Ständiges Monitoring des ober- und niedersorbischen Schrifttums

Auf der Grundlage bisheriger Arbeiten zur Dokumentation des sorbischen Schriftums und insbesondere zu dessen Digitalisierung in Form hochwertiger Korpustexte hat das Institut seit 2017 ein neues, langfristig angelegtes Vorhaben zu einem „ständigen Monitoring“ des ober- und niedersorbischen Schrifttums vorbereitet. Im Zentrum des Projekts steht ein korpuslinguistisch basiertes Textanalyse-Verfahren, in dem laufend neue Wörter und Schreibungen erfasst und linguistisch bewertet werden. Auf dieser Basis können dann sowohl elektronische Ressourcen – wie vor allem die beiden Tools zur automatischen Rechtschreibkontrolle – regelmäßig aktualisiert als auch in bestimmten Abständen Neuauflagen gewünschter „Rechtschreibwörterbücher“ erstellt werden. Dabei soll generell zwischen laufenden Aufgaben (im Rahmen dieses Vorhabens) und inhaltlich verbundenen zeitlich begrenzten Zusatz-Projekten unterschieden werden. Letztere wären etwa – so die Planung – die einmalige Übernahme und Bearbeitung des Datenbestandes des „Völkel“ (7. Auflage) oder die redaktionelle Vorbereitung einer Neuausgabe des obersorbischen Rechtschreibwörterbuchs.
Nach einer halbjährlichen Konzeptionsphase 2018 lief das Vorhaben 2019-20 in einer Pilotphase. In dieser Zeit wurde das Projekt von der Stiftung für das sorbische Volk gesondert gefördert (Drittmittelprojekt). Seit 2021 werden die Arbeiten nun im Rahmen einer „Konsolidierungsphase“ als reguläres Forschungsvorhaben weitergeführt. Dazu wurde dem Institut eine zusätzliche Planstelle (0,75) zur Verfügung gestellt. Derzeit wird das Schrifttum des Jahres 2020 analysiert.


Ergebnisse

Das Gesamtprojekt und erste Ergebnisse der Auswertung des Schrifttums des Jahrgangs 2019 wurden ausführlich vorgestellt in Lětopis, Heft 2021/2, S. 74–136 (Hauke Bartels / Fabian Kaulfürst / Marcin Szczepański / Sonja Wölke: Das Monitoring des sorbischen Schrifttums. Grundlagen und erster Jahresbericht eines neuen Forschungsvorhabens).

Projektleitung: Hauke Bartels, Dr. habil. Sonja Wölke (bis 03/2022)
Projektbeteiligte: Marcin Szczepański, Richard Bígl, Lenka Scholze, Joanna Szczepańska , Dr. Timo Meškank

Förderer

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Stiftung für das sorbische Volk

Das Vorhaben wird gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der beschlossenen Haushalte des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.