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ESF-Projekt "Sorbenwissen"

Unter dem Titel „Sorbenwissen“ führen die Technische Universität Dresden und das Sorbische Institut seit 1.7.2016 für drei Jahre ein gemeinsames Forschungsprojekt durch, in dessen Zentrum eine insgesamt siebenköpfige Nachwuchsforschergruppe steht. Das Vorhaben wird durch den Europäischen Sozialfonds finanziert. Der Begriff „Sorbenwissen“ schließt neben der wissenschaftlichen eine Vielzahl weiterer Formen sozialen Wissens über die Sorben ein. Zugleich verweist er auch auf den sozial konstruierten Charakter jeglichen Wissens. In forschungspraktischer Hinsicht soll dieser Tatsache durch methodische Pluralität begegnet werden. Das Vorhaben ordnet sich damit zugleich in die aktuelle Forschungsdiskussion über transnationale- bzw. transkulturelle Geschichts- und Kulturstudien ein, die das heuristische Potential komparatistischer sowie transfer- und verflechtungsorientierter Ansätze betonen.
Im Zentrum der Nachwuchsforschergruppe steht die kritische Auseinandersetzung mit den Diskursen und Praktiken der Konzeptualisierung von Sorbischem und Sorbischsein im Spannungsfeld von Selbst- und Fremdzuschreibung, von Wissenschaft und Kultur sowie von Politik und Alltag. Die einzelnen Teilprojekte sollen dieses komplexe Themenfeld in exemplarischen Fallstudien erschließen.

Das Hauptziel des Gesamtvorhabens besteht in der Erarbeitung einer umfassenden Zusammenschau, die unser Verständnis von der Produktion und Verbreitung gesellschaftlichen Wissens über die Sorben wesentlich erweitern soll. Darüber hinaus verspricht der gewählte Ansatz nachhaltige Impulse für die Diskussion über den Gegenstand der Sorabistik sowie ihre wissenschaftliche und gesellschaftliche Verortung. Auf mittlere Sicht sollen die Ergebnisse ferner in die Projektion eines dauerhaften digitalen Wissensportals über die Sorben einfließen.
Förderprogramm: ESF Sachsen, Richtlinie SMWK: Nachwuchsforschergruppen
Laufzeit: 2016 –2019
Projektleiter: Prof. Dr. Prunitsch | Prof. Dr. Scharloth (TU Dresden ), Dr. Hauke Bartels (Sorbisches Institut)

Am Sorbischen Institut angesiedelte MODULE:

1. Interdisziplinäres Forschungskorpus
Eines der beiden direkt am Sorbischen Institut angesiedelten Teilvorhaben widmet sich der Aufbereitung einer wichtigen Wissensquelle: den computerlesbaren Korpora nieder- und obersorbischen Schrifttums als Ausdruck und Speicher (und damit Forschungsbasis) „veröffentlichten“ Wissens. Dabei steht in diesem Modul eine solche Zusammenstellung und Aufbereitung von Korpustexten im Mittelpunkt, die die Grundlage für ein breit und interdisziplinär nutzbares Forschungskorpus beider sorbischer Sprachen bildet.

Projektleitung: Hauke Bartels (Sorbisches Institut), Joachim Scharloth (TU Dresden)
Projektbearbeitung: Annalena Schmidt, Marek Slodička & Christopher Georgi (extern, TU Dresden)

2. Konzeption und Aufbau eines wissenschaftlichen Informationsportals
Ein weiteres am Sorbischen Institut angesiedeltes Modul widmet sich der Präsentation von „Sorbenwissen“ im digitalen Zeitalter. Ziel ist die Konzeption eines wissenschaftlichen Informationsportals sowie dessen Aufbau zumindest in Grundzügen.

Projektbearbeitung: Marek Slodička (ESF-Nachwuchsforschergruppe); René Schulze (extern, TU Dresden)

Lětopis 2017/1 erschienen

9.-11.6.2017 Jungakademisches Netzwerktreffen sorabistischer Forschung

Im Sommer treffen sich JungakademikerInnen sorabistischer Forschung in Bautzen.

Marie Skłodowska-Curie Actions

“Expression of Interest” for hosting Fellows

Band 63 der Schriften des Sorbischen Instituts erschienen

Michael Richter: Deutsche Parteien in der sorbischen Oberlausitz 1945–1953.
Die politische Entwicklung in den zweisprachigen Kreisen nach dem Zweiten Weltkrieg
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