Bautzen/Budyšin - 16.09.2020

Sachsens Wissenschaftsminister Gemkow informiert sich am Sorbischen Institut

Mit seinem Antrittsbesuch verschaffte sich Staatsminister Gemkow einen Überblick über die vielseitigen Arbeitsbereiche des Sorbischen Insituts mit der Sorbischen Zentralbibliothek und dem Sorbischen Kulturarchiv. Thematisiert wurden zum Beispiel die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes, Vorhaben zur Sprachdokumentation und Sprachförderung sowie das Engagement des Instituts im Strukturwandelprozess. Außerdem wurde der aktuelle Stand zur Entwicklung einer sorbischen Vorlesefunktion für Websites präsentiert. Dieses Projekt wird seit 2019 aus Inklusionsmitteln des Freistaates Sachsen finanziert (Zuwendung 2019/20 knapp 240.000 Euro).

„Bei der Digitalisierung sehe ich das Sorbische Institut als Vorreiter und Kompetenzzentrum für die Sorben/Wenden“, so Direktor Dr. Hauke Bartels nach der Präsentation verschiedener digitaler Ressourcen, die am Institut entwickelt wurden. Beispiele sind das niedersorbische Sprachportal niedersorbisch.de und das Wissensportal SORABICON.

Staatsminister für Wissenschaft Sebastian Gemkow: „Das Sorbische Institut nimmt eine wichtige Rolle im sorbischen Institutionengefüge und in der regionalen Wissenschaftslandschaft ein, deswegen wollen wir es weiter stärken. Es ist beeindruckend, wie es dem Sorbischen Institut gelingt, Grundlagenforschung mit Anwendungsorientierung zu verbinden.“

Das Sorbische Institut / Serbski institut Bautzen (mit einer Zweigstelle in Cottbus) erforscht aktuell in etwa 70 Projekten die Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben in der Ober- und der Niederlausitz. Die interdisziplinären Forschungen des Instituts richten sich auf die aktuelle Situation (unter anderem Strukturwandel und Transformationsprozesse) sowie die Spezifik und den Vergleich kleiner Sprachen und Kulturen in Europa. Die Sorbische Zentralbibliothek sammelt Literatur in sorbischer Sprache, über die Sorben und über die Ober- und Niederlausitz. Sie ist zugleich wissenschaftliche Fachbibliothek des Sorbischen Instituts und besitzt einen wertvollen Bestand an slawischen und slawistischen Büchern und Zeitschriften (über 110.000 Medieneinheiten). Das Sorbische Kulturarchiv ist das einzige öffentliche Archiv für sorbisches und sorabistisches Archiv- und Sammelgut. Die digitale Präsentation ausgewählter Bildsammlungen entstand aus der Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek Dresden.