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„Kulturwehr“. Organisationen nationaler Minderheiten in Deutschland 1918–1938/45

Nach dem Ersten Weltkrieg erreichten die nationalen Minderheiten im Deutschen Reich einige Zugeständnisse im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Im Februar 1919 stellte das Reichsinnenministerium einen Text zum Minderheitenschutz vor, der später als Artikel 113 in die Weimarer Verfassung einging. Darüber hinaus versuchten die „fremdsprachigen Volksgruppen“ ihre Interessen mittels eigener zivilgesellschaftlicher Organisationen umzusetzen. Auf Initiative des Bundes der Polen konstituierte sich 1924 der Verband der nationalen Minderheiten Deutschlands. Ihm gehörten der Südschleswigsche Wahlverein als Vertreter der dänischen Minderheit, der Friesisch-Schleswigsche Verein, die Vereinigung der Litauer Deutschlands, der Bund der Polen in Deutschland und die Vertretung der Lausitzer Sorben an. Als politische Interessenvertretung der autochthonen Minderheiten Deutschlands entfaltete er in den 1920er und frühen 30er Jahren vielfältige Aktivitäten auf nationaler und supranationaler Ebene. Sie sind insbesondere in der monatlichen Verbandszeitschrift „Kulturwille“ (1925) bzw. „Kulturwehr“ (ab 1926) dokumentiert, deren Chefredakteur der Sorbe Jan Skala war. Der Aufstieg autoritärer Regime in vielen Staaten Europas führte schließlich zum Scheitern der nach Ausgleich strebenden Minderheitenpolitik der Zwischenkriegszeit. Im Jahr 1936 musste Jan Skala seine Funktion als Chefredakteur der Zeitschrift „Kulturwehr“ aufgeben. Ihre letzte Nummer erschien Ende 1938.

Bislang existieren keine systematischen Untersuchungen dieses Verbandes und seiner Tätigkeit bzw. zu den Beziehungen seiner Teilverbände untereinander. Im Rahmen des Projektes sollen die Aktivitäten des Verbandes erforscht und eingeordnet werden. Da kein Verbandsarchiv überliefert ist, wird die Auswertung der Monatsschrift „Kulturwille/Kulturwehr“ (1925-1938) eine zentrale Rolle spielen. Darüber hinaus wird nach einschlägiger Gegenüberlieferung in verschiedenen staatlichen Archiven zu recherchieren sein.

 


Projektbeteiligte: Edmund Pech