Das Sorbische Institut ist erstmalig mit einem Panel zum Niedersorbischen beim Deutschen Slavistiktag vertreten
Mit insgesamt sieben Vorträgen ist das Sorbische Institut (SI) vom 30. September bis 3. Oktober 2026 beim 15. Deutschen Slavistiktag an der Friedrich-Schiller-Universität Jena vertreten. Das Sorbische Institut bestreitet erstmalig ein eigenes soziolinguistisches Panel für das Niedersorbische. Der Slavistiktag ist der nationale Kongress der deutschen Slavistik und die wichtigste Plattform für den wissenschaftlichen Austausch über die Sprachen, Literaturen und Kulturen des slawischsprachigen Raums.
Erstmals ein eigenes soziolinguistisches Panel zur niedersorbischen Sprache richtet das Sorbische Institut unter dem Titel „Niedersorbisch im Aufbruch: Chancen und Perspektiven für die Zukunft” aus. Julija Běrinkowa, Evan Bleakly, Simon Blum, Dr. Anastasija Kostiučenko-Kessler und Měto Nowak widmen sich aktuellen Fragen der niedersorbischen Sprachsituation, Sprachrevitalisierung und Sprachplanung. Die Referent:innen geben Einblick in aktuelle Forschungsprojekte des Instituts und sprechen unter anderem über die Vitalität des Niedersorbischen, Spracheinstellungen, die Sichtbarkeit niedersorbischer Sprache im öffentlichen Raum sowie das Sprachplanungsprojekt SROKA.
Drei Einzelvorträge innerhalb der sprachwissenschaftlichen Kongresspanels und -sektionen halten Lydia Mattick, Dr. Lenka Scholze und Prof. Dr. Thomas Menzel. Thomas Menzel beschreibt Möglichkeiten zur Ermittlung seltener Lehnwörter in den beiden sorbischen Sprachen, die aus sprachpolitischen Gründen in Wörterbüchern oft fehlen. Lydia Mattick stellt in ihrem Vortrag die ersten Ergebnisse einer Untersuchung zur obersorbischen Umgangssprache und zum Polnischen in Nordrhein-Westfalen, die aus einem gemeinsamen DFG-Projekt des SI und der Ruhr-Universität Bochum stammen. Lenka Scholze vergleicht in ihrem Vortrag bestimmte grammatische Funktionen der obersorbischen Umgangssprache mit anderen slavischen Sprachen.
Dr. Anastasija Kostiučenko-Kessler, Soziolinguistin am SI, betont: „Mit der Teilnahme am 15. Slavistiktag in Jena und der Durchführung des Panels stärkt das Sorbische Institut den Austausch über Chancen und Herausforderungen der Revitalisierung des Niedersorbischen. Damit rückt die niedersorbische Sprache als autochthone westslawische Minderheitensprache in Deutschland in den Fokus.“
Alle drei bis vier Jahre veranstaltet der Verband der deutschen Slavistik den Deutschen Slavistiktag an einer anderen Universität mit slawistischem Institut – weitere Informationen und Programm.