Organisationen nationaler Minderheiten im geteilten Deutschland 1945/49–1989 (Arbeitstitel)
Die deutsche Teilung prägte auch den Umgang mit nationalen Minderheiten. Während in der DDR die Sorben als einzige nationale Minderheit staatlich anerkannt und kulturell gefördert wurden, war diese Förderung eng mit politischer Kontrolle und ideologischer Anpassung an die SED-Diktatur verbunden. In der Bundesrepublik erhielt die dänische Volksgruppe in Schleswig-Holstein den Status einer nationalen Minderheit; Friesen und die im Ruhrgebiet verbliebenen Polen blieben ohne vergleichbare Anerkennung.
Das Projekt untersucht, welche politischen, gesellschaftlichen und internationalen Faktoren die Minderheitenpolitik in beiden deutschen Staaten bestimmten. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die unterschiedlichen politischen Systeme auf Handlungsspielräume, Organisationen und staatliche Förderung nationaler Minderheiten auswirkten. Zugleich wird untersucht, wie sich diese Politik im Verlauf der deutschen Teilung veränderte und welche Folgen die Wiedervereinigung hatte.
Ein weiterer Schwerpunkt gilt den Kontakten zwischen Minderheitenorganisationen in Ost und West sowie ihren Verbindungen zur Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) und zu weiteren Minderheitenverbänden in West- und Ostmitteleuropa. Damit rückt das Projekt die Minderheitenpolitik im geteilten Deutschland zugleich in den größeren Zusammenhang des Kalten Krieges und europäischer Vernetzung.
Projektbeteiligte: Edmund Pech