Sorbische Eigennamen in der Niederlausitz

Hierbei handelt es sich um ein Teilprojekt (Modul 2) des Gesamtvorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“.
Eigennamen sind Teil der Sprache, und wenn diese linguistisch umfassend untersucht wird, dürfen Eigennamen nicht fehlen. Sie bilden darüber hinaus wertvolle kulturelle und historische Zeugnisse. In Texten vielfältigster Art sind sie unentbehrlich, um eine Verknüpfung mit Objekten der realen Welt herzustellen. Durch Geobezug und Etymologie weisen sie zudem eine historische Tiefendimension auf, die vielfältige Analysen zur sorbischen Identität und Tradition ermöglicht.
Ziel des Moduls ist eine möglichst umfassende und vollständige Inventarisierung und Präsentation der Eigennamen sorbischen Ursprungs mitsamt den linguistischen und etymologischen Informationen, die für Spracherhalt und Sprachrevitalisierung nützlich sind, ggf. auch ergänzenden historischen und enzyklopädischen Informationen. Es baut auf inhaltlichen und konzeptionellen Vorarbeiten auf, insbesondere den Ergebnissen der Projekte Inventarisierung niedersorbischer Orts- und Personennamen/Informationsdatenbank Eigennamen, Die sorbische Namenlandschaft verstehen – Erklärungen zur Herkunft und Bedeutung niedersorbischer Namen als Maßnahme zur Stärkung regionaler Identität, die auf der Seite dolnoserbski.de/mjenja präsentiert werden.

Das Modul besteht aus zwei Arbeitspaketen:
AP 1:
Geplant ist die Erarbeitung und Einpflegung neuer Inhalte für die Eigennamen-Datenbank (und damit für den Informationsservice Dolnoserbke mjenja | Niedersorbische Namen). Insbesondere geht es um die bisher nicht bearbeitete Namenklasse „Straßennamen“ sowie um niedersorbische Ortsnamen in dem Teil der historischen Niederlausitz, der heute in Polen liegt. Außerdem werden niedersorbische Exonyme inventarisiert und über den Informationsservice veröffentlicht.

AP 2:
Sorbische Eigennamen wurden schon viele Jahrzehnte von der Onomastik intensiv untersucht, so dass umfangreiche Forschungsergebnisse vorliegen. Diese bilden einen reichen Fundus für die digitale Inventarisierung dieses Teils des niedersorbisch/wendischen Kulturerbes, erfordern aber umfangreiche Erschließungsarbeiten und konzeptionelle Vorarbeiten. Sukzessive wird das fachspezifische onomastische und etymologische Wissen für die einzelnen Namenklassen (insbesondere Flurnamen, Ortsnamen, Personennamen) in digitalen Nameninventaren erfasst. Die Arbeiten begannen mit den Flurnamen (s. Literatur: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-804655).

Projektleitung: Hauke Bartels
Projektbeteiligte: Joanna Szczepańska , Christian Zschieschang , Marek Slodička, Marcin Szczepański, Katja Atanasov, Hans-Peter Ederberg, Tobias Preßler

Förderer

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