„Ins Herz gesungen“ im Schwesternhaus Kleinwelka vorgestellt
Vor knapp 30 Gästen stellte am 22. September 2026 Autorin Marleen Schindler, Doktorandin des Sorbischen Instituts, im Schwesternhaus Kleinwelka ihr Buch Ins Herz gesungen – Herrnhutische Wundenmystik in deutschen und sorbischen Liedern der 1740er Jahre vor.
Das Buch erschien im Frühjahr im Eigenverlag des Sorbischen Instituts, in der Kleinen Reihe, Band 40. Es handelt von Liedern und Liedtexten, die Herzen berühren und Gemeinschaft stiften. Dieses besondere Potenzial steht im Mittelpunkt der vorgestellten Studie, die am Beispiel der Herrnhuter Brüdergemeine die identitätsbildende Kraft von Sprache in Liedern untersucht. Ob Seitenhöhlgen, Wundenwürmlein oder Creuz-Luft-Vögelein – mit ihrer sprachschöpferischen Energie beeinflusste die Brüdergemeine im 18. Jahrhundert nicht nur die deutsche Sprache und Dichtung, sondern auch die sorbische, wie anhand zahlreicher Liedtexte und Wörterbucheinträge gezeigt wird.
Mit einem informativen Vortrag der Autorin Marleen Schindler, kurzen Lesungen und zweisprachigem gemeinsamen Gesang konnte das Publikum in die herrnhutischen Glaubensvorstellungen des 18. Jahrhunderts eintauchen. Im Anschluss gab es in lockerer Runde noch viele anregende Gespräche. Eingeladen hatte das Sorbische Institut gemeinsam mit dem Schwesternhaus Kleinwelka e.V. Die musikalische Umrahmung übernahm Christoph Rummel, Pfarrer und sorbischer Superintendent, am Klavier.