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In Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in die Webseite des Sorbischen Instituts eine Vorlesefunktion für Deutsch implementiert. Leider ist eine entsprechende Technologie für die beiden sorbischen Schriftsprachen nicht verfügbar. Das Sorbische Institut ist sich dieser Problematik bewusst und sondiert zurzeit mit Partnern die Entwicklung einer entsprechenden Software. Außerdem bereiten sorbische Ausdrücke in deutschem Text der deutschen Vorlesefunktion erkennbar Schwierigkeiten. Wir bitten dafür um Verständnis, da wir nicht allein aus diesem Grund auf die sorbischen Ausdrücke verzichten möchten.

Die oben genannte Maßnahme wurde finanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Ständiges Monitoring des obersorbischen und niedersorbischen Schrifttums (Drittmittelprojekt)


Sowohl im Sorbischen Institut als auch im (Auftrag des) Domowina-Verlag(es) (LND) wird an Sprachressourcen zur sorbischen Orthografie gearbeitet: Im LND handelt es sich vor allem um das „Prawopisny słownik“ (Völkel/Meškank), dessen 7. Auflage derzeit in Vorbereitung ist. Im SI geht es vordergründig um zwei in den letzten Jahren entwickelte Werkzeuge, d. h. die Datenbasis und eine Wortformen-Liste für eine automatische Rechtschreibkontrolle für beide sorbische Schriftsprachen. Im weiteren Sinne ist die Daten-Komponente dieser Werkzeuge jedoch integraler Bestandteil einer lexikalischen Datenbasis, die in verschiedenen Projekten stetig weiterentwickelt wird. Mit Blick auf grundlegende konzeptionelle Fragen und verfügbare finanzielle wie personelle Ressourcen zur längerfristigen Organisation des Arbeitsfeldes „Orthografie“ wurde 2017 zwischen SI, LND und Stiftung für das sorbische Volk eine zukünftige Neuorganisation unter Federführung des SI vereinbart. Dadurch ist es auch in Zukunft möglich, dieses Arbeitsfeld mit den anderen am SI betriebenen lexikografischen Vorhaben konzeptionell wie technisch zu verknüpfen, was nicht nur linguistische Vorteile mit sich bringt, sondern auch Synergieeffekte erlaubt. Zudem können beide sorbische Sprachen durch parallele Verfahren erfasst werden.
Im August 2017 wurde Stiftung und LND vom SI ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Im Zentrum eines ständigen, vom SI zu realisierenden Arbeitsauftrags „Sorbische Orthografie“ steht ein stetes korpuslinguistisch basiertes Schrifttums-Monitoring, in dem laufend neue Wörter und Schreibungen erfasst und linguistisch bewertet werden. Auf dieser Basis können dann sowohl elektronische Ressourcen – wie vor allem die beiden Tools zur automatischen Rechtschreibkontrolle – regelmäßig aktualisiert als auch in bestimmten Abständen Neuauflagen gewünschter „Rechtschreibwörterbücher“ erstellt werden. Dabei soll generell zwischen laufenden Aufgaben (im Rahmen dieses Vorhabens) und inhaltlich verbundenen zeitlich begrenzten Zusatz-Projekten unterschieden werden. Letztere wären etwa die einmalige Übernahme und Bearbeitung des Datenbestandes des „Völkel“ (7. Auflage) oder die redaktionelle Vorbereitung einer Neuausgabe des obersorbischen Rechtschreibwörterbuchs. Als erstes Teilprojekt in diesem Sinne galt die konzeptionelle und technische Vorbereitung des Schrifttums-Monitorings 2018. Derzeit läuft eine Pilotphase (2019-20).

Projektleitung: Dr. Hauke Bartels, Sonja Wölke (Leitung)
Projektbearbeitung: Marcin Szczepański, Dr. Richard Bigl, Katja Atanasov , Timo Meškank
Ergebnisse: Das Gesamtprojekt und erste Ergebnisse der Auswertung des Schrifttums des Jahrgangs 2019 wurden ausführlich vorgestellt in Lětopis, Heft 2021/2, S. 74–136 (Hauke Bartels / Fabian Kaulfürst / Marcin Szczepański / Sonja Wölke: Das Monitoring des sorbischen Schrifttums. Grundlagen und erster Jahresbericht eines neuen Forschungsvorhabens).
Das Vorhaben wird gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der beschlossenen Haushalte des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.

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