Cottbus/Chóśebuz - 30.01.2026

Wechsel in der Zweigstelle des Sorbischen Instituts für niedersorbische Forschungen

In Cottbus/Chóśebuz folgt Literaturwissenschaftler Willi Barthold auf den Historiker Peter Schurmann

Dr. Willi W. Barthold nimmt zum 1. Februar seine Arbeit in der Abteilung Kulturwissenschaften des Sorbischen Instituts am Standort Cottbus auf. Der Absolvent des Niedersorbischen Gymnasiums in Cottbus promovierte 2020 an der Georgetown University in Washington, D.C. im Bereich der germanistischen Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft. Bald wandte er sich der Sorabistik zu und war seit 2022 am Lehrstuhl für Westslavische Literatur- und Kulturwissenschaft von Prof. Dr. Christian Prunitsch an der TU Dresden beschäftigt. Dort arbeitete er zusammen mit dem Sorbischen Institut u.a. an der Entwicklung eines sorabistischen Studienangebots im Rahmen des Projekts „Integrated Digital Sorbian Studies“. Dr. Barthold forscht hauptsächlich zur sorbischen Literatur und Kultur, in Zukunft mit dem Fokus auf die Niederlausitz. In diesem Jahr gibt er zusammen mit Dr. Friedrich Pollack eine Sonderausgabe der sorabistischen Fachzeitschrift Lětopis zum Thema „(Nicht-)Zukünfte der Sorben und der Lausitz in Vergangenheit und Gegenwart“ heraus.

Willi Barthold folgt in Cottbus auf den Historiker Dr. Peter Schurmann, der sich nach mehr als 38 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Die Forschungsschwerpunkte von Peter Schurmann lagen vor allem in der Geschichte der Sorben/Wenden in der Niederlausitz sowie in Themen der neueren und neuesten sorbischen Geschichte. „Besonders verdient gemacht hat er sich um die Aufarbeitung der sorbischen Geschichte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Studie Die sorbische Bewegung 1945–1948 zwischen Selbstbehauptung und Anerkennung aus dem Jahr 1998 gilt weiterhin als zentrale Referenz“, würdigt Dr. Friedrich Pollack, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften, die Arbeit des Historikers.

Ein weiterer Schwerpunkt von Schurmanns Forschungen galt der Minderheitenpolitik in der DDR. Er engagierte sich auch in den Redaktionen des Lětopis, der Niederlausitzer Studien sowie der Sorbischen Bibliografie. Von 1998 bis 2011 übernahm er zudem Lehraufträge an der Universität Leipzig zur Geschichte der Sorben/Wenden. In Cottbus arbeitet Pětš Šurman (sorbische Schreibweise ) seit mehreren Jahren in der Arbeitsgruppe „Sorbische/wendische Denkmale der Stadt Cottbus/Chóśebuz“ mit. Zuletzt erfasste und dokumentierte er mit seinem Projektteam materielle Zeugnisse und Kulturdenkmale in der gesamten Niederlausitz im Strukturwandelprojekt „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“.

„Peter Schurmann arbeitete eng mit den niedersorbischen Kultur- und Bildungseinrichtungen wie dem Wendischen Museum, dem Niedersorbischen Gymnasium, der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur sowie der Arbeitsstelle für sorbische Bildungsentwicklung ABC zusammen. Damit förderte er den Wissenstransfer und den Austausch zwischen Forschung und Praxis“, so Friedrich Pollack.