Cottbus/Chóśebuz - 02.09.2022

Kickoff: Langzeitforschungsprojekt zu sorbischen/wendischen Aspekten der Niederlausitzer Kulturlandschaft

Vorgestern (31.8.) traf sich erstmals das komplette Team des neuen Langzeitprojekts am Sorbischen Institut/Serbski institut mit vollständigem Titel „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Am 1. Juli 2022 war offizieller Projektbeginn.

Im Projekt soll das sorbische/wendische Kulturgut in der Niederlausitz umfassend digital erfasst, beschrieben und schließlich in einem Online-Portal mehrsprachig präsentiert werden. Hauptanliegen des Projekts ist die wissenschaftliche Datenerhebung und die Aufbereitung wie Präsentation von Informationen zu sorbischen/wendischen Aspekten Niederlausitzer Kulturlandschaft – für Wissenschaftler:innen, aber auch für Interessierte und regionale Akteur:innen etwa in der Kulturarbeit von Vereinen, in der kulturellen Bildung, dem Kulturtourismus und der Kultur- und Kreativwirtschaft. So soll das sorbische sprachliche und kulturelle Erbe der Region sichtbarer sowie für kommende Generationen gesichert und nutzbar gemacht werden.

„Dieses Langzeitprojekt hat – mit Blick auf den Umfang der Inventarisierung und die Laufzeit – den Charakter eines Akademieprojekts und eröffnet uns die Möglichkeit einer systematischen und umfassenden Erhebung. Ich freue mich außerordentlich, dass es gelungen ist, dieses Vorhaben über die Brandenburgischen Strukturwandelprojekte zu ermöglichen,“ so Institutsdirektor Dr. Hauke Bartels. „Wir werden uns daher nun erst einmal auf die Niederlausitz konzentrieren – eine Ausweitung auch auf die Oberlausitz wäre aber von großer Bedeutung, und wir werden uns um entsprechende Fördermittel bemühen.“

Ein Team von rund 15 Wissenschaftler:innen und Projektmitarbeiter:innen wird in zunächst fünf thematischen Teilprojekten („Sorbische Elemente der Sprachlandschaft Niederlausitz“, „Sorbische Eigennamen in der Niederlausitz“, „Niedersorbisches Schrifttum“, „Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz“ und „Praktiken immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz“) das Langzeitprojekt bearbeiten. Im Projekt sollen auch Elemente der sog. Citizen Science eingesetzt werden, um aktiv Interessierte vor Ort einzubeziehen, so zum Beispiel Hobbynamenforscher.

Das Projekt ist eines von sechs sorbischen/wendischen Projekten im Land Brandenburg aus dem Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“ (vgl. Medieninformation MWFK/SI vom 16.7.2021) und das zweite am Sorbischen Institut, neben der Gründung der neuen Abteilung für Regionalentwicklung und Minderheitenschutz. Die Fördermittel werden von der Stiftung für das sorbische Volk verwaltet. Das Vorhaben soll bis 2031 mit 550.000 Euro jährlich gefördert werden.

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