sein als unbeholfene Demokraten, so der in Montréal lehrende deutsche Historiker, müssen sie die Umgangsformen pflegen, die Streitkultur stärken und die öffentlichen Räume ausbauen, die es im Alltag ermöglichen, Gleichheit wie Freiheit zu erleben und demokratische Tugenden einzuüben. Mit ihm zusammen ergründet Lutz Rathenow das mentale Erbe von DDR und BRD vor der Wiedervereinigung. Rathenow, einer der führenden Dissidenten in der DDR, begleitet seit fünf Jahrzehnten die gesellschaftlichen Entwicklungen in Ost-, West- und Gesamtdeutschland. Durch das Gespräch führt Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

    Demokratie als Lebensform? Streiten Sie mit über unser aller Umgangsformen - im Alltag, in Familie, Wissenschaft oder Politik!

    Podium:
    Till van Rahden ist Inhaber des Canada Research Chair in German and European Studies an der Université de Montréal und derzeit Gastwissenschaftler am Sorbischen Institut.
    Lutz Rathenow ist Schriftsteller und Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
    Roland Löffler ist Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Dresden.

    Begrüßung: Susanne Hose , Stellvertretende Direktorin des Sorbischen Instituts, Bautzen

    Anmeldung:
    Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Anmeldung unter si@serbski-institut.de erforderlich.

    Zudem bitten wir die Hygienevorschriften nach der Sächsischen Corona-Verordnung vom 25.06.2020 für die Veranstaltung zu beachten.


    Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.


    Änderung des Veranstaltungsortes


    Aufgrund der Wetterprognose für Mittwoch, den 15. Juli 2020, findet die Veranstaltung im großen Saal des Hauses der Sorben, Postplatz 2, statt. .
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    Neuer Projektverbund erforscht die multiplen Transformationen seit 1989 in der Lausitz, Sachsen, Ostdeutschland und Ostmitteleuropa

    (Bautzen/Budyšin, 3.04.2020) Die „Friedlichen Revolutionen“ in der DDR und den Staaten Ostmitteleuropas sowie die Wiedervereinigung Deutschlands vor rund 30 Jahren bedeuteten eine historische Zäsur, deren Folgen bis heute nachwirken. Neben den systemischen Veränderungen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Recht stellten die Auflösung und das Ende der staatssozialistischen Alltagswelt eine einschneidende biografische Erfahrung für viele Menschen dar. In den neuen Bundesländern wie in Ostmitteleuropa ging damit die Notwendigkeit einer Umstellung auf neue gesellschaftliche Anforderungen, Freiheiten und Zwänge einher, die in ganz unterschiedlicher Weise – als Chance, als Niederlage oder als Notwendigkeit – bewältigt wurde. Die frühe Nachwendezeit war einerseits geprägt von Aufbruchseuphorie, Freiheitsrhetorik und der Freude über neu gewonnene persönliche wie auch politische Entfaltungsmöglichkeiten. Andererseits bestimmten Erschütterung über die „Abwicklung“ der volkseigenen Betriebe sowie die rasche Etablierung kapitalistischer Strukturen und die massenhaften „Privatisierungen“ nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Der Wandel bot genauso Konsumverheißungen und neue kulturelle Handlungsspielräume, wie ihm auch Anpassungsschwierigkeiten und Unsicherheiten folgten, die die Lebensentwürfe und Erwerbsbiographien weiter Teile der Bevölkerung betrafen. Die langfristigen Folgen von Entfremdung, Entsolidarisierung und sozialer Spaltung beschäftigen uns noch heute.

    Vor diesem Hintergrund haben sich vier in Sachsen ansässige außeruniversitäre Forschungsinstitute im Projektverbund „Multiple Transformationen. Gesellschaftliche Erfahrung und kultureller Wandel in Ostdeutschland und Ostmitteleuropa vor und nach 1989“ zusammengeschlossen. Seit Anfang Februar 2020 erforschen vier WissenschaftlerInnen den Umbruch von 1989 sowie die Folgeerscheinungen des Transformationsprozesses in transdisziplinärer Perspektive in Deutschland und seinen ostmitteleuropäischen Nachbarländern. Im Fokus stehen zentrale Handlungs- und Bewältigungsstrategien (Aufmerksamkeitswandel, neue Vergemeinschaftungsformen, Freiwilligkeit und kulturelle Inwertsetzung), an denen sich die vielgestaltigen Verschränkungen von lebensweltlich-sozialem, künstlerisch-kulturellem und ökonomischem Wandel in den vier Untersuchungsregionen (Lausitz, Sachsen, Ostdeutschland und Ostmitteleuropa) zäsurübergreifend aufzeigen lassen. Die einzelnen Projekte werden auf einer heterogenen, breiten Methoden- und Quellenbasis realisiert: durch Experten- und lebensgeschichtliche Interviews, teilnehmende Beobachtungen, Auswertung schriftlicher, und (audio-)visueller Quellen aus Archiven, privaten Sammlungen und Museen, durch Analyse von Massen- und Sozialen Medien, von populärer oder von Bildender Kunst.

    Dr. Theresa Jacobs vom Serbski institut/Sorbischen Institut (SI) in Bautzen widmet sich der sorbischen Kultur- und Kreativwirtschaft in der Transformation . Sie untersucht die Bedeutung kulturellen Erbes zwischen ethnischer Selbstvergewisserung und ökonomischer Inwertsetzung bei der sorbischen Minderheit. Oliver Wurzbacher vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV ) in Dresden, das gleichzeitig die Koordination des Projektverbundes innehat, wendet sich Vereinigungen zu, die sich im Anschluss an das Ende der ehemaligen DDR-Betriebskollektive gegründet haben. Unter dem Begriff des „sozialen Erbes“ wird er erforschen, wie Aspekte der damaligen Arbeit traditionalisiert wurden und neue Formen der Vergemeinschaftung entstanden. Freiwilligkeit und Fürsorge in der Transformation ist das Thema von Dr. Maren Hachmeister vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT ) in Dresden. Lokales Engagement wird vergleichend im Dreiländereck untersucht. Dr. Beáta Hock vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO ) in Leipzig untersucht den Aufmerksamkeitswandel für die „Kunst im Osten“. Hierbei stehen Transformationen der Kunstförderung und der kulturellen Infrastruktur seit den späten 1980er-Jahren im Fokus.

    Der Projektverbund wird vom Sächsischen Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus gefördert.

    Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow betont: „Die Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte sowie den Lebensbrüchen und grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen nicht nur hierzulande trägt dazu bei, Zusammenhänge und auch individuelle Lebenswege besser zu verstehen. Die Forschungen fördern sicherlich neue spannende Erkenntnisse zu Tage. Ich wünsche den Projektbeteiligten viel Erfolg!“

    Die Ergebnisse werden projektbezogen in unterschiedlichen Formaten wie Vorträgen, Aufsätzen, Monografien und (Foto-)Ausstellungen publiziert. Weiterhin sind für die kommenden drei Jahre regelmäßige Workshops zum interdisziplinären Austausch sowie für das letzte Jahr (2022) eine internationale Abschlusskonferenz zur Präsentation der Ergebnisse geplant.

    Ansprechpartnerin des Projektverbunds: PD Dr. Ira Spieker, Leiterin des Bereiches Volkskunde/Kulturanthropologie am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden

    Kontakt: ira.spieker@mailbox.tu-dresden.de
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    Das Sprachportal niedersorbisch.de informiert jetzt auch über Eigennamen

    Wie lautet der niedersorbische Name eines Ortes? Kann ein niedersorbischer Siedlungsname auch für mehrere deutsche Siedlungsnamen stehen? Welche niedersorbischen Ortsnamen in Gegenwart und Vergangenheit existieren überhaupt? Diese und weitere Fragen können nun mithilfe einer neuen Internetseite des Sorbischen Instituts beantwortet werden.
    Dazu wurden an der Cottbuser Zweigstelle des Instituts Informationen aus einer Vielzahl von Quellen zusammengetragen, das Material strukturiert und systematisiert.
    Das Ergebnis ist ein neuer Online-Informationsservice zu sorbischen Namen. Durch eine komfortable Suchfunktion ermöglicht die mittlerweile neunte Rubrik des Portals ein zuverlässiges Auffinden der enthaltenen Daten. Dazu zählen die jeweiligen deutschen Entsprechungen mit möglichen Varianten ebenso wie vom sorbischen Ortsnamen abgeleitete Benennungen (Einwohner, Adjektive). Auch Angaben zur Flexion der Namen und Links zu weiterführenden Informationen werden angeboten.

    Die Erstveröffentlichung umfasste zunächst Siedlungsnamen aus dem angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden im Land Brandenburg. Soeben erfolgte jedoch bereits eine erste Erweiterung um ca. 500 weitere brandenburgische Orte jenseits des Siedlungsgebiets. Dabei handelt es sich vor allem um niedersorbische Ortsnamen aus den Kreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Oder-Spree.
    Weitere Ergänzungen der neuen Seite sind in Arbeit oder geplant, auch um sorbische Vor- und Zunamen und weitere Namenstypen. Perspektivisch soll auch der obersorbische Sprachraum einbezogen werden.

    Ebenfalls neu seit Anfang des Jahres ist eine zentrale sorbische Suchfunktion auf der Hauptseite des Portals. Damit können zuverlässig und auch bei ungenauer Eingabe des Suchworts die Information aus den beiden für den heutigen Sprachgebrauch wichtigsten Wörterbüchern zum Niedersorbischen gefunden werden.

    * Das Vorhaben wurde und wird gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der beschlossenen Haushalte des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.

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    Von der Depesche bis zum Tweet: Sorbisches Institut lädt am 7. März 2020 zum Tag der Archive

    Im Angebot: Vorführung eines historischen Films, Besichtigung von alten Briefen sorbischer Persönlichkeiten, Einblick in die sorbische Frakturschrift sowie Führungen durch das Kulturarchiv – in Deutsch und Sorbisch

    (Bautzen/Budyšin, 20.02.2020) Unter dem Motto „Von der Depesche zum Tweet“ lädt am 7. März 2020 von 14 bis 16:30 Uhr das Sorbische Institut/Serbski institut zum Tag der Archive auf die Bahnhofstraße 6 in Bautzen ein.

    Besucher haben beim Tag der Archive die Möglichkeit, besonders wertvolle Archivalien aus dem Sorbischen Kulturarchiv/Serbski kulturny archiw zu besichtigen. So wird z.B. Korrespondenz bekannter oder vergessener sorbischer Persönlichkeiten gezeigt, Mitarbeiter bieten Führungen durch das einmalige Kulturarchiv an. Als Höhepunkt des Tages wird der Schwarzweiß-Film „Das Jahr 1950 bei den Sorben“ vorgeführt und kommentiert.

    Das Sorbische Institut twittert
    Passend zum Motto der Veranstaltung „Von der Depesche bis zum Tweet“, startet das Sorbische Institut seinen Twitter-Kanal (@serbskiinstitut ):www.twitter.com/serbskiinstitut . Hier wird das Institut künftig ergänzend zur Website und zum Newsletter über Neuigkeiten berichten.

    Einzigartige Sammlung von Archivgut der Sorben

    Das Sorbische Kulturarchiv ist das einzige öffentliche Archiv für sorbischsprachiges und sorabistisches Archiv- und Sammelgut. Es gehört wie die Sorbische Zentralbibliothek zum Sorbischen Institut. Das Archiv und die Bibliothek gehen auf die Sammlungen der Maćica Serbska zurück. Die Maćica Serbska wurde 1847 in Bautzen als gesamtsorbischer Verein zur Herausgabe sorbischer Bücher gegründet.

    Zu den wichtigsten Beständen des Sorbischen Kulturarchivs zählen die Nachlässe sorbischer Politiker, Wissenschaftler, Musiker, Schriftsteller und bildender Künstler der Ober- und Niederlausitz, Akten der Domowina von der Gründung 1912 bis 1989 und Schriftgut sorbischer Vereine. Einen besonderen Platz nehmen die Fotosammlungen, Fotografennachlässe, Ton- und Filmdokumente ein. Daneben sammelt das Archiv auch Dissertationen, Zeitungsausschnitte, Programmhefte und Plakate zu sorbischen Themen. Sie alle sind wichtige Dokumente für die historische Forschung und die heutige Kulturpraxis der Sorben.

    Bautzener Tag der Archive ist Teil der deutschlandweiten Aktionstage
    Der Tag der Archive ist eine Initiative des VdA (Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.), an der sich bundesweit mehrere hundert Archive beteiligen. Er soll auf die archivische Arbeit aufmerksam machen. Seine nunmehr 10. Auflage im Jahr 2020 steht ganz im Zeichen der Kommunikation (www.tagderarchive.de).

    Der Tag der Archive im Sorbische Kulturarchiv kurz & knapp:

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    23.2.2021 – Stellenausschreibung

    Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) im Bereich IT/Digital Humanities (w/m/d)

    Bibliothek und Archiv bleiben bis 7.3.2021 geschlossen. Wir bieten „click & collect“ an.

    Sie erreichen uns telefonisch oder per E-Mail, biblioteka-archiw@serbski-institut.de.
    Informationen zur Ausleihe und zu den digitale Angeboten: Bibliothek & Archiv.

    Internetseite für niedersorbische Eigennamen erweitert

    Nun können im Namensservice unter niedersorbisch.de/mjenja rund 2.500 Familiennamen und über 100 Vornamen nachgeschlagen werden.

    Marie Skłodowska-Curie Actions

    “Expression of Interest” for hosting Fellows
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    SORBISCHES INSTITUT - SERBSKI INSTITUT
    Bahnhofstraße/Dwórnišćowa 6
    D-02625 Bautzen/Budyšin
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