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In Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in die Webseite des Sorbischen Instituts eine Vorlesefunktion für Deutsch implementiert. Leider ist eine entsprechende Technologie für die beiden sorbischen Schriftsprachen nicht verfügbar. Das Sorbische Institut ist sich dieser Problematik bewusst und sondiert zurzeit mit Partnern die Entwicklung einer entsprechenden Software. Außerdem bereiten sorbische Ausdrücke in deutschem Text der deutschen Vorlesefunktion erkennbar Schwierigkeiten. Wir bitten dafür um Verständnis, da wir nicht allein aus diesem Grund auf die sorbischen Ausdrücke verzichten möchten.

Die oben genannte Maßnahme wurde finanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Biografien zur sorbischen Volkskunde


Rychtar, Jan Boguměr

Deutscher Name: Johann Gottfried Ohnefalsch Richter
 
Pfarrer, Historiker, Volkskundler, Aufklärer
 
*
11.3.1703 in Cottbus
8.1.1765 in Rampitz
 
V:
Martin Richter, Vorstadtschuhmacher
M:
Anna Dorothea Richter († 10.4.1711)
 

Zur Person

- * 11.3.1703 in Cottbus
- Pfarrer, Historiker, Volkskundler, Aufklärer
- Sohn des Vorstadtschuhmachers Martin Richter; Vater starb als J.G.O.R. 6 Jahre alt war, Mutter zog mit ihm und seiner Schwester zu ihren Eltern ins Pfarrhaus Groß Schacksdorf bei Forst; Mutter, Anna Dorothea Richter, starb 10.4.1711
- aus der Familie Fabricius gingen viele Geistlichen hervor: der Großvater, Pfarrer Martin Fabricius (Sohn des Predigers von Sorno bei Senftenberg, wirkte von 1678–1721 in Groß Schacksdorf ), dessen Söhne Martin Gottlob (Kaplan in Triebel) und Christoph Gabriel (Pfarrer in Mulknitz bei Forst und Daubitz bei Weißwasser)
- der Großvater weckte sein sorabistisches Interesse; J.G.R. lernt Sorbisch
- Gymnasium in Bautzen
- 1724–1726 Theologiestudium in Halle
- 1726–1734 Vikar in Jänschwalde und anderen sorbischen Gemeinden
- 1734–1765 Pfarrer in Rampitz
- trug nach seinem Studium in seiner Heimat historisches Material zusammen und plante dies als „Sammlung einiger Nachrichten von der ... Stadt Cottbus in Niederlausitz und denen herumliegenden Orten“ zu veröffentlichen
- bemühte sich vergeblich um eine Pfarrstelle in Cottbus und Umgebung, trat schließlich dem Johanniterorden bei und übernahm die Pfarrstelle in Rampitz, einer ehemals sorbischen, seinerzeit bereits eingedeutschten Gemeinde
- kulturgeschichtliche Studien zur Archäologie, Geschichte, Literatur, Ethnographie, Linguistik und Onomastik
- ein großer Teil seiner handschriftlichen Sammlungen Fiel dem großen Rampitzer Brand von 1772 zum Opfer
- Anekdote: nach mündlicher Überlieferung starb er eines gewaltsamen Todes, Frankfurter Studenten sollen ihn seiner Härte wegen erschlagen haben – es ist jedoch nicht erwiesen, ob Richter jemals an der Universität zu Frankfurt unterrichtet hat
- † 8.1.1765 in Rampitz

 

Forschungsgebiete

Alltagsleben, Frühgeschichte, Mythologie, Niederlausitz, Onomastik
 
 

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