Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache

Aus Anlass der Implementierung einer „Vorlesefunktion“ für deutsche Texte auf der Website des Sorbischen Instituts (zur Erreichung von Barrierefreiheit) wurde erneut deutlich, dass für die beiden sorbischen Schriftsprachen (Obersorbisch und Niedersorbisch) rechtlich notwendige Maßnahmen zur Förderung der Inklusion im Bereich digitaler Kommunikation nur unter deutlich erschwerten Bedingungen umsetzbar sind. Während für „große“ Sprachen seit Langem fertig entwickelte und relativ kostengünstige Produkte verfügbar sind, gibt es für die sorbischen Schriftsprachen weder einsatzfähige kommerzielle Produkte noch hinreichende wissenschaftliche Vorarbeiten für eine schnelle Entwicklung.
Nachdem Anfang 2018 mit positivem Ergebnis vonseiten des SI sondiert worden war, ob die Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch auf der Grundlage des derzeitigen Forschungsstandes sowie des voraussichtlich verfügbaren Fachpersonals überhaupt in einem angemessenen Zeitraum realisierbar wäre, wurden für die zweite Jahreshälfte 2018 vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) zunächst Fördermittel für eine Konzeptionsphase bewilligt. Dem schloss sich 2019 eine Pilotphase an, in der u. a. eine genaue Beschreibung des Forschungsstandes in Angriff genommen und ein darauf aufbauender Forschungsplan entwickelt wurde. Außerdem wurde mit der Entwicklung eines Prototyps für die obersorbische Schriftsprache begonnen, da hier der sprachwissenschaftliche Beschreibungsstand eine bessere Grundlage bietet. Für das Niedersorbische müssen hingegen zunächst Forschungslücken geschlossen werden.
Ab 2020 läuft die Hauptphase des Projekts, das bis 2023 abgeschlossen sein soll. Ein Zwischenstand wurde der Öffentlichkeit zum Beispiel im Rahmen des Institutstags des Sorbischen Instituts am 10.11.2021 in Hoyerwerda präsentiert.

Projektleitung: Hauke Bartels
Projektbeteiligte: Jan Meschkank , Astrid Schmiedel, Fabian Kaulfürst, Marcin Szczepański, Dr. habil. Sonja Wölke (bis 03/2022), Lechosław Jocz (extern)

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Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.


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