Bautzen/Budyšin - 01.04.2026

Ins Herz gesungen – Neue Ausgabe in der Kleinen Reihe des Sorbischen Instituts erschienen

In der Kleinen Reihe des Sorbischen Instituts ist jetzt das Buch von Marleen Schindler mit dem Titel „Ins Herz gesungen. Herrnhutische Wundenmystik in deutschen und sorbischen Liedern der 1740er Jahre“ erschienen – gedruckt und als zugangsfreie Open-Access-Ausgabe. Die Studie ist im Jahr 2023 als Masterarbeit an der TU Dresden im Fach Germanistik entstanden. Im Jahr 2024 erhielt die Autorin dafür den Arnošt-Muka-Preis der Maćica Serbska. Marleen Schindler ist seit 2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit vorigem Jahr Doktorandin des Sorbischen Instituts in Bautzen.

Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie stehen Lieder der Herrnhuter Brüdergemeine aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit ihrer charakteristischen emotional-metaphorischen Sprache. Diese trug wesentlich zur Ausformung einer spezifischen religiösen Identität und zum Aufschwung der Herrnhuter Brüdergemeine bei. Ob Seitenhöhlgen, Wundenwürmlein oder Creuz-Luft-Vögelein – mit ihrer sprachschöpferischen Energie beeinflusste die Brüdergemeine nicht nur die deutsche Sprache und Dichtung, sondern auch die sorbische, wie anhand zahlreicher Liedtexte und Wörterbucheinträge gezeigt wird.

Mit ihrer Arbeit knüpft die Autorin an langjährige Forschungen des Sorbischen Instituts zum Pietismus und der Brüderunität an. In den vergangenen Jahren hat besonders Dr. Lubina Mahling auf die kulturhistorische Bedeutung der Brüdergemeine für die Sorben u.a. im Bereich von Bildung, Mobilität und Verschriftlichung hingewiesen. Die neue Publikation ergänzt diese Erkenntnisse nun um die sprachwissenschaftliche Perspektive.

Zur Autorin:

Marleen Schindler studierte Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Europäische Sprachen an der Technischen Universität Dresden. Während ihres Studiums und ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft an der TU Dresden befasste sie sich mit religiöser Sprache in historischen Herrnhuter Texten. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sorbischen Institut und arbeitet an einem Dissertationsvorhaben. Darüber hinaus beschäftigt sie sich am Digitalisierungszentrum des Sorbischen Instituts mit der Digitalisierung von Kulturgut.