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August 2026
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Sehr geehrte Leserinnen und Leser - cesćone cytarki a cytarje,

die Digitalisierung des reichen und in zahlreichen Einrichtungen dezentral gesammelten sorbischen Kulturguts schreitet voran. Eine tragende Säule dieser überinstitutionellen Langzeit-Aufgabe ist der Aufbau eines digitalen, standardgemäßen und gut vernetzten Gesamtkatalogs. Dieser war vom Institut unter dem Titel „Sorbisches Kulturregister“ konzipiert worden und kann nun schrittweise befüllt sowie technisch ausgebaut werden (vgl. Beitrag unten). Ein wichtiger Schritt in Richtung Sicherung und Sichtbarkeit des sorbischen/wendischen kulturellen Erbes!

Prof. Dr. Hauke Bartels
Institutsdirektor

Update: Sorbisches Kulturregister

Gute Nachrichten für das im Aufbau befindliche Sorbische Kulturregister! Nach einer mehrjährigen Konzeptionsphase, zu der auch die Entwicklung einer technischen Infrastruktur gehörte (das „Registerinformationssystem“), konnte nun ab Juli 2026 mit der schrittweisen systematischen Befüllung des Registers begonnen werden. Dazu wurde für das zweite Halbjahr 2026 eine Kooperation mit den beiden großen sorbischen Museen vereinbart.

„Sorabistik vor Ort“ wird 2027 fortgesetzt

Banner Sorabistik vor Ort | Sorabistika po puću
Aufgrund des Zuspruchs und der Nachfrage wird das Angebot im Jahr 2027 fortgesetzt. Vereine, Museen, Heimatstuben und kulturelle Bildungseinrichtungen in Sachsen und Brandenburg können schon jetzt Themen für das kommende Jahr oder die zweite Jahreshälfte 2026 aussuchen und via Formular anfragen. - Im laufenden Jahr stellten am Sorbischen Institut Forschende und Mitarbeiter:innen der Sorbischen Zentralbibliothek und des Sorbischen Kulturarchivs ihre Themen bereits an 38 Orten in der Ober- und Niederlausitz vor.

Sommerkurs für sorbische Sprache und Kultur 2026

Alle zwei Jahre findet der Internationale Sommerkurs für sorbische Sprache und Kultur des Sorbischen Instituts in Bautzen statt. Vom 24. Juli bis 8. August nahmen 40 Personen im Alter von 21 bis 74 Jahren aus zehn Ländern, davon rund die Hälfte aus slawischen Ländern, am aktuellen Intensivkurs teil. Die Kursist:innen lernten auf verschiedenen Sprachniveaus im Unterricht die obersorbische Sprache. In weiteren Angeboten tauchten sie in Sprache und Kultur ein - sei es beim abendlichen Spielen, Singen oder Tanzen, ebenso wie beim Anprobieren der sorbischen Tracht oder Kennenlernen sorbischer Institutionen und Medien.

Sorbisches Institut im Copernico-Netzwerk

Das Sorbische Institut ist neues Mitglied im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“. Aktuell erschien im Copernico-Portal ein Beitrag von SI-Historiker Dr. Friedrich Pollack zum Bild der Sorben im frühen Spreewaldtourismus.

Inventar der niedersorbischen Drucke online

Als neueste Sammlung im sorabistischen Wissensportal SORABICON veröffentlichte das Sorbische Institut ein Inventar des gesamten gedruckten niedersorbischen/wendischen Schrifttums von den Anfängen bis zum Jahr 2024. (Die Liste wird noch ergänzt, insbesondere fehlen aktuell noch einige der ältesten Drucke.)

Weitere Neuigkeiten: Sorabicon und Sprachportal

Öffnungszeiten Lesesaal
Montag – Mittwoch: 9–16 Uhr
Donnerstag: 9–18 Uhr
Freitag geschlossen
biblioteka-archiw@serbski-institut.de
Telefon: 03591 4972-15 (Auskunft Lesesaal)
» Virtueller Lesesaal

Immer aktuell unter www.serbski-institut.de.

17. September

Tagung

BTU-Zentralcampus in Cottbus/Chóśebuz, 9:00-13:00 Uhr:
Stadt-/Regionalplanung, Minderheitengovernance und sorbische Kultur
» weitere Informationen, Anmeldung bis 3. September

23./24. Sept.

Konferenz

Zabrze, Polen: Minderheiten hinter dem Eisernen Vorhang
Organisation: Forschungszentrum der Deutschen Minderheit, in Kooperation mit dem Sorbischen Institut
» weitere Informationen

21. Oktober

SI-Vortrag

Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Petri Bautzen, Am Stadtwall 12, 18:00 Uhr:
Paul Gerhardt und seine Zeit in der Lausitz
Referentin: Susanne Weichenhahn, Pfarrerin und OKR i.R.
» weitere Informationen zur gemeinsamen Veranstaltung

26. November

Jubiläum

Burgtheater Bautzen, Ortenburg 7, 18:30 Uhr:
Festveranstaltung zum Abschluss des Jubiläumsjahres 75 Jahre sorabistische Forschung
» weitere Informationen folgen

bis 03/2027

Ausstellung

Sorbisches Institut Bautzen, Bahnhofstraße 6, Foyer:
Worte stiften –
Henriette Catharina von Gersdorf (1648-1726)
» weitere Informationen

» Veranstaltungskalender

Exkursion zu den Südsami

Vom 1. bis 5. Juni unternahm die Abteilung Regionalentwicklung und Minderheitenschutz eine Fachexkursion nach Norwegen zu den Südsami. Sie informierten sich über die Bildungsarbeit, Sprachrevitalisierung und Kulturvermittlung der dortigen Minderheit, z.B. an der Nord University in Levanger, die die Lehrkräfteausbildung für süd- und lulesamische Sprache und Kultur organisiert, oder beim Netzwerk SAMLA, das die grenzüberschreitende Forschung, Lehrerausbildung und Sprachrevitalisierung für kleine samische Sprachen unterstützt. Interessant waren praktische Einblicke bei einer Rentierhalterfamilie, aber auch der Besuch des südsamischen Museums und Kulturzentrums Saemien Sijte in Snåsa. Die Teilnehmenden nahmen wertvolle Impulse für die Lausitz mit. - Begleitet hat die Exkursion ein Filmteam des rbb. In der August-Ausgabe des Magazins „Łužyca“ erscheint der Beitrag.

Wölfe erzählen

Am 21. Mai stellte Autorin und Ethnologin Marlis Heyer im Kamenzer Museum der Westlausitz ihr Buch Wölfe erzählen. Eine Ethnografie vielartiger Narrative der Lausitz (Schriftenreihe, Band 73, s.u.) mit den Ergebnissen ihrer mehrjährigen Studien zur Rückkehr der Wölfe in der Lausitz vor. Vor rund 20 Zuhörern berichtete sie über ihre Feldforschungen, z.B. an der Seite der Wolfsbeobachter, und las Ausschnitte aus Interviews mit Naturschützern, Förstern, Schäfern und Anwohnern der untersuchten Region in der Nähe von Schwarze Pumpe vor. Marlis Heyer war zwischen 2018 und 2020 assoziierte Doktorandin des Sorbischen Instituts. Das vorgestellte Buch ist zugleich ihre Dissertation.

Fünf Jahre Wanderausstellung - eine Zwischenbilanz

Seit über fünf Jahren tourt die Wanderausstellung „Die Freiheit winkt! Die Sorben und die Minderheitenfrage nach 1918“ des Sorbischen Instituts. Bis jetzt vermittelte sie an 23 Orten in drei Ländern anschaulich Wissen über die Hochphase der sorbischen Nationalbestrebungen zwischen den Weltkriegen.

Neuzugänge

Seit dem 10. August arbeitet Dr. Heike Messemer als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sorbischen Institut. Sie gehört zum Projektteam "Sorbisches Kulturregister". Die promovierte Kunsthistorikerin war mehrere Jahre für NFDI4Objects (Nationale Forschungsdaten-Infrastuktur für die materiellen Hinterlassenschaften der Menschheitsgeschichte) tätig.
Ebenfalls im August trat Maria Jürich ihre neue Stelle als Assistenz im Abteilungssekretariat Kulturwissenschaften an. Und im September nimmt Carolin Margraf ihre Beschäftigung als neue Projektmanagerin der Abteilung Regionalentwicklung und Minderheitenschutz auf.

Ausschreibung Research Fellowship 2027

Das Sorbische Institut vergibt zwei bis drei Fellowships für einen mindestens vierwöchigen Forschungsaufenthalt. Gefördert werden Vorhaben, die sich mit Fragen der (vergleichenden) Minderheitenforschung und/oder der Sprache, Geschichte und Kultur der Lausitzer Sorben beschäftigen. Bewerbungsfrist: 31.10.2026

Neuerscheinungen

Buchcover mit Hintergrund in zwei Gelbtönen. Oben stehen der Reihenname „Schriftenreihe RINGVORLESUNGEN der Märchen-Stiftung Walter Kahn“, die Namen der Herausgeberinnen Susanne Hose und Juliane Rehnolt sowie das Logo der Märchen-Stiftung Walter Kahn. Im Zentrum befindet sich eine Illustration eines düsteren Waldes mit hohen, dunkelgrünen Bäumen. Im Vordergrund wachsen rosa Fingerhutblüten und Farne, daneben stehen Pilze; rechts ist ein Baumstumpf mit Spinnweben zu sehen. Zwischen den Ästen sind feine Spinnweben gespannt, vereinzelt fliegen kleine helle Insekten. Über die Illustration gelegt steht in weißer Schrift der Titel „Die unheile Welt“, darunter durch eine Linie getrennt der Untertitel „Zerstörung und Erneuerung im Märchen“. Links verläuft ein senkrechter dunkelgelber Balken mit der Bandnummer 19 sowie der Nennung von TU Dresden und Sorbischem Institut.
Die unheile Welt - Zerstörung und Erneuerung im Märchen

Hrsg. Susanne Hose, Juliane Rehnolt (Schriftenreihe Ringvorlesungen der Märchen-Stiftung Walter Kahn, Bd. 19)
240 S., kartoniert
ISBN: 978-3-9820250-4-9, Preis: 14,00 Euro
Cover der Publikation "Verschwundene Dörfer im Lausitzer Braunkohlenrevier" von Frank Förster (erschienen als Band 8 der Schriftenreihe des Sorbischen Instituts), hier die aktualisierte, ergänzte 4. Auflage. Das Cover ist in grün-türkis Tönen gehalten, mittig ein Bagger-Motiv und im Hintergrund die Gebäude eines Dorfes.
Verschwundene Dörfer im Lausitzer Braunkohlenrevier
4. aktualisierte, überarbeitete Auflage

Frank Förster
Hrsg. Robert Lorenz / Sorbisches Institut
Verlag: Domowina-Verlag GmbH (Schriftenreihe, Band 8)
416 Seiten, Broschur (mit Bild- und Kartenmaterial)
ISBN: 978-3-7420-2744-3, Preis: 32,00 Euro
Wölfe erzählen_Cover
Wölfe erzählen
Eine Ethnografie vielartiger Narrative der Lausitz

Autorin: Marlis Heyer
Hrsg. Sorbisches Institut (Schriftenreihe, Band 73)
Verlag: Frank & Timme
414 Seiten, kartoniert
ISBN: 978-3-7329-1227-8, Preis: 68,00 Euro
Cover der Publikation Kleine Reihe, Heft 41, mit großem Foto eines traditionellen sorbischen Festes anlässlich des Aufstellens des Maibaums: Mehrere Menschen richten im Freien einen hohen geschmückten Baumstamm auf. Über dem Foto liegen grafische Linien und Pfeilformen. Links und unten befinden sich blaue Farbflächen mit Titel, Autorennamen und dem Logo des Sorbischen Instituts
Kulturelle Diversität und Immaterielles Kulturerbe
Forschung, Beratung und Praxis im Dialog

Hrsg. Fabian Jacobs, Ines Keller (Kleine Reihe, Heft 41)
148 Seiten. 23 Abbildungen. A5 Broschur
ISBN 978-3-948166-83-0, Preis: 5,00 Euro

Die Buchvorstellung am 24.06.2026 fand im Wendischen Haus in Cottbus/Chóśebuz statt.
Das Cover des Buches Kleine Reihe Band 40 – „Ins Herz gesungen. Herrnhutische Wundenmystik in deutschen und sorbischen Liedern der 1740er Jahre“ von Marleen Schindler ist in verschiedenen Rottönen gehalten. Im oberen rechten Bereich befindet sich ein Gemälde. Es zeigt eine zentrale stehende Figur in einem weißen Gewand. An Händen, Füßen und an der Brust sind deutlich Wundmale zu erkennen. Die Darstellung macht deutlich, dass es sich um den auferstandenen Jesus Christus handelt. Links und rechts neben ihm knien zwei Personen: eine Frau auf der linken Seite und ein Mann auf der rechten Seite. Die Frau berührt mit ihren Händen die Beine Jesu. Der Mann legt seine Finger in die Brustwunde Jesu und betrachtet sie aufmerksam. Das Gemälde zeigt somit eine Szene, in der die Wunden Jesu nach seiner Wiederauferstehung betrachtet und verehrt werden.
Ins Herz gesungen
Herrnhutische Wundenmystik in deutschen und sorbischen Liedern der 1740er Jahre

Autorin: Marleen Schindler
Hrsg. Sorbisches Institut (Kleine Reihe, Heft 40)
101 Seiten. 21 Abbildungen. A5 Broschur
ISBN: 978-3-948166-85-4, Preis: 12,00 Euro
Titelseite einer Publikation von Anca Claudia Prodan mit dem Titel „Sorbische Lebenswelten im digitalen Zeitalter“. Untertitel: „Rückblick auf ein transdisziplinäres Forum“. Gestaltung in Weiß und Hellblau mit abstrakten geometrischen Formen und Logo des Sorbischen Instituts unten rechts
Sorbische Lebenswelten im digitalen Zeitalter
Rückblick auf ein transdisziplinäres Forum

Autorin: Anca Claudia Prodan
Hrsg. Sorbisches Institut (Sorabistische Arbeitspapiere 12)
60 Seiten / A4-Broschur
Institutionalisierung von Sprachplanung
Bericht und Thesenpapier zur internationalen Konferenz "Language revitalisation planning: structures and processes", Cottbus/Chóśebuz, 8.-9. Mai 2025

Autor:innen: Anastasija Kostiučenko, Měto Nowak, Julija Běrinkowa, Lutz Laschewski, Sophie Rädel
Hrsg. Sorbisches Institut (Sorabistische Arbeitspapiere 11)
40 Seiten / A4-Broschur
Piotr Pałys (2. Februar 2026). Der Blick der Nachbarn. Darstellungen sorbischer Geschichte in Polen. In: Lausitz – Łužica – Łužyca. Ein Beitrag der Reihe „Geschichte machen/Stawizny tworić” (abgerufen am 31.07.2026). DOI: https://doi.org/10.58079/15lo6
LĚTOPIS – Zeitschrift für Sorabistik und vergleichende Minderheitenforschung 72/2025

Hrsg. Sorbisches Institut
Verlag: Domowina-Verlag GmbH
207 S., Softcover
ISSN 0943-2787, Preis: 20,00 Euro
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Madlen Domaschke
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