Lebendiges Kulturerbe sichtbarer – Zampern und Zapust im Wissensportal SORABICON veröffentlicht
Das sorabistische Wissensportal des Sorbischen Instituts SORABICON baut seine digitale Dokumentation des immateriellen Kulturerbes der Niederlausitz weiter aus. Vor Kurzem wurden in der Sammlung „Lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“ die Fastnachtsbräuche Zampern und Zapust veröffentlicht.
Mit den zwei neuen Bräuchen informiert die digitale Sammlung des Sorbischen Instituts nun anschaulich über 13 kulturelle Praktiken des immateriellen Kulturerbes in 118 Orten der Niederlausitz – anhand von 905 Belegen (meist Fotos, Zeitungsartikeln und Videos). Zampern und Zapust prägen seit Generationen das gesellschaftliche Leben in den sorbischen/wendischen Dörfern der Niederlausitz uns gehören zu den bekanntesten Ausdrucksformen der Fastnachtszeit. Die Online-Dokumentation macht ihre regionalen Ausprägungen und die Vielfalt lokaler Traditionen sichtbar.
Das Zampern bildet vielerorts den Auftakt der Fastnachtszeit. Verkleidete Gruppen ziehen mit Musik von Haus zu Haus, tanzen mit den Bewohnern und sammeln Gaben für das gemeinsame Eieressen. Der Heischebrauch wird bis heute von den Dorfgemeinschaften getragen.
Den Höhepunkt der Fastnacht bildet anschließend der Zapust. Festlich gekleidete Paare ziehen begleitet von Blasmusik durch das Dorf, besuchen die Einwohner und pflegen mit Tanz und Begegnungen eine Tradition, die Gemeinschaft, Zusammenhalt und kulturelle Identität sichtbar macht. In vielen Orten zählt der Zapust zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres.
Das Modul „Lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“ im Wissensportal SORABICON ist eine dynamische Sammlung zum immateriellen Kulturerbe. Kulturelle Praktiken werden wissenschaftlich dokumentiert und mit Fotografien, Zeitungsberichten, Filmen und weiteren anschaulichen Quellen verknüpft. Die Inhalte stehen in mehreren Sprachen zur Verfügung und richten sich an allgemein Interessierte ebenso wie an Forschende. Neben den sorbischen/wendischen Bräuchen und Festen informiert die Sammlung über traditionelle Handwerkstechniken, mündlich überlieferte Traditionen, darstellende Künste und Naturwissen. Neben dem thematischen Zugang gibt die interaktive Karte eine gute Übersicht .
Das Projekt „Praktiken immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz“ ist Teil des Gesamtvorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Das Vorhaben wird durch die Stiftung für das sorbische Volk aus Mitteln des Bundesministeriums des Inneren aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.