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In Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in die Webseite des Sorbischen Instituts eine Vorlesefunktion für Deutsch implementiert. Leider ist eine entsprechende Technologie für die beiden sorbischen Schriftsprachen nicht verfügbar. Das Sorbische Institut ist sich dieser Problematik bewusst und sondiert zurzeit mit Partnern die Entwicklung einer entsprechenden Software. Außerdem bereiten sorbische Ausdrücke in deutschem Text der deutschen Vorlesefunktion erkennbar Schwierigkeiten. Wir bitten dafür um Verständnis, da wir nicht allein aus diesem Grund auf die sorbischen Ausdrücke verzichten möchten.

Die oben genannte Maßnahme wurde finanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

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Pressemeldungen




Buchcover der Zeitschrift Lětopis 2021/2

Präsentation des Erklärfilms: Was ist sorbisches/wendisches Kulturerbe?

(Bautzen/Budyšin, 1. Dezember 2021)

Heute (1.12.) veröffentlichte das Sorbische Institut das rund zehnminütige Erklärvideo "Was ist sorbisches/wendisches Kulturerbe?" auf seinem Youtube-Kanal unter https://youtu.be/KVVNfyCvzOw (deutsche Sprachversion) bzw. https://youtu.be/RAfauvpYecE (niedersorbische Version). Die offizielle Filmpremiere findet morgen (2.12.) im Rahmen des zweitägigen Online-Workshops "Der Kultur- und Kreativsektor bei Minderheiten in Transformation " statt – einem Workshop mit Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen aus der Kultur- und Kreativszene, unter anderem mit den Künstlerinnen Maja Nagel und Grit Lemke und den Wissenschaftlern Johannes Staemmler, IASS Potsdam, und Andreas Johannes Wiesand, Generalsekretär des European Institute for Comparative Cultural Research.

Der Erklärfilm "Was ist sorbisches/wendisches Kulturerbe?" ist im Rahmen eines größeren Projekts entstanden, das sich mit der Inwertsetzung des sorbischen immateriellen Kulturerbes im deutsch-slawischen Kontext beschäftigt. Er ist im Jahre 2021 produziert worden, in enger Zusammenarbeit des Sorbischen Instituts/Serbski institut mit der DOMPRO Domowina Niederlausitz gGmbH und sorbischen/wendischen Kulturschaffenden.

Der Film richtet sich an alle, die am Sorbischen/Wendischen interessiert sind und mehr über die Besonderheiten der mehrkulturellen Lausitz erfahren wollen. Aufbauend auf der aktuellen kulturwissenschaftlichen Forschungslage geht der Film der Frage nach, was heutzutage unter "sorbischem/wendischem Kulturerbe" gemeinhin verstanden wird und welche historischen sowie aktuellen Entwicklungen diesem Verständnis zugrunde liegen. Dafür wird der Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern vor allem auch in die Zukunft gerichtet. Es stellt sich die Frage, wie mit sorbischem/wendischem Kulturerbe umgegangen werden kann, um es weiterhin lebendig zu gestalten.

Der Kurzfilm empfiehlt sich als Lehrmaterial für kulturelle Bildung in Schulen, Hochschulen und Universitäten sowie Museen und Heimatstuben, aber auch als Handreichung für den Tourismus-, Kultur- und Kreativsektor sowie für politische Entscheidungstragende.

Der Erklärfilm des Sorbischen Instituts "Was ist sorbisches/wendisches Kulturerbe?" wurde gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und unterstützt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Verantwortlich für Konzeption und Text zeichnen Dr. des. Jenny Hagemann, Dr. Theresa Jacobs und Dr. Ines Keller, alle drei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in der Abteilung Kulturwissenschaften am Sorbischen Institut/Serbski institut. Wir danken Stefan Hanusch (SerbskiKonsum) für die visuelle Gestaltung, Sprecherin Jenny Hagemann (deutsch) und Sprecher Gregor Kliem (niedersorbisch) sowie Paul Geigerzähler für die Bereitstellung des Liedes "Ja njewěm".

Das Video ist über den Youtube-Kanal des Sorbischen Instituts/Serbski institut abrufbar. Interessierten Einrichtungen (z.B. musealen oder Bildungseinrichtungen) kann auf Nachfrage ein Download-Link zur Verfügung gestellt werden. Wenden Sie sich dafür an presse@serbski-institut.de.

Buchcover der Zeitschrift Lětopis 2021/2

Zweites Heft des Lětopis 2021 erschienen

(Bautzen/Budyšin, 25. November 2021)

Das zweite Heft der wissenschaftlichen Zeitschrift für sorbische Sprache, Geschichte und Kultur Lětopis 2021/2, herausgegeben vom Sorbischen Institut, ist kürzlich erschienen. Es bietet unter anderem Einblicke in neue Forschungsfelder, widmet sich aber auch der Amateurfußballkultur .

Im ersten Beitrag stellen die Autorinnen Madlena Mahling und FabianKaulfürst die unlängst aufgefundenen ältesten Briefe in niedersorbischer Sprache von 1745 in ihren historischen und sprachgeschichtlichen Rahmen. Es folgt der Aufsatz von Piotr Pałys, der die Resonanz beschreibt, die die Aufstände in Oberschlesien 1920/21 in der zeitgenössischen sorbischen Presse gefunden haben. Robert Lorenz stellt die Tätigkeit des Fußballvereins FC Oberlausitz Neugersdorf e.V. im soziokulturellen Verflechtungsraum des Dreiländerecks Tschechien, Polen und Deutschland dar. Es folgen zwei namenkundliche Beiträge. Christian Zschieschang beschreibt programmatisch die onomastischen Forschungsbereiche mit Relevanz für die Sorabistik. Jan Mahling gibt einen neuen Erklärungsversuch für den Namen /Schiebock/, den volkstümlichen Nebennamen der Stadt Bischofswerda. Thomas Menzel befasst sich mit den Möglichkeiten und Beschränkungen, die sich aus den Bedingungen des Flexionssystems für das gendergerechte Sprechen im Sorbischen ergeben. Im Rubrikenteil folgen eine Reminiszenz an den verstorbenen Sorabisten Prof. Dr. Heinz Schuster-Šewc, zwei Buchbesprechungen sowie der Tagungsbericht zum dritten Sorabisten-Nachwuchs-Treffen.

Das gedruckte Heft Lětopis 2021/2 kann beim Domowina-Verlag bestellt werden: https://www.domowina-verlag.de/letopis-2-2021.html . Einzelbeiträge sind in Kürze (kostenpflichtig) abrufbar unter https://www.ceeol.com/search/journal-detail?id=718 .

Kurzbeschreibung der Ausgabe mit Inhalts- und Autorenverzeichnis sowie den englischsprachigen Zusammenfassungen aller Beiträge (interner Verweis in die Rubrik Publikationen)

Personalwechsel in der Abteilung für Sprachwissenschaft des Sorbischen Instituts zum Frühjahr 2022

(Bautzen/Budyšin, 24. November 2021)

Sorbisches Institut stellt dem Wissenschaftlichen Beirat die Schwerpunkte des Arbeitsplans 2022 vor


Das Sorbische Institut gab im Rahmen der jährlichen Gremiensitzungen bekannt, dass die Slawistin Dr. Lenka Scholze von der Universität Zürich zum 1. April 2022 die Nachfolge von Sprachwissenschaftlerin Dr. habil. Sonja Wölke, die in den Ruhestand geht, übernimmt.

Die 43-jährige Sorbin Lenka Scholze lehrt und forscht derzeit als Oberassistentin am Slavischen Seminar der Universität Zürich. Im Jahr 2008 erhielt sie den Dissertationspreis der Stadt Konstanz für ihre Schrift "Das grammatische System der obersorbischen Umgangssprache unter besonderer Berücksichtigung des Sprachkontakts". Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem der Sprachkontakt, insbesondere slawischer Minderheitensprachen, Verben der Fortbewegung in den slawischen Sprachen und die grammatischen Kategorien des Obersorbischen. Sie lebt derzeit in Konstanz, wo sie von 1996 bis 2002 Slawistik und Germanistik studierte. Als Slawistin und Germanistin arbeitete sie an den Universitäten Konstanz, Basel (Schweiz) und Zürich.

Bereits für ihre Dissertation verbrachte Lenka Scholze einige Zeit am Sorbischen Institut. Neben der wissenschaftlichen Beratung durch Sonja Wölke, erhielt sie für ihre Doktorarbeit Dialektaufnahmen aus der katholischen Oberlausitz zur Verfügung gestellt.

Vollständige Vita, vgl. https://slav.uzh.ch/de/seminar/mitarbeitende/sprachwiss/lenkascholze.html

Scholze, Lenka: Das grammatische System der obersorbischen Umgangssprache unter besonderer Berücksichtigung des Sprachkontakts. Konstanz 2007. elektronische Veröffentlichung im Internet: http://www.ub.uni-konstanz.de/kops/volltexte/2007/3221 (s.a. elektronischer Katalog der Universitätsbibliothek Konstanz).

Reguläre Gremiensitzungen

Der Wissenschaftliche Beirat kommt – dieses Jahr erneut virtuell – am 24. und 25. November mit dem Sorbischen Institut zusammen. Der letzte Besuch des Beirats war die Evaluation im September, deren Ergebnisse im Frühjahr vorstellt werden. Den für den 24. November geplanten öffentlichen Vortrag (anlässlich der Gremiensitzungen) musste das Institut auch in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Bestimmungen absagen.

Der unabhängige Wissenschaftliche Beirat berät das Kuratorium und den Direktor in allen wissenschaftlichen und organisatorischen Fragen von Gewicht. Er erarbeitet Vorschläge und Empfehlungen zu den vom Institut zu bearbeitenden Forschungsfeldern und zu dessen Arbeitsplanung, insbesondere zum jährlichen Arbeitsplan sowie zum Tätigkeitsbericht des Direktors. Der Wissenschaftliche Beirat bewertet periodisch (i.d.R. aller vier Jahre) Forschungsleistung und Arbeitspläne des Instituts in einem schriftlichen Bericht.

Aktuelle Gremienbesetzung
Satzung

Logo der Maćica Serbska

Call for Papers für die gemeinsame Konferenz des Sorbischen Instituts und der Maćica Serbska

(Bautzen/Budyšin, 12. November 2021)

Das Sorbische Institut / Serbski institut wird gemeinsam mit der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Maćica Serbska / Maśica Serbska im November 2022 eine interdisziplinäre wissenschaftliche Konferenz mit dem Titel "Wissen Schaffen. Zum Wirken der Maćica Serbska im 20./21. Jahrhundert" ausrichten, auf der die Tätigkeit der Maćica Serbska seit ihrer Neugründung 1991 im Mittelpunkt steht. Im Call for Papers werden die Themenschwerpunkte der Konferenz näher vorgestellt.

Deadline und Kontakt für die Einreichung von Vorträgen: bis 31.1.2022 an info@macica-serbska.de.

Ansprechpartner:
  • Anja Pohontsch (Maćica Serbska / Sorbisches Institut, Bautzen)
  • Peter Schurmann (Maśica Serbska / Sorbisches Institut, Cottbus/Chóśebuz)
  • Friedrich Pollack (Sorbisches Institut, Bautzen)‎
Call for Papers mit Themenschwerpunkten (als PDF-Datei zum Download)

Tagebauzeugnis Halbinsel Partwitz © IHM/Maximilian Hoffmann
Tagebauzeugnis Halbinsel Partwitz © IHM/Maximilian Hoffmann

Lausitzer Tagebaufolgelandschaft: Nächster Schritt zur Aufnahme auf UNESCO-Welterbeliste

(Cottbus/Choćebuz, 5. November 2021)

Brandenburger Kulturministerium hat Tentativantrag eingereicht


Meilenstein für die Lausitzer Tagebaufolgelandschaft auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe: Das Brandenburger Kulturministerium hat vergangene Woche (Ende Oktober) die Bewerbung um die Aufnahme auf die deutsche UNESCO-Tentativliste an die Kulturministerkonferenz (KMK) eingereicht. Bis Ende 2023 wird nun darüber entschieden, ob der Antrag als einer der Vorschläge Deutschlands an die UNESCO weitergereicht werden soll. Falls ja, könnte die Lausitzer Tagebaulandschaft ab den 2030er Jahren den Welterbetitel erhalten.

Erst Mitte September luden BTU und Sorbisches Institut zu einer gemeinsamen Tagung , unter anderem zu diesem Thema. Weitere Informationen zu dem Kooperationsprojekt von SI, BTU und IHM (Institute for Heritage Management), siehe Projektseite .

Die Welterbeinitiative ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Strukturentwicklungsvorhabens ‘Land-Innovation-Lausitz (LIL)‘.

Fotoimpressionen vom diesjährigen Institutstag am 10.11.2021 in der Kulturfabrik Hoyerswerda

(Bautzen / Budyšin, 12.11.2021)

Es folgt eine kleine Bildergalerie (für alle Fotos gilt © Serbski institut/ Gernot Menzel) vom Institutstag des Sorbischen Instituts in der Kulturfabrik Hoyerswerda am 10.11.2021. Ein Mitschnitt der Veranstaltung ist im Youtube-Kanal des Sorbischen Instituts verfügbar: https://youtu.be/8vpVLseQ1lE (externe Seite).

Veranstaltungsplakat
Veranstaltungsplakat © Sorbisches Institut/ Serbski insitut (2021)

Institutstag | Institutny dźeń 2021: Sorbisches Institut präsentiert aktuelle Forschung und Arbeitsergebnisse, diesmal in Hoyerswerda

(Bautzen/Budyšin, 15. Oktober 2021)

Am 10. November 2021, von 14:00 bis 17:00 Uhr stellt sich das Sorbische Institut/Serbski institut vor, diesmal in der Kulturfabrik in Hoyerswerda.

Das Sorbische Institut gibt einen Einblick in aktuelle Forschungsvorhaben und informiert über Ergebnisse seiner Tätigkeit. In den Vorträgen geht es um die Sprachlandschaft der Schleifer Region, die Lausitzer Tagebaufolgelandschaft als mögliches UNESCO Welterbe, die Entwicklung einer Vorlesefunktion für die niedersorbische Schriftsprache und neue Digitalisate des sorbischen Schrifttums. Kurzbeschreibungen zu den Vorträgen und alle weiteren Eckdaten, vgl. Flyer am Ende der Meldung.

Die Vorträge werden in niedersorbischer, obersorbischer und deutscher Sprache gehalten, eine Simultan-Übersetzung ins Deutsche wird vor Ort angeboten.
Für die Veranstaltung gilt die 3G-Regel (Stand: 01.11.2021). Ein Livestream wird auf Youtube angeboten.

Das Sorbische Institut ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Bautzen/Budyšin und einer Zweigstelle in Cottbus/Chóśebuz. Es widmet sich der interdisziplinären Erforschung von Sprache, Geschichte und Kultur der Lausitzer Sorben/Wenden sowie der vergleichenden Erforschung kleiner Sprachen und Kulturen in Europa. Zum Institut gehören die Sorbische Zentralbibliothek und das Sorbische Kulturarchiv als einzige öffentliche Spezialsammlungen für sorbisches und sorabistisches Bibliotheks- und Archivgut.
Programmflyer zum Download

Offener Brief zum Beschluss des Hauptausschusses des Bautzener Stadtrats vom 6. Oktober 2021 zur Wiedererrichtung eines Bismarck-Denkmals

(Bautzen/Budyšin, 11. Oktober 2021)


Das Sorbische Institut/Serbski institut reagiert auf den Beschluss des Hauptausschusses des Bautzener Stadtrats vom 6. Oktober 2021, der die Wiedererrichtung eines Denkmals für Otto von Bismarck auf dem Czorneboh beinhaltet, mit einem offenen Brief. In der Sächsischen Zeitung, Ausgabe Bautzen vom 8. Oktober 2021, berichtet SZ-Redakteurin Theresa Hellwig auf Seite 15 über den Beschluss und die Sitzung am 6. Oktober im Stadtrat.


Ansprechpartner: Dr. Friedrich Pollack, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften
Offener Brief des Sorbischen Instituts vom 11.10.2021 (PDF)


Wanderausstellung "Die Freiheit winkt!" in der SLUB Dresden zu sehen

„Die Freiheit winkt! Die Sorben und die Minderheitenfrage nach 1918“ - Wanderausstellung des Sorbischen Instituts bis 7. November 2021 in der SLUB Dresden

(Bautzen/Budyšin, 30. September 2021)

Noch bis zum 7. November 2021 ist im Foyer der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) die mehrsprachige Wanderausstellung "Die Freiheit winkt! Die Sorben und die Minderheitenfrage nach 1918" zu sehen.



Die Sorben sind eine nationale Minderheit ohne eigenen Staat. Ihr Siedlungsgebiet ist die Lausitz, eine Region im Südosten Deutschlands, in direkter Nachbarbarschaft und engen Beziehungen zu Tschechien und Polen.
Rufe nach nationaler Unabhängigkeit erlangen unter den Sorben, die man auch Wenden nennt, ab dem 19. Jahrhundert Einfluss. "Die Freiheit winkt", heißt es Anfang 1919 hoffnungsvoll, als die europäische Landkarte nach dem Ende des Ersten Weltkriegs neu geordnet wird.
Die Tafelausstellung präsentiert die Hochzeit der sorbischen Nationalbestrebungen zwischen den Weltkriegen. Die dabei aufgeworfenen Fragen nach kollektiver Selbstbestimmung, nach Toleranz und Interessenausgleich zwischen Minderheit und Mehrheit sind bis heute aktuell.

Die Ausstellung kann im Foyer der SLUB Dresden (Zellescher Weg 18) zu den regulären Öffnungszeiten besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. >>> weitere Informationen zur Ausstellung

Ansprechperson: Dr. Friedrich Pollack, friedrich.pollack@serbski-institut.de

Das Projekt wurde gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Sächsischen Staatsregierung (Richtlinie „Revolution und Demokratie“), dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds/Česko-německý fond budoucnosti und der Stiftung für das sorbische Volk/Załožba za serbski lud.
Medieninformation zum Download (PDF)

(c) Heidi Pinkepank
(c) Heidi Pinkepank

Öffentliche Tagung untersucht transdisziplinäre Perspektiven auf die Tagebaufolgelandschaften

Über neue Formen der Landnutzung und die Bewahrung der Geschichte des Tagebaus diskutieren Wissenschaftler*innen der BTU Cottbus-Senftenberg gemeinsam mit dem Sorbischen Institut und dem Institute for Heritage Management, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen auf einer hybriden Konferenz

(Cottbus, 10. September 2021)
Gemeinsame Medieninformation mit der BTU Cottbus-Senftenberg

Die Gewinnung von Rohstoffen wie Erz, Sand oder Kohle im Tagebau ist eine der intensivsten Eingriffe in eine Landschaft. Böden, Wasserhaushalt, Pflanzen und Tierwelt – die Gestalt ganzer Landschaftszüge ist dauerhaft verändert. Die Neugestaltung dieser Tagebaufolgelandschaft steht im Fokus der öffentlichen Tagung "KULTURLANDSCHAFT. Strukturen der Tagebaufolge lesen, verstehen, gestalten, entwickeln".


Datum: Mittwoch bis Freitag, 15. bis 17. September 2021

Ort: Atelier Oestreich, BTU Cottbus-Senftenberg, Standort Cottbus, Zentralcampus, Konrad Wachsmann Allee, Lehrgebäude 2 C/D
Die Lausitz ist eine Region mit langer bergbaulicher Tradition. Sie zählt seit jeher zu den Gebieten Deutschlands mit besonders ausgeprägten Klimaextremen und einem sehr hohen Anteil an Böden mit überwiegend geringer Wasserspeicherkapazität und Ertragskraft. "Die Lausitz ist ein Landschaftslaboratorium, in dem seit mehr als einem Jahrhundert die Brachen der Braunkohletagebaue innovativ rekultiviert, renaturiert, urbar gemacht und neugestaltet werden", so Prof. Markus Otto, Leiter des BTU-Fachgebiets Planen in Industriefolgelandschaften. "Über eine Anerkennung als UNESCO Welterbe können diese Bemühungen zur Quelle neuer internationaler Wertschätzung und regionaler kultureller Identität werden."

Gemeinsam mit dem Sorbischen Institut und dem Institute for Heritage Management konnten die Wissenschaftler*innen der BTU Cottbus-Senftenberg in einer Welterbestudie zeigen, dass die Orte des Braunkohletagebaus in der Lausitz das Potenzial haben, UNESCO Welterbe zu werden. Ziel der Forschenden ist es, einen neuen, positiven Zugang zur regionalen Geschichte des Braunkohleabbaus und der damit verbundenen Landschaftsinnovation zu schaffen. "Zusätzlich zu einer gesteigerten regionalen Identität erwarten wir auch einen ökonomischen Nutzen der Welterbeinitiative, insbesondere im Bereich des Kulturtourismus", fasst Prof. Otto die Ziele des Verbundvorhabens „Lausitzer Tagebaufolgelandschaften als UNESCO Welterbe“ zusammen.

Der Antrag für die Aufnahme auf die deutsche Vorschlagsliste des UNESCO Kultur- und Naturerbes der Welt ist auf dem Weg. Dieser wird von der zuständigen Länderbehörde über das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, das Auswärtige Amt und das UNESCO-Welterbezentrum in Paris dem Welterbekomitee zur Entscheidung vorgelegt. Bis 2024 erwarten die Antragsteller*innen ein Ergebnis.

"Auf der Tagung wagen wir einen kritischen Rückblick auf die Geschichte der Kultur- und Siedlungsräume", sagt Heidi Pinkepank, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Planen in Industriefolgelandschaften sowie Gesellschafterin des Institutes für Neue Industriekultur INIK GmbH . "Deren Entstehung und Entwicklung ist nicht nur durch die naturräumlichen Gegebenheiten und technischen Möglichkeiten geprägt, sondern ganz entscheidend auch von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie aktuellen Trends oder dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft abhängig."

Neben strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt von überwiegend landwirtschaftlich geprägter Tätigkeit zur Beschäftigung in der Industrie ist auch die Ansiedlung von Arbeitskräften entscheidend. "Der Wandel ist insbesondere von dem Verhältnis von Einheimischen zu Zugezogenen und der damit einhergehenden Verschiebung des Mehrheiten-Minderheiten-Verhältnisses geprägt", so Dr. Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Instituts in Bautzen. Im Fokus der Forschung des Sorbischen Instituts steht die Rolle der anerkannten Minderheit der Sorben/Wenden. "Sorbische Traditionen in der Landnutzung, kulturelle Praktiken und Netzwerke sind durch alle untersuchten Zeiten und Bereiche hindurch ein Querschnittsthema und daher auch für die Forschung zur Folgelandschaft relevant", sagt Dr. Hauke Bartels. "Sorben bzw. Wenden haben die Lausitz als Kulturlandschaft historisch geprägt. Und Folgelandschaften sind nicht nur Innovationslabore für neue Landnutzungsformen, sondern auch Handlungsarenen für regionale Identitäten. Sie sind erinnernde Landschaften, deren historisch-kulturelles Erbe es möglichst partizipativ zu gestalten gilt."

"Im Rahmen des Forschungsverbundes ‚Land-Innovation-Lausitz (LIL)‘ entwickeln wir gemeinsam mit unseren Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Lausitz zu einer Modellregion für eine nachhaltige Bioökonomie. Neben innovativen Technologien und Nutzungsformen entlang der Wertschöpfungskette spielt die Tagebaufolgelandschaft als Kulturlandschaft eine wesentliche Rolle", fasst die BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande die Ziele der Forschung zusammen. "Unser Fokus liegt darin, Tradition und Veränderung in Einklang zu bringen und positiv erlebbar zu machen."

Die Tagung KULTURLANDSCHAFT ist Teil des Verbundvorhabens "Lausitzer Tagebaufolgelandschaft als UNESCO Welterbe", das im Rahmen des Bündnisses "Land-Innovation-Lausitz (LIL)" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderprogramm "WIR! – Wandel durch Innovation in der Region" gefördert wird. Das Studiengebiet des Tentativantrags der Lausitzer Tagebaufolgelandschaft umfasst nach aktuellem Stand cirka 32.500 Hektar und insgesamt etwa 30 Gebietskörperschaften in fünf Landkreisen.

Zum Programm: www.b-tu.de/fg-industriefolgelandschaften/forschung/konferenz/tagungsprogramm

Pressemappe "LIL Welterbe" (Stand: 14.09.2021)
Grußwort von Dr. Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Instituts (am 15.9.2021)
Medieninformation zum Download (PDF)

Impressionen von der Tagung KULTUR(tagebau)LANDSCHAFT

© BTU/Ralf Schuster (2021)
Gesine Grande, Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg spricht das Grußwort am 15.9.2021
Gesine Grande, Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg, spricht das Grußwort (Blick aus dem Publikumsraum)
Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Instituts, spricht das Grußwort am 15.9.2021
Uwe Rada von der Tageszeitung taz spricht die Keynote am 15.9.21, Blick aus dem Zuhörerraum
Zuhörer


Was gibt es Neues im Sorbischen Institut? Neue Ausgabe des "Wokolnik" (Newsletter) erschienen

(Bautzen, 8. September 2021)

Die neue Ausgabe des Wokolnik mit Neuigkeiten aus dem Sorbischen Institut erschienen. Der Newsletter erscheint in drei Sprachen (Deutsch, Ober- und Niedersorbisch) zwei- bis dreimal im Jahr.

Inhalt (Auswahl):
  • Vorwort des Direktors
  • Zuwachs im niedersorbischen Namenportal – Neue RBB-Reihe "Serbski mjenjowědnik wujasnijo" (Sorbischer Namenforscher erklärt)
  • Die Sorbenpolitik der DDR – Strukturen, Akteure und Interessen 1945-1990 (neues Forschungsprojekt)
  • Das Sorbische/Wendische in der brandenburgischen Denkmalliste
  • Ćišinski Förderpreis für wissenschaftlichen Mitarbeiter
  • Bibliothek und Archiv wieder regulär geöffnet
  • Zwei Ausschreibungen: bis 31. Oktober für ein Forschungsstipendien am Sorbischen Institut bewerben | zwei Stellenausschreibungen im Bereich Digital Humanities, Computerlinguistik mit Bewerbungsfrist bis 1. Oktober 2021
  • Wanderausstellung "Die Freiheit winkt!" vom 13.-24. September im SI in Bautzen
  • Veranstaltungen: 10.11.2021, Institutstag in Hoyerswerda | 28.9.2021, Vortrag zur späten sächsischen Kriegsgesellschaft und Buchpremiere "Die Oberlausitz im Zweiten Weltkrieg" im Steinhaus Bautzen
  • Nachlese: Über das Nachwuchsforschertreffen der Sorabisten | "Wege – Gestalten – Profile. Katholische Kirche in der sächsischen Diaspora" – Kolloquium mit starker SI-Beteiligung
  • Neue Veröffentlichungen: Dimensions of Cultural Security for National and Linguistic Minorities; Von Mund zu Ohr via Archiv in die Welt; Die Oberlausitz im Zweiten Weltkrieg. Studie zu den wendisch-deutschen Kreisen in Sachsen und Niederschlesien 1936 bis 1946


Hinweis: Um eine Anzeige mit allen Funktionen (insbes. Links) zu erhalten, bitte anmelden unter https://www.serbski-institut.de/de/Newsletter/ .
Newslettervorschau WOKOLNIK 1/2021 (PDF-Download, ohne aktive Links)


Wissenschaftliche Evaluation des Sorbischen Instituts

(Bautzen, 9. September 2021)

Seit gestern (8.9.) ist im Sorbischen Institut in Bautzen und Cottbus die Evaluationskommission zu Besuch – noch bis morgen (10.9.). Die wissenschaftliche Evaluierungskommission leitet Prof. Dr. Roland Marti, Slavist an der Universität Saarbrücken. Neben dem wissenschaftlichen Beirat des Sorbischen Instituts gehören der insgesamt 13-köpfigen Kommission Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland an: Dr. phil. Markus Giger (Karlsuniversität Prag), Prof. Vivien Petras PhD (HU Berlin), Prof. Dr. Bernhard Tschofen (Universität Zürich) und Prof. Dr. Anke Hilbrenner (Georg-August-Universität Göttingen). Die Kommission bewertet die Arbeit des Instituts in den beiden Forschungsabteilungen Sprachwissenschaft und Kulturwissenschaften sowie in der Sorbischen Zentralbibliothek und im Sorbischen Kulturarchiv in den Jahren von 2017 bis 2020.
Am Mittwoch (8.9.) tagten die Kommissionsmitglieder in Cottbus. Am Donnerstag und Freitag setzen sie die Begehung in Bautzen fort. Das Plenum am Donnerstagmorgen im Saal des Hauses der Sorben besuchten alle fast 60 Mitarbeiter:innen des Sorbischen Instituts. Die Evaluierungskommission blickt aber nicht nur auf die vergangenen Jahre, sondern fragt auch nach den Zielen für die Zukunft. "Wie wird das Sorbische Institut sein, wenn die anstehenden Pläne alle umgesetzt werden, mit Blick auf die neue Abteilung und den Neubau", fragt der Kommissionsvorsitzende Prof. Marti.
Nach ihrer Begehung erstellt die Kommission ihren Bericht bis Ende des Jahres, der gemeinsam mit der Stellungnahme des Instituts dem Kuratorium überreicht wird. Anfang 2022 soll die Evaluierung abgeschlossen sein. Dann werden die wesentlichen Ergebnisse öffentlich bekannt gegeben.

PR; Domowina-Verlag/LND
© PR; Domowina-Verlag/LND

Neue umfassende Gesamtdarstellung zur Oberlausitz während des Zweiten Weltkriegs aus dem Domowina-Verlag

(Bautzen, 6. September 2021) - Pressemitteilung des Domowina-Verlages

Ein Grundlagenwerk für Wissenschaftler, Heimatforscher und Geschichtsinteressierte ist nun mit der zweibändigen Studie "Die Oberlausitz im Zweiten Weltkrieg" in der Schriftenreihe des Sorbische Instituts erschienen. Der Autor Michael Richter widmet sich darin den wendisch-deutschen Kreisen in Sachsen und Niederschlesien in der Zeit von 1936 bis 1946 und nimmt dabei sowohl die regionale als auch die wendische/sorbische Perspektive zu den damaligen Bedingungen und Geschehnissen ein.
Auf in dieser Breite bislang nicht berücksichtigter Quellengrundlage beschreibt er detailliert die Strukturen des nationalsozialistischen Terrorapparats in der Oberlausitz, benennt Verantwortliche und Mitläufer ebenso wie Regimegegner und Opfer.
Sein besonderes Augenmerk gilt den hier lebenden Menschen und ihren Geschichten. Mit zahlreichen Einzelbeispielen aus den Kreisen Bautzen, Kamenz, Löbau, Hoyerswerda, Rothenburg und teilweise Görlitz werden die damaligen Entwicklungen beleuchtet: von den regionalen Strukturen und Entscheidungsträgern der NSDAP über das Verhältnis der Wenden/Sorben zu den Machthabern, vom Umgang mit Juden, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen über Kriegswirtschaft und Kriegsverlauf in der Lausitz, besonders in den letzten Monaten des Jahres 1945, bis zur Besetzung durch die Rote Armee, den Kriegsfolgen und dem beginnenden Neuaufbau.

Erstverkaufstag ist der 6.9.2021, beide Bände werden bis zum 30.9.2021 zum Subskriptionspreis von 49,90 Euro angeboten (danach 60,00 Euro)

Michael Richter, Die Oberlausitz im Zweiten Weltkrieg. Studie zu den wendisch-deutschen Kreisen in Sachsen und Niederschlesien 1936–1946 , Schriften des Sorbischen Instituts 68, zwei Teilbände, 1.350 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-7420-2603-3

Buchpremiere und Vortrag von Dr. Francesca Weil vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden (HAIT)
28. 9. 2021, 19:00 Uhr, Steinhaus Bautzen
Wir bitten um Anmeldung bis zum 27.9.2021 unter Tel. (03591) 57 72 88 oder per Mail an buchhandlung@domowina-verlag.de


Tagung: KULTUR[tagebau]LANDSCHAFT – Strukturen der Tagebaufolge lesen, verstehen, gestalten, entwickeln

(Cottbus, 19. Juli 2021)

Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und das Sorbische Institut/Serbski institut laden vom 15. bis 17. September nach Cottbus ein.

Ausgangspunkt der transdiziplinär angelegten Tagung war die Frage, welchen besonderen Wert die Folgelandschaften der Lausitzer Tagebaue haben. Bergbaufolgelandschaften sind auf eine besondere Art und Weise durch ihre intensive Nutzung geprägt. Zugleich werden sie aber mit dem Blick auf heutige und zukünftige Nutzungsansprüche weiterhin in großem Umfang neugestaltet. Der Wunsch, ausgewählte Elemente des Bergbaus zu bewahren, steht hierbei durchaus in einem Spannungsverhältnis zu neuen Nutzungen einer belebten (Industrie)Kulturlandschaft. Im Kontext dieses Spannungsfeldes unternehmen wir den Versuch, die Lausitzer Bergbaufolgelandschaft "lesen" zu lernen.

Die Auseinandersetzung mit den vorliegenden Strukturen der Tagebaufolgelandschaft ist dabei ganz wesentlich von der Haltung geprägt, dass die Entstehung und Entwicklung der betrachteten Kultur- und Siedlungsräume nicht nur durch die naturräumlichen Gegebenheiten und technischen Möglichkeiten, sondern ganz entscheidend auch von gesellschaftlichen Bedingungen abhängig sind und einen von vielen Ungleichzeitigkeiten begleiteten Prozess darstellen. Historische, kulturwissenschaftliche und planerische Ansätze werden zusammengeführt und im Austausch mit Praktikern und Praktikerinnen zu einer umfassenden Perspektive auf den Tagebau und die Gestaltung seiner Folgelandschaft verbunden. Der Tagebau und die Gestaltung seiner Folgelandschaft sind somit nicht nur als ein technisches Vorhaben zu begreifen, in dem Landschaften neugestaltet werden, sondern auch als eine umfassende gesellschaftliche Transformation.

In der Tagung wird daher ein kritischer Rückblick auf Vergangenes gewagt und mit handlungsleitenden Visionen für zukünftiges Verstehen, Moderieren, Planen, Entwerfen, Gestalten und Entwickeln verbunden.

Weitere Informationen zur Tagung (Referenten, Programm etc.)
Anmeldeschluss: 15. August 2021, Anmeldeformular

Die Tagung findet im Rahmen des WIR!-Bündnisses Land-Innovation-Lausitz (LIL) im Verbundvorhaben „Welterbestudie: Lausitzer Tagebaufolgelandschaft als UNESCO Welterbe “ statt. Ausrichter der Tagung ist die Brandenburgische Technische Universität BTU Cottbus-Senftenberg, FG Planen in Industriefolgelandschaften in Kooperation mit dem Sorbischen Institut. Die Tagung wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Dr. Hauke Bartels (re.), Direktor des Sorbischen Instituts/Serbski institut beim Pressegespräch in Dissen
© Serbski institut (2021)

19 Millionen Euro für sorbische/wendische Projekte - Sorbisches Institut setzt zwei der sechs geförderten Vorhaben um

(Dissen, 16. Juli 2021)

Auszüge aus der MWFK-Pressemitteilung vom 16. Juli 2021:

Aus Bundesmitteln für den Strukturwandel in Kohleregionen werden ab 2022 innerhalb von zehn Jahren insgesamt 19 Millionen Euro für sechs sorbische/wendische Projekte im Land Brandenburg bereitgestellt. Der Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow, hat heute gemeinsam mit Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Institutes, Pětr Brězan, Vorsitzender des Sorbischen Kulturtourismus e.V., Sabine Sieg, stellvertretende Direktorin der Stiftung für das sorbische Volk, sowie Frank Kossick, Projektmanager der Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH, bei einem Pressegespräch im Heimatmuseum Dissen / Domowniski muzej Dešno (Landkreis Spree-Neiße / Wokrejs Sprjewja-Nysa) die geförderten Projekte präsentiert.

Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Instituts: „Mit der neuen Abteilung für Regionalentwicklung und Minderheitenschutz und dem Digitalen Lausitzatlas der sorbischen/wendischen Kultur können wir Forschungsprojekte, die sich mit dem Kulturerbe im weitesten Sinn beschäftigen, zusammenführen und systematisch fortsetzen. Die wissenschaftlichen Begleitstudien und Projektergebnisse des Sorbischen Instituts kommen der Region direkt zugute. Der Digitale Lausitzatlas, den ich mir perspektivisch auch gut als interaktive App vorstellen kann, soll nicht nur Wissen über Denkmäler, Bräuche und Feste sowie Persönlichkeiten des jeweiligen Ortes vermitteln, sondern auch über sorbisches Schrifttum, Geschichte, typische Eigennamen und andere sichtbare Elemente dieser besonderen Sprachlandschaft informieren – in Bild, Wort, Audio und vielleicht auch Video.“

Die einzelnen Vorhaben:

Sorbisches Institut I: Erweiterung um eine Abteilung für Regionalentwicklung und Minderheitenschutz – rund 6,2 Millionen Euro
Das Sorbische Institut ist die größte außeruniversitäre sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungsstätte in der Lausitz. Ziel des geförderten Projekts ist der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für Forschung, Projektentwicklung und -umsetzung. Die neue Abteilung für ʻRegionalentwicklung und Minderheitenschutzʻ wird ein Kompetenzzentrum für Transformations- und Minderheitenforschung sowie Praxistransfer und Regionalforschung, Sozialanalyse sowie Wissensaufbereitung und -vermittlung betreiben.

Sorbisches Institut II: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften – rund 5,5 Millionen Euro
Das sprachliche und kulturelle Erbe der wendischen Sprach- und Kulturlandschaften wird digital gesichert, dokumentiert sowie sicht- und nutzbar gemacht. Davon profitieren die Kulturarbeit von Vereinen, die kulturelle Bildung, der Kulturtourismus sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft. Dabei wird die Expertise aus laufenden Pilotvorhaben, etwa dem Projekt ʻDigitales Informationsportal zu sorbischen Sprachlandschaften – Konzeption und Erarbeitung eines Prototyps am Beispiel der Sprachlandschaft Schleifeʻ, genutzt.

Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH I: Masterplan zur Revitalisierung der niedersorbischen Sprache – rund 3,8 Millionen Euro
Die Revitalisierung der niedersorbischen Sprache wird unterstützt. Dafür sind Maßnahmen auf sprach-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Grundlage geplant, zum Beispiel die wissenschaftliche Bestandsaufnahme und die Formulierung eines Masterplans mit Handlungsansätzen für Staat, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft. Damit insbesondere Erwachsene Niedersorbisch effektiv erlernen können, werden innovative Methoden aus anderen Minderheiten-Regionen der Welt an Lausitzer Verhältnisse angepasst und erprobt. Ziele sind die Qualifizierung von Nachwuchskräften für wendischsprachige Berufe sowie die Reintegration der Sprache in familiäres Umfeld und regionalen Alltag. Nur so bleibt das zweisprachige Potenzial der Lausitz auch authentisch erhalten und nutzbar. Weitere Informationen: www.zorja.org

Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH II: Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes im deutsch-slawischen Kontext – rund 2,7 Millionen Euro
Das Potenzial des sorbischen/wendischen materiellen und immateriellen Kulturerbes soll besser ausgeschöpft werden, um z.B. den Kulturtourismus als Wirtschaftsfaktor zu stärken. Dafür setzt die Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH in Kooperation mit dem Sorbischen Institut und dem Arbeitskreis Lausitzer Museenland Projekte auf dem Gebiet der Dokumentation des immateriellen Kulturerbes und dessen kulturtouristischer Inwertsetzung um. Die Lausitzer Kultur- und Kreativwirtschaft wird einbezogen, um etwa mit Museen, Vereinen und Bildungsstätten neue Angebote zu entwickeln und das Sorbische/Wendische in Marketingstrategien einzubinden. Ziel ist es, ein breites Netzwerk für einen attraktiven Kulturtourismus in der Lausitz zu etablieren. Weitere Informationen: www.inwertsetzung-lausitz.de

Sorbischer Kulturtourismus e.V.: Modellprojekt zum Ausbau des Sorbischen Kulturtourismus – rund 420.000 Euro
Um die Arbeit des länderübergreifend tätigen Vereins Sorbischer Kulturtourismus e.V. in der Niederlausitz zu stärken, erhält dieser zehn Jahre lang eine Grundfinanzierung für den Aufbau tragfähiger Strukturen in Brandenburg. Der Verein wird insbesondere Anbieter*innen unterstützen, die im sorbischen/wendischen Raum bisher noch nicht aktiv waren, und dabei helfen, hochwertigere touristische Angebote zu entwickeln. Zu den geplanten Vorhaben zählt der qualitative und quantitative Ausbau der Themenradroute ‘Serbske impresije – Sorbische Impressionen‘. Weitere Informationen: www.tourismus-sorben.com

Stiftung für das sorbische Volk: Aufbau des sorbisch-deutschen Filmnetzwerkes ‘Łužycafilm‘ – rund 420.000 Euro
Es gibt viele filmreife Themen in der Lausitz: Das Mit- und Nebeneinander verschiedener Kulturen, Heimatverlust und Identität, wirtschaftlicher und ökologischer Wandel. Doch trotz kreativer Lausitzer Filmemacher*innen ist das regionale, insbesondere sorbische/wendische Filmschaffen national und international unterrepräsentiert. Um als Wirtschaftsregion zu bestehen, werden Image und Vermarktung immer wichtiger. Mit dem Aufbau des sorbisch-deutschen Filmnetzwerkes ‘Łužycafilm‘ wird der Aufbau einer leistungsstarken mittelständischen Filmwirtschaft in der Lausitz unterstützt. Weitere Informationen: http://luzyca-film.de

Hintergrund:
Die Mittel für die sechs geförderten, sorbischen/wendischen Projekte kommen aus Bundesmitteln für den Strukturwandel in Kohleregionen und werden vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zur Verfügung gestellt. Im 2020 in Kraft getretenen Bundesinvestitionsgesetz Kohleregionen sind ‘Maßnahmen zur Förderung der Bewahrung und Fortentwicklung der Sprache, Kultur und Traditionen des sorbischen Volkes als nationaler Minderheit‘ festgeschrieben. Zuvor hatte das Brandenburger Kulturministerium mit sorbischen/wendischen Akteur*innen Konzepte zur Entwicklung sorbischer Strukturwandelprojekte entwickelt. Mit dem Bundesgesetz sollen in der Lausitz sowohl die Folgen des Ausstiegs aus der Kohleverstromung abgemildert als auch Kohleregionen hervorragende Zukunftschancen erhalten. Hierfür erhalten die Braunkohleregionen bis zum Jahr 2038 Finanzhilfen in Höhe von 14 Milliarden Euro – davon sollen 6 Milliarden Euro in die Lausitz fließen.
PDF der vollständigen Medieninformation des MWFK vom 16.7.2021 zum Download


Neue Ausgabe der Zeitschrift für sorbische Sprache, Geschichte und Kultur erschienen

(Bautzen, Juni 2021)
Anfang Juni ist im Domowina Verlag das erste Heft der diesjährigen Ausgabe des "Lětopis" erschienen. Die interdisziplinäre wissenschaftliche Zeitschrift für Sorabistik wird vom Sorbischen Institut herausgegeben. Das Themenspektrum des Hefts ist weit gespannt. Die sorbisch-tschechischen Beziehungen werden in zwei Artikeln behandelt: einmal zu den Lebenserinnerungen von Schülern der Nachkriegsgeneration, die in Nordböhmen eingerichtete sorbische Schulen besuchten, und dann zum Interesse an den Sorben in der nordböhmischen Provinz während der Zwischenkriegszeit. Aktuelle Themen betreffen die Sorben im Rahmen der kritischen Kartografie und des Verwaltungsverfahrens um das immaterielle Kulturerbe. Ein musikwissenschaftlicher Artikel bespricht die Vertonung eines südslawischen Volksliedes durch Karl Eduard Hering, den Lehrer von Korla Awgust Kocor. Einen Schwerpunkt des Hefts stellt der erste Jahresbericht des sorbischen Sprachmonitorings dar: Im Rahmen eines Kooperationsvertrags mit dem Domowina-Verlag wird das gesamte dort erschienene sorbische Schrifttums eines Jahres sprachwissenschaftlich untersucht. Hier werden die Ergebnisse zu Neologismen, sprachlicher Variation und weiteren Besonderheiten des Sprachgebrauchs dargestellt. (Autor: Thomas Menzel)
PDF zum Download (Titel und Inhaltsverzeichnis)

Neuerscheinung: Dimensionen kultureller Sicherheit bei ethnischen und sprachlichen Minderheiten

(Bautzen, 21.5.2021)

Am 10. Mai 2021 ist die englischsprachige Publikation Dimensions of Cultural Security for National and Linguistic Minorities im Peter Lang Verlag erschienen.


Eine PDF mit Cover, Einleitung, Inhaltsverezichnis und der Autorenliste: Dimensions of Cultural Security
Flyer zur Publikation

Von Mehrheiten und Minderheiten: Wie divers sind ländliche Räume?

(Bautzen, 7.5.2021)

Diese Frage stand am 6./7. Mai im Mittelpunkt der Jahrestagung des Arbeitskreises Ländliche Räume der Deutschen Gesellschaft für Geographie und des vorangehenden Nachwuchsworkshops. Insgesamt beteiligten sich 40 Wissenschaftler:innen verschiedenster Disziplinen (Schnittmenge der Geographie bzw. ihrer Teildisziplinen, insbesondere mit der Soziologie und den Kulturwissenschaften) von Universitäten und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland und Tschechien an dem digitalen, interdisziplinären Treffen. Jahrestagung und Workshop hat das Sorbische Institut gemeinsam mit dem Thünen-Institut für Ländliche Räume (Braunschweig) organisiert. Beide Veranstaltungen widmeten sich in vergleichender Perspektive dem Verhältnis von Mehrheiten und Minderheiten in ländlichen Räumen. Marcel Langer und Fabian Jacobs vom Sorbischen Institut stellten die Lausitz/Łužica aus sorabistisch-kulturwissenschaftlicher und geographischer Perspektive vor. Ines Keller (ebenfalls Sorbisches Institut) sprach über Potenziale zivilgesellschaftlichen Engagements im ländlichen Raum – am Beispiel von Zeißig und Malschwitz. Im Jahr 2022 soll die Jahrestagung dann vor Ort in Bautzen stattfinden – das erste Mal in der Lausitz.

Programm der Fachtagung: http://ak-laendlicher-raum.de/images/WiebkeHiwi/AK_Laendliche_Raeume_Tagung_Bautzen_online2021_Programm.pdf
AK Ländliche Räume bei der Deutschen Gesellschaft für Geographie
Thünen-Institut für Ländliche Räume


Strukturwandel, Digitalisierung und demografischer Wandel: Aktionsplan für Niederlausitzer Museen und Heimatstuben vorgestellt

(Cottbus/Chóśebuz, 29.4.2021)

Heute stellten die Autoren Dr. Fabian Jacobs, Gregor Schneider (beide wissenschaftliche Mitarbeiter am Sorbischen Institut/Serbski institut), Dr. Lutz Laschewski und Daniel Häfner (beide Lausitzer Institut für strategische Beratung) im Rahmen eines Online-Pressegesprächs einen Aktionsplan für die Niederlausitzer Museen und Heimatstuben vor. Am Gespräch teilgenommen haben außerdem die am Prozess beteiligten Akteure (siehe Anhang im Aktionsplan).

Der Aktionsplan 2021 ist das Ergebnis eines Dialogprozesses im Jahr 2020 mit rund 50 Personen in drei ganztägigen Werkstätten und kleineren Gruppengesprächen. Vorausgegangen war eine Bestandsaufnahme durch Befragung von ca. 20 Niederlausitzer Museen und Heimatstuben. Die IST-Analyse wurde im Juni 2020 veröffentlicht, vgl. https://www.inwertsetzung-lausitz.de/ist-analyse-download/ .

"Der Aktionsplan lebt von den Erfahrungen und Ideen der beteiligten Akteure. Er fasst die beschriebenen Ziele, Barrieren und Herausforderungen zusammen und ordnet sie strategischen Handlungsfeldern zu. Wir danken allen Beteiligten und hoffen, dass sich die angestoßene Zusammenarbeit im Sinne eines nachhaltigen Inwertsetzens des sorbischen Kulturerbes fortsetzt", so Dr. Fabian Jacobs, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sorbischen Institut.

Der Aktionsplan beschreibt zum einen strategische Handlungsfelder für Entscheider:innen in Politik und Förderstrukturen, zum anderen benennt er konkrete Maßnahmen, die von den Akteur:innen im Arbeitskreis Lausitzer Museenland unmittelbar selbst umgesetzt werden können.

Das Strategiepapier nimmt Niederlausitzer Museen und Heimatstuben als Träger und Vermittler von Regionalgeschichte und -kultur in den Blick. Qua Definition sind diese musealen, erinnerungskulturellen Einrichtungen insbesondere dem Bewahren und Konservieren sowie der Vermittlung historischer Entwicklungen verpflichtet. Sie sind aber auch mit den Megatrends der Digitalisierung, des Strukturwandels und des demografischen Wandels konfrontiert. Im Zuge des Strukturwandels bieten sich den Einrichtungen neue Möglichkeiten, da die sorbische/wendische Kultur ein Alleinstellungsmerkmal der Lausitz/Łužyca ist und etwa das Schaffen sowie der Ausbau kulturtouristischer Angebote gesellschaftlich gewünscht ist.

Erstellt wurde der Aktionsplan im Rahmen des durch Strukturhilfemittel geförderten Verbundvorhabens „Inwertsetzung immateriellen Kulturerbes im deutsch-slawischen Kontext“. Ziel des Gesamtvorhabens sind wissenschaftliche Bestandsaufnahmen des sorbischen/ wendischen immateriellen Kulturerbes der Niederlausitz und ein digitaler Zugang der Informationen. Die Entwicklung von kulturtouristischen Angeboten, ein stärkeres und erweitertes "Lausitzer Museenland" sowie die Erarbeitung konkreter Inwertsetzungsstrategien sind weitere Projektziele, die gemeinsam mit den Partnern, dem Heimatmuseum Dissen/Dešno und der Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH verfolgt werden.

Gefördert wird das Vorhaben durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, unterstützt wird es durch das Brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. https://www.inwertsetzung-lausitz.de

Anlagen: Aktionsplan 2021 (IKE)

Eindruck der Wanderausstellung "Die Freiheit winkt!", die bis Ende Mai im Sorbischen Museum aufgestellt ist © Sorbisches Institut/Serbski institut, 2021

Wanderausstellung präsentiert: Die Freiheit winkt! Die Sorben und die Minderheitenfrage nach 1918

(Bautzen, 20.4.2021)

Neue Wanderausstellung des Sorbischen Instituts online präsentiert – Nach Premiere im Sorbischen Museum steht sie interessierten Institutionen zur Ausleihe zur Verfügung


Die neue Wanderausstellung des Sorbischen Instituts mit dem Titel "Die Freiheit winkt! Die Sorben und die Minderheitenfrage nach 1918" ist im Sorbischen Museum aufgebaut und kann besichtigt werden, sobald die Museen wieder öffnen. Heute wurde sie online präsentiert. Für die Ausstellung haben die Wissenschaftler:innen in rund 40 Archiven recherchiert, von Washington D.C. bis Prag. Aus dem reichen Fundus wurden zahlreiche bisher kaum bekannte Dokumente und Bilder, unter anderem aus dem Archivverbund Bautzen, dem Sorbischen Museum und dem Sorbischen Kulturarchiv, für die Präsentation ausgewählt; darunter Flugblätter, Fotografien, Karikaturen und politische Plakate. Bis 28. Mai 2021 ist die Ausstellung im Sorbischen Museum in Bautzen zu sehen, im Anschluss geht sie auf Wanderschaft durch die Lausitz, Sachsen und Brandenburg sowie Tschechien und Polen.

"‚Die Freiheit winkt!’, hieß es Anfang 1919 hoffnungsvoll unter den Sorben. Nach dem 1. Weltkrieg, nachdem die alte Ordnung in Deutschland und Europa zusammengebrochen war, schien eine selbstbestimmte Zukunft für die Sorben möglich. Die damals aufgeworfenen Fragen nach kultureller Autonomie, nach Interessenausgleich zwischen Sorben und Deutschen sowie nach grenzüberschreitender Verständigung sind Fragen, die uns bis heute beschäftigen und die es auch immer wieder neu zu stellen gilt", sagt Dr. Friedrich Pollack, Leiter der Abteilung Kulturwissenschaften am Sorbischen Institut.

Die Ausstellung wurde von Dr. Friedrich Pollack und Dr. Jana Piňosová, Historiker:innen am Sorbischen Institut in Bautzen, in Zusammenarbeit mit der Geschichtsagentur Culture and more aus Berlin erarbeitet. Produziert wurde sie von der Agentur Hinz & Kunst aus Braunschweig.

Die 15 Ausstellungstafeln sind durchgängig zweisprachig (Deutsch, Obersorbisch). Ergänzt werden sie durch gedruckte Guides auf Niedersorbisch, Tschechisch, Polnisch und Englisch.

Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, die Sächsische Staatsregierung, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds/ Česko-německý fond budoucnosti sowie die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der beschlossenen Haushalte des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.

Anlagen: Thematische Gliederung der Ausstellung, Leihgeber und weitere Archive und Bibliotheken
Medieninformation vom 20.4.2021 zum Download (als PDF-Datei)

Niedersorbische Rechtschreibkontrolle erweitert

(Cottbus, 5.3.2021)

Die aktuelle Version der niedersorbischen Rechtschreibkontrolle wurde um rund 3.200 Wörter und etwa 77.400 dazugehörige Wortformen erweitert. Der Wortschatz wurde im Rahmen des Monitorings des niedersorbischen Schrifttums 2019 bearbeitet, enthält aber auch bisher nicht enthaltene Fachtermini. Dabei handelt es sich um Wörter aus den von der Arbeitsstelle für sorbische/wendische Bildungsentwicklung bzw. vom Sprachzentrum WITAJ herausgegebenen Fachterminologien (für die Fächer: Computer und Internet 2004, Ethik-Religionskunde 2014, Zeichnen 2009, Musik 2006, Sachkunde 2011, Sport 2003, Geschichte 2010). Damit sind dort insgesamt über 90.000 Wörter mit über 3,7 Millionen Wortformen verzeichnet. Die Datenbasis des Moduls wird auch künftig beständig erweitert.

Die Entwicklung der aktuellen Version wurde gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der von den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushalte Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.

Erstes sorbisches Schulbuch, die Chronik von Wittichenau und Handschriften sorbischer Studenten digitalisiert – Nun über 1.600 Dokumente zugänglich

(Bautzen, 12.3.2021)

Seit Ende Februar sind unter https://sachsen.digital/ weitere digitalisierte sorbische Dokumente verfügbar. Es handelt sich dabei um 19 Bände und insgesamt 10.600 handschriftliche Seiten aus der Feder der Mitglieder des Studentenvereins "Serbowka" in Prag, die in den Jahren zwischen 1892 und 1925 entstanden sind. Darüber hinaus wurden 40 weitere historische Drucke des sorbischen Schrifttums zugänglich gemacht, darunter mehrere Kostbarkeiten aus dem 17. Jahrhundert. Digitalisiert wurden die "Serbowka"-Bände und historischen Drucke im Rahmen des Sächsischen Landesdigitalisierungsprogramms, an dem sich das Sorbische Institut seit dem Jahr 2019 beteiligt.

Eine solche Kostbarkeit ist "Ta mała Biblja" von Jan Hübner aus dem Jahre 1733 (Löbau, Verl. Reimers), vgl. https://bit.ly/30yR36D (Direktlink zum Digitalisat). Mit Unterstützung des Sorbischen Museums, das sein Exemplar der Bibel zur Verfügung stellte, konnten fehlende Seiten ergänzt werden, sodass das Digitalisat vollständig ist.

Schwerpunkt bei den frühen Drucken ist die religiöse Literatur. Das spiegelt sich auch in den Digitalisaten wider (vgl. angehängte Titelliste). Ein wertvolles Fundstück aus der weltlichen Fachliteratur sind die "Horne Lużicżke ßerßke Schul-Knischki" aus dem Jahre 1778 (hier in 2. Auflage, Erstauflage: 1770). Dies ist sozusagen das erste sorbische Schulbuch mit dem breiten Wissen der damaligen Zeit: Lesen, Rechnen, das damalige Geldsystem, Kirchengeschichte, Erdkunde a das korrekte Verhalten im Alltag. Verwiesen sei auch auf die "Khrónika Kulowa" aus dem Jahre 1878.

"Serbowka"-Bände: Ein Jahresband enthält jeweils die Tagebücher, eine Sammlung literarischer, geschichtswissenschaftlicher, sprachwissenschaftlicher und volkskundlicher Beiträge der Mitglieder, zusammengefasst in der Reihe "Kwětki" , sowie die Korrespondenz der Studenten. Die Originale der digitalisierten Bände lagern im Sorbischen Kulturarchiv beim Sorbischen Institut und beschreiben etwa ein Drittel aller Bände. Die anderen zwei Drittel befinden sich im Bestand der Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar in Prag. Autoren der Bände sind überwiegend Theologie-Studenten, darunter Nicolaus Andritzki, Nicolaus Dornick und Johann Ziesch.

Damit sind im Portal sachsen.digital insgesamt 1.634 Dokumente (Handschriften, historische Drucke, Zeitschriften und weitere Bände) aus den Sammlungen des Sorbischen Instituts zugänglich.

"Dass wir nun einen Teil des "Serbowka"-Nachlasses und wertvolle historische Drucke im Zuge des Sächsischen Landesdigitalisierungsprogramms zugänglich gemacht haben, ist ein weiterer wichtiger Schritt für die allgemeine Verfügbarkeit und Bewahrung des sorbischen kulturellen Erbes. Ich möchte auf diesem Wege insbesondere der SLUB für die Möglichkeit und die produktive Zusammenarbeit danken", so Wito Böhmak, Leiter der Sorbischen Zentralbibliothek und des Sorbischen Kulturarchivs am Sorbischen Institut in Bautzen.

Medieninformation vom 12.3.2021 zum Download (als PDF-Datei)

27.-29. Mai 2021: Jungakademisches Netzwerktreffen sorabistischer Forschung im online-Format

(Bautzen, 23.2.2021)

Das Sorbische Institut lädt junge Wissenschaftler:innen zum dritten Mal zum „Netzwerken“ ein. Im Mittelpunkt des Treffens stehen der interdisziplinäre Austausch und die Vernetzung von Forschenden, die sich regional- oder themenspezifisch mit Sorben/Wenden befassen oder dies vorhaben.

Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen findet das Netzwerken in diesem Jahr digital statt. Sollten es die allgemeinen Bedingungen zulassen, wird eine hybride Form angestrebt.

Drei aufeinander folgende Tage bieten den Teilnehmenden ein Forum, eigene Forschungsvorhaben zu präsentieren und zu diskutieren. Dabei sind fachspezifische Beiträge z.B. aus der Linguistik, der Kulturwissenschaft oder der Geschichtswissenschaft ebenso willkommen wie transdisziplinäre Projekte aus der vergleichenden Minderheitenforschung oder den Digital Humanities. Wer sein Forschungsvorhaben (z.B. Bachelor-, Master-, Magister- oder Doktorarbeit, Post-Doc-Projekt) vorstellen möchte, sollte eine Projektskizze (max. eine A4-Seite) zusammen mit einer Kurz-Vita (inkl. Fachrichtung, Wirkungsort und derzeitige Arbeitsschwerpunkte) einreichen.

Außerdem soll das Treffen wieder dazu dienen, das sorabistische Netzwerkverständnis zu reflektieren. Es soll weiter über Bedingungen und Perspektiven interdisziplinärer Zusammenarbeit nachgedacht werden. Themenvorschläge für Diskussionskreise sind erwünscht!

Die Arbeitssprachen sind Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch.

Ablauf:
Folgende digitale Zeitslots stehen zur Verfügung: 27.-29. Mai 2021 jeweils zwischen 11-16 Uhr. Für eine Projektvorstellung sind maximal 30 Minuten inkl. Diskussion vorgesehen. Nähere Abstimmungen bezüglich der inhaltlichen Gestaltung und Moderation einzelner Panels erfolgen nach Anmeldeschluss und werden von Mitarbeiter:innen des Sorbischen Instituts gemeinsam mit den Interessent:innen des Netzwerks übernommen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eventuelle Fahrtkosten können nicht erstattet werden.

Kontakt und Anmeldung:
Interessent:innen melden sich bitte bis spätestens 18. April 2021 per E-Mail bei:
Ankündigung des Netzwerktreffens vom 23.2.2021 zum Download (als PDF-Datei)


140 historische Dokumente beim Online-Wettbewerb entziffert

(Bautzen/Dresden, 20.2.2021)

Gewinner des Transcribathons am 18./19.2. ist Benjamin Spendrin, Student der Geschichte an der TU Darmstadt, der binnen 24 Stunden ganze 37 Dokumente aus Lausitzer Archiven transkribierte und mit Orts- und Personenangaben versah. Insgesamt wurden 140 Dokumente, zum Beispiel Briefe, Aktenblätter und Seiten aus Geschäftsbüchern, bearbeitet. Das entspricht genau 116.796 transkribierten Zeichen. Die vier Lausitzer Quellen, die das Staatsfilialarchiv Bautzen und Stadtarchiv Kamenz unkompliziert bereitstellten, wurden fast vollständig transkribiert.

Einen eher symbolischen Charakter haben die Buchpreise für die Erstplatzierten der außergewöhnlichen Citizen-Science-Aktion (Wissenschaft für und mit Bürger:innen), an der 15 Personen aktiv teilnahmen. Stille Beobachter gab es deutlich mehr. Die Teilnehmer:innen teilen das Interesse an alten Handschriften und ihre Freude am Transkribieren – vom Studierenden bis zum Ruheständler. Überraschenderweise spielte der regionale und thematisch-inhaltliche Bezug keine entscheidende Rolle bei der Entscheidung, mitzumachen. In der abschließenden Feedbackrunde gab es durchweg positive Reaktionen. Die meisten empfanden die gemeinsame Arbeit als sehr motivierend, ebenso die sofortige Sichtbarkeit des Fortschrittes und das Wissen, dass die Dokumente dauerhaft zugänglich bleiben.

Dr. Friedrich Pollack, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften am Sorbischen Institut und selbst Teilnehmer, zeigt sich sehr zufrieden: „Die Veranstaltung hat gezeigt, wozu Schwarmintelligenz im Stande ist. Das hat sehr großes Potenzial für die geschichts- und kulturwissenschaftliche Arbeit am Sorbischen Institut. Wir überlegen schon, wie wir solche Mitmach-Events in Zukunft vielleicht öfter anbieten können. An interessanten Dokumenten mangelt es in der sorbischen und Lausitzer Geschichte zweifelsfrei nicht.“


Martin Munke, SLUB-Referatsleiter: "Besonders spannend war die Zusammensetzung der Gruppe aus privat und beruflich Interessierten, aus Familienforscher:innen und Wissenschaftler:innen. Das ist genau das, was wir mit Citizen Science erreichen wollen: die Welten der ehrenamtlichen und der professionellen Auseinandersetzung mit wissenschaftlich relevanten Themen zusammenzubringen."

Am 18./19.2. konnten Interessierte in den virtuellen Räumen des Sorbischen Instituts und der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Lausitzer Industriegeschichte auf ganz ungewöhnliche Art entdecken – beim 24-stündigen Transcribathon „Sachsen at Work“. Bei dem Transkribier-Wettbewerb, einem europäischen Crowdsourcing-Projekt, entschlüsselten die Teilnehmer:innen historische Handschriften und übertrugen sie in eine maschinenlesbare Form. Danach verbleiben die Dokumente dauerhaft in der zentralen virtuellen Bibliothek für Geschichte und Kultur Europas europeana.eu verfügbar. Interessierte können auch nach dem Wettbewerb weitertranskribieren und einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung regionaler Geschichte leisten.

Das vom Institut "Facts & Files" organisierte Mitmach-Event ist ein gemeinsames Projekt mit der Europeana und der 4. Sächsischen Landesausstellung "500 Jahre Industriekultur in Sachsen". Die SLUB Dresden und das Sorbische Institut sind Veranstalter und Projektpartner.

Weitere Infos und Präsentation der Ergebnisliste: https://europeana.transcribathon.eu/runs/sachsen-at-work/saw-2021/
Medieninformation zum Transcribathon vom 20.2.2021 zum Download (als PDF-Datei)


Lausitzer Industriegeschichte entdecken – auf ganz ungewöhnliche Art! 24-Stunden-Transcribathon "Sachsen at Work. Digitale Industriekultur"

(Bautzen/Dresden, 12.2.2021)

Jetzt anmelden zum Transcribathon „Sachsen at Work“ am 18./19.2. in den virtuellen Räumen des Sorbischen Instituts und der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek. Bei dem virtuellen Wettbewerb im Transkribieren entschlüsseln die Teilnehmer:innen historische Handschriften, unter anderem aus Kamenz und Bautzen, und übertragen sie in eine maschinenlesbare Form. Der Transcribathon ist eine schöne Gelegenheit, sich von zu Hause aus mit der vielfältigen Industriegeschichte Sachsens und der Oberlausitz zu beschäftigen.

Dr. Friedrich Pollack, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften am Sorbischen Institut: „Interessierte können trotz geschlossener Museen in spannenden historischen Dokumenten blättern. Und sie können sprichwörtlich an der Geschichte Sachsens und der Oberlausitz mitschreiben.“

Der Wettbewerb im Transkribieren dauert genau 24 Stunden. Mitmachen kann jeder mit historischem Interesse und Spaß am Entziffern von alter deutscher Schrift.

Bei dem europäischen Crowdsourcing-Projekt beschreiben, transkribieren und annotieren (mit weiteren Informationen anreichern) Geschichtsinteressierte historische Dokumente, die anschließend auf dem Portal europeana.eu, der zentralen virtuellen Bibliothek für Geschichte und Kultur Europas, präsentiert werden.

Das vom Institut "Facts & Files" organisierte Mitmach-Event ist ein gemeinsames Projekt mit der Europeana und der 4. Sächsischen Landesausstellung "500 Jahre Industriekultur in Sachsen". Auch die SLUB Dresden ist Projektpartner.

Nützliche Links:
www.slubdd.de/sachsenatwork - Anmeldung
https://europeana.transcribathon.eu/runs/sachsen-at-work/anleitung-transcribathon/ - Anleitung und Beschreibung zum Transkribieren und richtigen Verschlagworten
Medieninformation zum Transcribathon vom 12.2.2021 zum Download (als PDF-Datei)


Neu auf dem niedersorbischen Namensportal: 2.500 Familiennamen und 100 Vornamen

(Cottbus, 04.02.2021)

Ab sofort kann auf dem niedersorbischen Sprachenportal, konkret im Namensservice unter niedersorbisch.de/mjenja nach rund 2.500 Familiennamen und über 100 Vornamen (jeweils der Grundform) gesucht werden. Dafür haben die Sprachwissenschaftler:innen der niedersorbischen Zweigstelle des Sorbischen Instituts in Cottbus im vergangenen Jahr die aufgeführten niedersorbischen Eigennamen aus den unterschiedlichen Quellen geordnet, aufbereitet sowie den Bestand ergänzt und um weitere Informationen angereichert.

Vorgestellt werden außer der Hauptform des Namens, die traditionell für männliche Namensträger verwendet wird (z.B. "Witka"), die Namensform für Frauen ("Witcyna"), die Form für die Familie als Ganzes ("Witcyc"), die abgeleitete Possessivform ("Witcyny") und gegebenenfalls irregulär gebildete Formen ("Witkojc"). Aufgeführt werden außerdem mögliche deutsche Äquivalente, gegebenenfalls bekannte Namensträger:innen und immer auch Informationen darüber, in welchen als Quellen genutzten Wörterbüchern und Lexika der jeweilige Name bereits verzeichnet ist.

Die Klassifikation und Zuordnung der Vornamen ist häufig nicht eindeutig. Es ist sogar schwierig, eine Grenzlinie zu ziehen, ab welcher beispielsweise eine verkürzte oder deminutive Form beginnt als eigenständiger Name zu funktionieren. Ein Beispiel ist der Vorname Měto. Er kann als Kurzform des Namens Mjertyn interpretiert werden, wird aber auch direkt als Vorname verwendet.

Je nach Ressourcen wird das Portal um weitere Familien- und Ortsnamen ergänzt sowie um weitere Namenstypen. Geplant ist auch das Portal mit Angaben zur Herkunft und Bedeutung der Namen (etymologische Erklärungen) zu erweitern.

Das Vorhaben wurde gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der beschlossenen Haushalte des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.

Weitere Informationen zum Namensportal:
Im März 2020 wurde das Portal unter niedersorbisch.de mit den Siedlungsnamen des sorbischen Siedlungsgebiets in Brandenburg vorgestellt, vgl. Medieninformation vom 21.03.2020 . Im zweiten Schritt wurden die Namen weiterer brandenburgischer Siedlungen außerhalb des Siedlungsgebiets ergänzt. Damit sind aktuell Informationen zu über 1.000 Siedlungen bzw. Verwaltungseinheiten veröffentlicht. Nun wurde die Seite um Familien- und Vornamen erweitert.

Über 9.300 neue Wörter und verbesserte Rechtschreibkontrolle im beliebten digitalen obersorbisch-deutschen Wörterbuch

(Bautzen, 22.01.2021)

Eine erweiterte und verbesserte obersorbische automatische Rechtschreibkontrolle für Office-Anwendungen gibt es seit Kurzem auf der Webseite www.soblex.de , die umfangreiche Sprachressourcen zum Obersorbischen anbietet und deren sprachwissenschaftliche Bearbeitung im Sorbischen Institut realisiert wird. Integriert wurde bisher nicht registrierte Lexik aus dem Deutsch-obersorbischen Wörterbuch (DOW 1989/1991) – es handelt sich um über 9.300 zusätzliche sorbische Wörter mit mehr als 332.000 zugehörigen Wortformen. Für jedes Wort lassen sich, wie auf soblex üblich, auch alle Flexionsformen in Tabellenform abrufen. Die neu integrierten Wörter aus dem DOW erkennt der Nutzer über den Quellennachweis am Ende des Eintrags, z.B. wenn man hłowułamanje sucht. Die Erweiterung ist das Ergebnis eines Projekts, das im Rahmen des Programms "Sorbisch in den neuen digitalen Medien" gefördert wurde durch die Stiftung für das sorbische Volk (weitere Informationen zum Projekt ).
Gleichzeitig wurde ein weiterer Schritt der Verflechtung der Sprachressourcen auf soblex mit denen auf dem Sprachportal des Sorbischen Instituts www.hornjoserbsce.de realisiert. Durch die Integrierung der deutschen Stichwörter in die Datenbasis bietet nun auch soblex einen direkten Zugang zur Online-Version des Deutsch-obersorbischen Wörterbuchs (1989/1991), die im Dezember auf hornjoserbsce.de veröffentlicht wurde. Zudem sind die neu aufgenommenen sorbischen Wörter mit ihren Einträgen unter www.hornjoserbsce.de/dow verlinkt.
Fachlicher Ansprechpartner: Dr. Sonja Wölke, sonja.woelkowa@serbski-institut.de

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