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2026, Juni: Sápmi, Norwegen – Levangke, Snåase (Levanger, Snåsa)

Die Abteilung für Regionalentwicklung und Minderheitenschutz des Sorbischen Instituts unternahm im Juni 2026 eine fünftägige Exkursion zu den Südsami in Norwegen.

Zu Beginn besuchten die Mitarbeiter:innen die Nord University in Levangke (Levanger), welche vom norwegischen Staat beauftragt ist, die Forschung, Lehre und Lehrkräftebildung für süd- und lulesamische Sprache und Kultur zu organisieren.  

Mit Vertreter*innen der Fakultät für Bildung und Kunst der Nord University sprach das Team über die an der Universität angebotene Ausbildung für Sámi-Grundschullehrkräfte sowie die Ausbildung im Bereich der frühkindlichen Bildung. Die Studiengänge sind verknüpft mit traditionellen samischen Lehrinhalten sowie Wissen über die südsamische Kultur und Sprache.
Außerdem tauschte sich die Delegation mit Mitarbeiter:innen des
Netzwerks SAMLA aus. Dieses koordiniert, fördert und stärkt mit vielfältigen Angeboten für Wissenschaftler:innen, Lehrkräfte und Praktiker:innen die Forschung sowie Lehre u. a. der südsamischen Sprache. 
Der Besuch der Universität und Fakultät zeigte zahlreiche Anknüpfungspunkte zum im Wintersemester 2026/27 neu etablierten
Studiengang für Lehramt Primarstufe Deutsch-Sorbisch/Wendisch (B.Ed.) an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Profilierung der Sorabistik in Leipzig. 

Um einen hautnahen Eindruck von der für die samische Kultur und Sprache prägenden Rentierhaltung zu gewinnen, besuchten die Mitarbeiter:innen außerdem eine Familie, die Angebote zur anschaulichen Vermittlung von Informationen zu Kultur, Lebensweise, Handwerkstechniken und Alltag jenseits von folkloristischen Darstellungen entwickelte. 
So übte sich das Abteilungsteam nicht nur in sog. hands-on-Aktivitäten wie die Erstellung von Kunsthandwerk, sondern erfuhr aus erster Hand, welchen ökonomischen, politischen und rechtlichen Herausforderungen sich die Menschen in der traditionellen Rentierwirtschaft unter heutigen Bedingungen gegenübersehen sowie welche Bemühungen es gibt, auch die südsamische Sprache wieder in den Alltag zu integrieren.
 

Die letzte Exkursionsstation für die Abteilung RegMje: Saemien Sijte, das einzige südsamische Museum und Kulturzentrum in Snåase (Snåsa). Neben Museumsaktivitäten arbeitet Saemien Sijte auch an zukunftsorientierten Kulturthemen, deren Hauptziel die Stärkung der südsamischen Identität, Sprache und des Gemeinschaftsgefühls ist. Zielgruppen des Museums sind dabei sowohl Angehörige der Sámi selbst, als auch der Mehrheitsbevölkerung sowie Tourist:innen. Kurz vor dem Besuch der Abteilung des SI erhielt das Museum die renommierte, norwegische Auszeichnung „Årets Museum“ als bestes Museum des Landes 2026.  

Dr. Lutz Laschewski, Leiter der Abteilung für Regionalentwicklung und Minderheitenschutz:
„Es zeigten sich für uns überraschend viele Perspektiven zwischen der südsamischen und der niedersorbischen Situation. Daraus ergeben sich sowohl für die wissenschaftliche Zusammenarbeit als auch den Austausch praxisrelevanter Ideen für Tourismus, Kultur- und Sprachrevitalisierung als auch den Aufbau universitärer Strukturen für die Erforschung und Vermittlung von Kultur und Sprachen in einer doppelten Minderheitensituation. Der direkte interdisziplinäre Austausch zeigte Möglichkeiten auf, wie das Sorbische Institut einerseits akademischer Partner und andererseits auch Brückenbauer für weitere Beteiligte sein kann. Wir werden die gewonnenen Erkenntnisse nun mit weiteren Partner:innen im Institut und der Lausitz teilen und sind zuversichtlich, daraus positive Impulse für unsere Region zu gewinnen.“

Autorin: Anne-Kathrin Rensch

Auf ihrer Exkursion wurden die SI-Mitarbeiter:innen von einem Filmteam des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) begleitet. Der daraus entstandene Beitrag für die Sendung des niedersorbischen TV-Magazins „Łužyca” ist über folgenden Link in der ARD-Mediathek abrufbar: Serbski institut w Norwegskej | Sorbisches Institut in Norwegen (erster Sendungsbeitrag mit anschließendem Interview; Sendung bis 15.08.2028 verfügbar) 

Serbski institut w Norwegskej | Sorbisches Institut in Norwegen (Screenshot © rbb)

Veröffentlichung zu Eindrücken der wissenschaftlichen Exkursion im Nowy Casnik (25. Juni 2026, Ausgabe 26): „Tam, wótkul pšycki póchadaju“ (Text in niedersorbischer Sprache)

 

Projektleitung: Lutz Laschewski
Projektbeteiligte: Anne-Kathrin Rensch, Anastasija Kostiučenko-Kessler, Sarah Jahn, Měto Nowak, Julia Běrink, Reza Ebrahimi, Sophie Rädel